Gartner warnt: KI-Fehler drohen G20-Staat lahmzulegen
14.02.2026 - 06:55:12Eine einfache Fehlkonfiguration in einem KI-System könnte bis 2028 die kritische Infrastruktur eines G20-Staates kollabieren lassen. Diese alarmierende Prognose des Analysehauses Gartner verlagert den Fokus von externen Cyberangriffen auf interne, oft unbeabsichtigte Fehler. Die nächste große Krise droht nicht durch Hacker, sondern durch gut gemeinte technische Eingriffe.
Die Achillesferse: Wenn KI die physische Welt steuert
Im Visier der Experten stehen cyber-physische Systeme. Diese verbinden die digitale mit der realen Welt und steuern etwa Stromnetze, Wasserwerke oder Produktionsanlagen. In diesen hochvernetzten Umgebungen genügt bereits ein falsches Update-Skript oder eine verrutschte Dezimalstelle, um eine Katastrophe auszulösen.
Ein anschauliches Beispiel sind moderne Stromnetze. KI-Modelle balancieren hier in Echtzeit Erzeugung und Verbrauch. Ein fehlkonfiguriertes Vorhersagemodell könnte normale Schwankungen als Krise fehlinterpretieren – und vorsorglich ganze Stadtteile vom Netz nehmen. Experten fordern daher robuste Notabschaltungen, die nur autorisiertem Personal zugänglich sind.
Schatten-KI vergrößert die Angriffsfläche
Das Problem verschärft sich durch die rasante, oft unkontrollierte Integration von KI. Eine aktuelle Analyse fand in Unternehmen fast 970 sicherheitsrelevante Schwachstellen in KI-Systemen. Oft wird KI als „Schatten-IT“ in Fachabteilungen eingeführt – ohne zentrale Aufsicht und mit massiven Sicherheitslücken.
Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einem weiteren Risiko: systematische Verzerrungen in KI-Modellen. Solche „Biases“ aus unausgewogenen Trainingsdaten sind nicht nur ethisch problematisch. Sie können gezielt für „Poisoning-Angriffe“ genutzt werden, um Systeme zu manipulieren. Besonders riskant ist das, wenn KI über Sicherheit oder Ressourcenverteilung entscheidet.
EU und Deutschland verschärfen die Regeln
Gesetzgeber weltweit reagieren auf die wachsende Gefahr. Initiativen wie der EU AI Act und das geplante deutsche KRITIS-Dachgesetz sollen verbindliche Mindeststandards für KI in kritischen Sektoren schaffen. Betreiber werden stärker in die Pflicht genommen, die Sicherheit und Nachvollziehbarkeit ihrer Systeme zu gewährleisten.
Wer die neuen Anforderungen des EU‑AI‑Acts richtig umsetzen will, findet einen praktischen Umsetzungsleitfaden als kostenlosen Download. Der kompakte E‑Book‑Guide erklärt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und die notwendigen Dokumentations‑ und Nachweispflichten – ideal für Unternehmen, die ihre KI-Systeme rechtssicher betreiben möchten. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur KI‑Verordnung herunterladen
International gibt es Bestrebungen zur Standardisierung. Die US-Behörde CISA und neun Partner, darunter das BSI, haben bereits Empfehlungen für sichere KI-Integration veröffentlicht. Ein Kernprinzip ist „Security by Design“: Sicherheit muss von Anfang an in Entwicklung und Betrieb einfließen. Dazu gehört auch Transparenz in der Lieferkette, etwa durch eine detaillierte Auflistung aller Software-Komponenten.
Branche zeigt sich verunsichert
Die Risikolandschaft verschiebt sich signifikant. Neben staatlichen Hackern und Cyberkriminellen rücken nun interne, nicht böswillige Fehler in den Fokus. Die Komplexität der Systeme macht eine vollständige Absicherung nahezu unmöglich.
Eine Studie des IT-Verbands ISACA offenbart die Verunsicherung in der Branche. Nur 14 Prozent der europäischen Cybersicherheitsexperten fühlen sich sehr gut auf KI-Risiken vorbereitet. Über die Hälfte sieht KI-gestützte Bedrohungen als größte Sorge für 2026.
KI als Risiko und Teil der Lösung
Die Zukunft unserer Infrastruktur hängt davon ab, wie KI-Effizienz mit robuster Sicherheit vereinbar wird. Ein Paradigmenwechsel ist nötig: von reaktiver Abwehr hin zu proaktivem Resilienz-Management. Investitionen in Überwachung, Ausfallsicherheit und Fachkräfte-Schulung sind unerlässlich.
Doch KI ist nicht nur das Problem. Neue Modelle zeigen beeindruckende Fähigkeiten bei der automatisierten Suche nach Sicherheitslücken in altem Code. Diese duale Rolle – als Risiko und Lösung – wird die Cybersicherheitsstrategien der kommenden Jahre prägen. Der Aufbau vertrauenswürdiger, nachvollziehbarer KI-Systeme ist die zentrale Herausforderung für unsere digitale Zukunft.
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