Geldautomaten-Betrüger nutzen neue Ablenkungsmasche
13.02.2026 - 23:42:12Eine neue Welle von Trickdiebstählen an Geldautomaten beunruhigt die Polizei in Hessen und Rheinland-Pfalz. Kriminelle erbeuten mit einer ausgeklügelten Ablenkungstaktik hohe Bargeldsummen. Die Täter haben es gezielt auf ältere Menschen abgesehen.
Die Masche folgt einem klaren Muster: Ein Komplize späht die PIN-Eingabe des Opfers aus. Ein zweiter Täter lenkt die Person dann ab – etwa indem er einen Geldschein fallen lässt. In diesem Moment wird die echte Bankkarte aus dem Automaten gezogen und gegen eine wertlose ersetzt. Der Diebstahl fällt oft erst auf, wenn das Konto leer ist.
So gehen die Trickdiebe vor
Seit Ende Januar registrierte die Polizei im Kreis Groß-Gerau sieben solcher Fälle. In Rheinland-Pfalz wurden am 6. und 9. Februar zwei Seniorinnen im Alter von 82 und 89 Jahren Opfer. Die Ermittler gehen von derselben Tätergruppe aus.
Gesucht wird ein etwa 30 bis 35 Jahre alter, schlanker Mann mit österreichischem Akzent. Er war komplett schwarz gekleidet. Die Taktik bleibt immer gleich: PIN ausspähen, Opfer ablenken, Karte entwenden. Manchmal manipulieren die Täter auch Kontoauszugsdrucker, um die Verwirrung zu vergrößern.
Altbekannte Gefahren: Skimming und Cash-Trapping
Neben der neuen Ablenkungsmasche warnen Experten weiter vor technischen Manipulationen:
- Skimming: Kriminelle bringen manipulierte Lesegeräte an Automaten an, um Kartendaten zu kopieren. Minikameras zeichnen die PIN auf. Moderne EMV-Chips erschweren dies in Europa, aber die Daten werden für Kartendubletten im Ausland genutzt.
- Cash-Trapping: Eine täuschend echte Blende mit Klebefolie wird über dem Geldausgabeschacht angebracht. Die Scheine bleiben hängen, das Opfer geht von einer Störung aus. Die Täter holen das Geld später ab.
Das rät die Polizei zum Schutz
Angesichts der Betrugswelle gibt die Kriminalpolizei klare Verhaltensregeln:
- PIN-Eingabe immer abdecken – mit der freien Hand oder einem Gegenstand.
- Abstand halten und aufdringliche Personen höflich zurückweisen.
- Nicht ablenken lassen. Bei Gesprächsversuchen die Transaktion sofort abbrechen.
- Automaten prüfen auf lose Teile oder ungewöhnliche Aufsätze.
- Bei Störungen vor Ort bleiben und sofort die Bank oder Polizei (110) informieren.
- Karte sofort sperren (116 116) und Anzeige erstatten.
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Warum der Mensch das größte Risiko ist
Die Zunahme sozialer Manipulation zeigt eine strategische Anpassung der Kriminellen. Der EMV-Chip erschwert technisches Skimming, also nutzen Täter nun die Hilfsbereitschaft und Arglosigkeit ihrer Opfer. Das überregionale Vorgehen deutet auf organisierte, mobile Gruppen hin.
Technische Sicherheit allein reicht nicht. Das Verhalten der Bankkunden ist ein entscheidender Faktor im Kampf gegen Betrug.
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