Gehirntraining, Methode

Gehirntraining: Nur eine Methode senkt Demenzrisiko um 25 Prozent

14.02.2026 - 06:10:12

Eine Langzeitstudie belegt, dass gezieltes Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit das Demenzrisiko deutlich reduziert. Herkömmliche Gedächtnisübungen zeigen diesen Effekt nicht.

Eine 20-jährige Studie liefert erstmals robuste Beweise: Spezifisches kognitives Training kann das Demenzrisiko deutlich senken – herkömmliche Gedächtnisspiele hingegen nicht.

Veröffentlicht im Fachjournal Alzheimer’s & Dementia, zeigen die neuen Daten aus der Langzeitstudie ACTIVE einen klaren Zusammenhang. Demnach reduzierte ein gezieltes Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit das Risiko einer späteren Demenzdiagnose bei gesunden Senioren um bis zu 25 Prozent. Gedächtnis- oder Logikübungen zeigten diesen Langzeiteffekt nicht.

Der entscheidende Unterschied: „Speed of Processing“

Das erfolgreiche Training unterscheidet sich fundamental von Kreuzworträtseln oder Sudoku. Beim „Speed of Processing“ müssen Nutzer ein zentrales Objekt identifizieren, während sie gleichzeitig ein peripheres Ziel am Bildschirmrand im Blick behalten.

  • Die Übungen werden sukzessive schwieriger: Die Einblendzeit verkürzt sich, der Hintergrund wird komplexer.
  • Das Ziel ist, die Geschwindigkeit und Genauigkeit der visuellen Informationsverarbeitung im Gehirn zu steigern.

Die Analyse von Medicare-Daten über 2.800 Teilnehmern über zwei Jahrzehnte belegt die Wirkung. Die Gruppe mit diesem speziellen Training erkrankte deutlich seltener an Demenz. Forscher der Johns Hopkins University sehen darin einen Meilenstein für die nicht-medikamentöse Prävention.

Kleiner Aufwand, große Langzeitwirkung

Die ACTIVE-Studie startete bereits Ende der 1990er Jahre mit gesunden Teilnehmern über 65. Sie gilt als Goldstandard der Forschung. Bemerkenswert ist das Verhältnis von Training und Nutzen:

  • Das ursprüngliche Training umfasste nur 10 bis 14 Stunden über wenige Wochen.
  • Teilweise folgten kurze Auffrischungen in den Folgejahren.
  • Der präventive Effekt dieser vergleichsweise geringen Dosis war noch nach 20 Jahren messbar.

Die Forscher betonen: Die positiven Ergebnisse gelten spezifisch für dieses Geschwindigkeitstraining. Sie sind nicht pauschal auf den gesamten Markt der „Gehirntraining-Apps“ übertragbar.

Biochemische Bestätigung aus neuerer Forschung

Die Langzeitdaten werden durch jüngere Studien gestützt. Bereits im Oktober 2025 wies ein Team der McGill University nach, dass ein zehnwöchiges Training mit der App BrainHQ – basierend auf dem ACTIVE-Prinzip – die cholinerge Funktion im Gehirn älterer Erwachsener verbesserte.

Diese biochemische Bestätigung vervollständigt das Bild: Das richtige Training kann physiologische Veränderungen anstoßen, die die Widerstandsfähigkeit des Gehirns erhöhen.

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Was bedeutet das für den Markt und Verbraucher?

Die neuen Erkenntnisse werden den Markt für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) beeinflussen. Anbieter dürften ihre Produkte stärker an den nun validierten „Speed of Processing“-Mechaniken ausrichten.

Für Verbraucher bietet sich eine klare Orientierung: Nicht jedes „Gehirnjogging“ hält, was es verspricht. Wissenschaftlich fundiert sind vor allem Übungen, die schnelle visuelle Erfassung und geteilte Aufmerksamkeit fordern – nicht statische Merkaufgaben.

Angesichts steigender Demenzzahlen hat eine kostengünstige, digitale Präventionsmaßnahme mit solch klarer Evidenz enormes Potenzial. Es bleibt abzuwarten, wann Krankenkassen und Gesundheitspolitik reagieren und solche Programme in die Vorsorge integrieren.

@ boerse-global.de

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