Gerresheimer, Aktie

Gerresheimer Aktie: 292-Millionen-Centor zum Verkauf

15.05.2026 - 22:51:38 | boerse-global.de

Gerresheimer erhält Gläubigeraufschub und treibt den Verkauf der US-Tochter Centor voran, während die Aktie weiter fällt.

Gerresheimer Aktie: 292-Millionen-Centor zum Verkauf - Foto: über boerse-global.de
Gerresheimer Aktie: 292-Millionen-Centor zum Verkauf - Foto: über boerse-global.de

Die Uhr tickt für Gerresheimer. Nach einem massiven Bilanzskandal kämpft der Verpackungshersteller um das Vertrauen der Investoren und seiner Kreditgeber. An der Börse reagieren Anleger am Freitag nervös. Die Aktie fällt um über fünf Prozent auf 23,86 Euro. Damit summiert sich der Verlust auf Wochensicht auf fast 13 Prozent.

Ursache der Talfahrt ist eine tiefgreifende Unternehmenskrise. Eine unabhängige Untersuchung bestätigte systematische Verstöße gegen IFRS-Vorschriften durch sogenannte Bill-and-Hold-Vereinbarungen. Das Unternehmen buchte Umsätze für noch nicht ausgelieferte Waren. Inzwischen prüfen die Finanzaufsicht BaFin und die Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS die Bücher.

Gläubiger gewähren Aufschub

Auf der Finanzierungsseite hat sich das Management vorerst Luft verschafft. Banken und Schuldscheingläubiger verlängerten die Frist zur Vorlage des testierten Jahresabschlusses bis in den Herbst. Im gleichen Schritt setzten sie wichtige Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad vorübergehend aus. Das Unternehmen plant allerdings, die geprüften Zahlen bereits im Juni vorzulegen.

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Tafelsilber steht zum Verkauf

Parallel dazu treibt Gerresheimer die Restrukturierung voran. Um dringend benötigte Liquidität zu sichern, steht die profitable US-Tochter Centor zum Verkauf. Morgan Stanley steuert den Prozess. Nach Unternehmensangaben gibt es bereits eine zweistellige Zahl von Interessenten für den Spezialisten für Medikamentenverpackungen. Ende 2024 lag der Buchwert der Sparte bei 292 Millionen Euro.

Abseits des Verkaufs räumt der Vorstand die Bilanz auf. Für das abgelaufene Jahr erwartet das Management Wertberichtigungen von bis zu 240 Millionen Euro. Betroffen sind vor allem das Sensile-Medical-Projekt und das Werk in Chicago Heights, das demnächst schließen soll. Ungeachtet dieser Verwerfungen hält Gerresheimer an der operativen Prognose fest. Der Umsatz soll 2026 bei rund 2,3 Milliarden Euro liegen.

Juristisches Nachspiel für KPMG

Während das Unternehmen den operativen Turnaround sucht, weitet sich die juristische Aufarbeitung aus. Die APAS führt ein berufsrechtliches Verfahren gegen die Prüfungsgesellschaft KPMG. Diese hatte den Jahresabschluss 2024 uneingeschränkt testiert. Darin waren fehlerhafte Umsatzbuchungen in Höhe von 35 Millionen Euro enthalten.

Der kommende Juni markiert für Gerresheimer den wichtigsten Termin des Jahres. Nur wenn der Wirtschaftsprüfer das uneingeschränkte Testat für die 2025er-Bilanz erteilt, lassen sich die bestehenden Kreditlinien vertragsgemäß verlängern. Bis diese Unterschrift vorliegt, fehlt dem Kapitalmarkt ein belastbarer Blick auf die tatsächliche Finanzlage.

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