Gerresheimer: 1,5-Milliarden-Verkauf treibt Aktie
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 12:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gerresheimer plant einen radikalen Umbau seiner Bilanz. Das Unternehmen verkauft zwei große Geschäftsbereiche für einen Gesamtwert von 1,5 Milliarden Euro. Die Aktie reagiert auf diese Nachricht mit einem Kurssprung von über zehn Prozent.
Der Konzern trennt sich von der US-Tochter Centor und dem globalen Geschäft mit Kunststoff-Primärverpackungen. Käufer ist eine Tochtergesellschaft der Investmentfirma Apax Partners. Mit dem erwarteten Erlös will der Vorstand die Verschuldung massiv senken. Der Deal soll dem Spezialverpackungshersteller neue finanzielle Handlungsspielräume verschaffen.
Der Verkauf betrifft insgesamt 15 Fabriken weltweit. Diese Standorte beschäftigen rund 2.400 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erzielten die betroffenen Einheiten einen kombinierten Umsatz von 570 Millionen Euro. Während das Centor-Geschäft noch im laufenden Jahr den Besitzer wechselt, soll die Kunststoff-Sparte bis Mitte 2027 folgen.
Gerresheimer schärft durch diesen Schritt sein Profil als Partner für die Pharma- und Biotechindustrie. Das Management setzt künftig verstärkt auf hochmargige Lösungen wie moderne Autoinjektoren. Diese Spezialisierung soll dabei helfen, die Gewinnmargen nach zuletzt belastenden Werksanläufen dauerhaft abzusichern.
Obendrein stützt ein prominenter Investor die aktuelle Kursbewegung. Die US-Bank Goldman Sachs hält laut einer Stimmrechtsmitteilung nun rund 17,8 Prozent der Anteile. Das Papier notiert vorbörslich bei 29,50 Euro. Damit liegt der Kurs etwa 20 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Im September findet die ordentliche Hauptversammlung statt. Dort wird das Management den Fahrplan für die Entschuldung detailliert vorstellen. Investoren achten vor allem auf die konkreten Zielwerte für die künftige Verschuldungsquote des Konzerns.
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