Vernova, Aktie

Ge Vernova Aktie: Prognose steigt, Gewinn enttäuscht

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 19:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ge Vernova verzeichnet Rekordaufträge und hebt Prognose an, enttäuscht aber mit dem Gewinn. Die Aktie fällt deutlich.

Ge Vernova Aktie: Rekordaufträge trotz Gewinnenttäuschung
Moderne Windkraftanlagen auf hoher See bei Sonnenuntergang als Symbol für die Energiewirtschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rekordauftragsbuch, angehobene Jahresprognose – und trotzdem ein Kursrutsch. Bei Ge Vernova klafft im zweiten Quartal 2026 die Wahrnehmung zwischen operativer Stärke und tatsächlicher Gewinnentwicklung deutlich auseinander. Die Aktie fiel vorbörslich zunächst rund vier Prozent, im weiteren Handelsverlauf weitete sich das Minus zeitweise auf bis zu acht Prozent aus.

Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar. Der Auftragseingang schoss sogar um 88 Prozent auf 24,2 Milliarden Dollar nach oben, der Auftragsbestand erreichte mit 176 Milliarden Dollar einen neuen Höchstwert. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 649 Millionen Dollar, nach 492 Millionen Dollar im Vorjahr – eigentlich ein solides Ergebnis, das aber unter den Erwartungen der Analysten lag.

Gasturbinen und Netztechnik tragen, Wind bremst

Das Geschäft mit Gasturbinen bleibt der Wachstumsmotor: Die Sparte Power verzeichnete einen Auftragssprung von 134 Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar, der Backlog stieg auf 111,6 Milliarden Dollar. Auch die Elektrifizierungssparte legte kräftig zu, getrieben von Nachfrage nach Umspannwerken, Schaltanlagen und Transformatoren – hier wirkt zusätzlich die Übernahme von Prolec GE.

Die Windkraftsparte bleibt dagegen die Problemzone. Der Auftragseingang brach um rund 40 Prozent ein, vor allem bei Landturbinen in Nordamerika. Der operative Verlust wuchs von 165 auf 275 Millionen Dollar, für das Gesamtjahr rechnet das Management in diesem Segment mit einem Ebitda-Verlust von etwa 400 Millionen Dollar.

Angehobene Prognose kann Gewinnsorgen nicht zerstreuen

Das bereinigte Ebitda verbesserte sich auf 1,25 Milliarden Dollar, fiel damit aber minimal schwächer aus als von Analysten erwartet. Für das Gesamtjahr erhöhte GE Vernova die Umsatzprognose auf 45,5 bis 46,5 Milliarden Dollar. Deutlich kräftiger fällt die Anhebung beim freien Mittelzufluss aus: Statt 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar sollen nun 11,5 bis 12,5 Milliarden Dollar erreicht werden. Die Marge blieb bei 12 bis 14 Prozent unverändert.

Parallel dazu kaufte der Konzern im laufenden Jahr bereits Aktien im Wert von 3,7 Milliarden Dollar zurück und verfügt über rund 13 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln. Konzernchef Scott Strazik verwies auf die "frühen Phasen eines mehrjährigen Investitionszyklus" bei der Stromversorgung, getrieben von Rechenzentren und Elektrifizierung.

Für das dritte Quartal erwartet das Management bei Power ein organisches Umsatzwachstum von 17 bis 19 Prozent, bei Electrification liegt die Zielspanne bei 3,8 bis 4,0 Milliarden Dollar Umsatz. Die Windsparte soll dann nahezu die Gewinnschwelle erreichen. Ob die zweite Jahreshälfte die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt, dürfte über die weitere Kursrichtung entscheiden.

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