Berlin und London arbeiten bei seltenen Erden zusammen
27.04.2026 - 14:40:18 | dpa.de"Seltene Erden bilden das Fundament eines Großteils der wirtschaftlichen Sicherheit, die wir benötigen", sagte der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Sie untermauern viele der künftigen wirtschaftlichen Wachstumssektoren - sei es im Technologiebereich, etwa bei den Mobiltelefonen, die wir nutzen, sei es bei medizinischen Geräten oder auch bei gesellschaftlich wichtigen Produkten aller Art."
Kyle und seine deutsche Kollegin Katherina Reiche (CDU) wollten auf dem deutsch-britischen Wirtschaftsgipfel eine Strategievereinbarung unterzeichnen. Seltene Erden stecken in allerlei täglichen Gebrauchsgegenständen wie Smartphones, Laptops und Fernsehern. Zudem werden sie für E-Auto-Batterien, Künstliche Intelligenz und auch moderne Waffensysteme benötigt. Marktführer China hatte im April 2025 im Handelsstreit mit den USA sieben seltene Erden und daraus verfertige Magneten mit Exportkontrollen belegt und Europa damit seine Abhängigkeit aufgezeigt.
Ziel: Strategische Reserven aufbauen
Sowohl Großbritannien als auch Deutschland würden seltene Erden fördern, wenn auch bei weitem nicht in den Mengen wie China, sagte Kyle. "Was man bei China und anderen Nationen beobachten konnte, ist vor allem das Bestreben, sich diese Rohstoffe zu sichern und entsprechende Reserven aufzubauen." Die neue Erklärung beinhalte konkrete Zusagen bei der Exploration und lege Handlungsschritte fest, um die Versorgungssicherheit beider Länder zu festigen.
"Meiner Ansicht nach ist es für unsere beiden Länder - ganz logisch betrachtet - genau der richtige Schritt, gemeinsam zu prüfen, wie wir unsere jeweiligen Ansätze aufeinander abstimmen können", sagte Kyle. "Wir können das Fundament für langfristige Widerstandsfähigkeit legen und diesen Ansatz selbstverständlich auch auf weitere Partnerschaften übertragen."
Der deutsch-britische Wirtschaftsgipfel baut auf dem im Juli 2025 unterschriebenen Kensington-Vertrag beider Staaten auf, mit dem schrittweise eine vertiefte Zusammenarbeit in Verteidigung, Sicherheit, Wirtschaft, Gesundheit und Kultur vereinbart wurde.
"Paneuropäischer Megakonzern ist möglich"
Auch bei Künstlicher Intelligenz wollen beide Länder enger zusammenarbeiten. So schließt sich Großbritannien der EU AI Champions Initiative an, die Großkonzerne und Tech-Start-ups zusammenbringt.
Es sei unwahrscheinlich, dass ein europäisches Land einen Megakonzern mit Billionenumsatz hervorbringe wie die USA, sagte Kyle. "Wenn wir aber einen paneuropäischen Ansatz dafür entwickeln, wie wir Innovation und Kommerzialisierung in diesem Maßstab unterstützen, dann bin ich davon überzeugt, dass wir dies bewältigen können." Dies ließe sich innerhalb eines verhältnismäßig kurzen Zeitraums realisieren. "Doch dieser Funke muss von gleichgesinnten Ländern ausgehen, die einen gemeinsamen Ehrgeiz teilen", sagte der Minister.
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