General Mills Aktie: Häagen-Dazs-Shops gehen an Ningji
05.06.2026 - 11:45:02 | boerse-global.deFast 29 Prozent im Minus seit Jahresbeginn, der Kurs knapp über dem 52-Wochen-Tief — General Mills steckt in einer tiefen Krise. Der US-Lebensmittelkonzern reagiert mit einem Umbau auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Führungswechsel in Europa, Rückzug aus dem chinesischen Einzelhandel, und ein Kapitalmarkt, der das alles skeptisch begleitet.
Neuer Chef für das wichtigste EMEA-Land
Erasmo Nuzzi übernimmt ab sofort die Leitung der UK- und Irland-Division — General Mills' größtem Markt innerhalb der EMEA-Region. Nuzzi ist seit 2003 im Unternehmen, war zuletzt als Marketingdirektor für Nordamerika tätig und leitete zwischen 2015 und 2022 die Iberien-Region. Der Wechsel folgt unmittelbar auf den Abschluss des Geschäftsjahres 2025, in dem General Mills einen Gesamtumsatz von 19 Milliarden US-Dollar auswies.
Häagen-Dazs-Shops in China werden verkauft
Parallel dazu zieht sich der Konzern aus dem kapitalintensiven Filialnetz in China zurück. General Mills verkauft seine Häagen-Dazs-Shops auf dem chinesischen Festland an eine Investorengruppe um Ningji, eine bekannte chinesische Teemarke. Der Käufer erhält eine exklusive Lizenz für den Betrieb der Shops sowie das Geschenkgeschäft der Marke in der Region.
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Das Netz hatte zuletzt stark geschrumpft: von über 550 Standorten im Jahr 2019 auf rund 171 im Mai 2026. General Mills behält das Supermarkt- und Foodservice-Geschäft in China — Segmente mit höherer Profitabilität und geringerem Kapitalbedarf.
Analysten sehen weiteres Abwärtspotenzial
Die Reaktion der Finanzbranche fällt wenig ermutigend aus. Bernstein und UBS haben beide ein "Sell"-Rating ausgegeben. JPMorgan senkte sein Kursziel auf 31 US-Dollar. Goldman Sachs bleibt bei "Neutral" mit einem Ziel von 36 US-Dollar — und selbst das liegt deutlich über dem aktuellen Niveau.
Denn die Aktie schloss zuletzt bei 27,71 Euro, nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 27,35 Euro. Der RSI liegt bei 27,3 — technisch klar überverkauft. Analysten rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Gewinnrückgang je Aktie von rund sechs Prozent sowie schrumpfenden Umsätzen.
Hinzu kommt: Die Leerverkäufe haben zuletzt um mehr als 17 Prozent zugenommen und machen nun rund 8,67 Prozent des Streubesitzes aus. Quartalszahlen, die mehr Klarheit über den Umbaufortschritt liefern könnten, werden erst im Laufe des Sommers erwartet.
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