Gehirntraining-Apps: Milliardenmarkt mit offener Wirksamkeitsfrage
27.02.2026 - 00:00:45 | boerse-global.deDer Markt für Gehirntraining-Apps boomt und könnte bis 2032 auf 70 Milliarden Dollar wachsen. Doch die Wissenschaft streitet: Hält die milliardenschwere Versprechung einer besseren Denkleistung im Alltag, was sie verspricht?
Der große Zweifel: Hilft das Training wirklich im echten Leben?
Die zentrale Frage ist die nach dem „Transfereffekt“. Werden Nutzer tatsächlich im Alltag schlauer, oder trainieren sie nur für die Spiele in der App? Die Forschung gibt hier keine klare Antwort. Bereits 2014 warnten führende Wissenschaftler vor übertriebenen Werbeversprechen. Ihr Verdacht: Nutzer verbessern sich zwar in den App-Aufgaben, der Effekt verpufft aber jenseits des Bildschirms.
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Diese grundsätzliche Skepsis hält bis heute an. Die Branche baut auf das Prinzip der Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Übung zu verändern. Die Kritik lautet jedoch, dass diese Veränderungen oft zu spezifisch sind.
Wo die Apps punkten können: Personalisierung als Schlüssel
Trotz der Kontroverse gibt es Lichtblicke. Studien zeigen, dass gezieltes Training das Arbeitsgedächtnis und die Verarbeitungsgeschwindigkeit steigern kann. Entscheidend scheint die Qualität der App zu sein.
Apps, die auf künstlicher Intelligenz setzen und das Training individuell anpassen, erzielen tendenziell bessere Ergebnisse. Ein Beleg für den therapeutischen Wert ist die Anerkennung im Gesundheitswesen. Die App „NeuroNation MED“ ist in Deutschland als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) verschreibbar – die Kosten übernehmen die Krankenkassen.
Die größere Wahrheit: Kein App-Ersatz für ein aktives Leben
Experten sind sich einig: Die effektivste Strategie für ein fittes Gehirn ist kein digitales. Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, sozialen Kontakten und dem Erlernen neuer Fähigkeiten bildet die unverzichtbare Basis.
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Soziale Interaktion rückt besonders in den Fokus. Chronische Einsamkeit gilt als signifikanter Risikofaktor für kognitiven Abbau. Das Gehirn ist ein soziales Organ – es braucht den Austausch. Ein Buchclub oder ein Tanzkurs könnte demnach mehr bringen als stundenlones Training in einer isolierten App.
Wohin steuert der Milliardenmarkt?
Die Entwicklung geht hin zu stärkerer Personalisierung und der Verknüpfung mit Wearables. Doch für Verbraucher bleibt die Aufgabe, kritisch zu bleiben. Die vielversprechendste Formel kombiniert beides: gezieltes, wissenschaftlich fundiertes Training am Bildschirm und ein reichhaltiges, aktives Leben abseits davon.
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