Gardia, Millionen

Gardia sichert sich 8,5 Millionen Euro für Notruf-Armband

05.02.2026 - 19:57:12

Das Berliner Health-Tech-Startup Gardia erhält frisches Kapital für sein diskretes Notrufsystem. Das Armband mit KI-Sturzerkennung wird von Krankenkassen erstattet und soll europaweit wachsen.

Das Berliner Health-Tech-Startup Gardia erhält frisches Kapital, um sein diskretes Notrufsystem für Senioren in ganz Europa zu verbreiten. Eine 8,5-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde soll das Wachstum beschleunigen.

Geführt vom europäischen Venture-Capital-Geber Peak, fließt das Geld in die Expansion im DACH-Raum und die Entwicklung einer 4G-Nachfolgeversion des Armbands. Mitinvestoren sind der Corporate Venture Studio amberra der Cooperative Financial Group und der Accelerator butterfly & elephant von GS1 Germany. Auch bestehende Investoren wie BONVENTURE und Dieter von Holtzbrinck Ventures beteiligten sich erneut – ein starkes Vertrauensvotum.

Der Markt drängt: In Deutschland erleiden schätzungsweise 5,7 Millionen Menschen über 65 jedes Jahr einen Sturz. Oft können sie nicht mehr aufstehen oder Hilfe rufen. Gardias Lösung setzt genau hier an.

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Die Technik: Sicherheit ohne Smartphone

Das Kernstück ist ein wasserdichtes Armband, das wie eine diskrete Uhr getragen wird. Der große Unterschied zu vielen Konkurrenzprodukten: Es benötigt kein gekoppeltes Smartphone. Das Gerät funktioniert eigenständig als Notruf-Handy mit GPS-, Mobilfunk- und WLAN-Ortung.

Die entscheidende Innovation ist eine proprietäre KI-Algorithmus zur automatischen Sturzerkennung. Sensoren im Armband analysieren Bewegungsdaten und lösen im Fall der Fälle selbstständig einen Alarm aus – auch wenn die Person bewusstlos ist. Eine einfache Ein-Knopf-Bedienung und eine Akkulaufzeit von bis zu 21 Tagen runden das nutzerfreundliche Konzept ab.

„Viele bestehende Systeme werden als stigmatisierend oder zu kompliziert empfunden“, erklärt Mitgründer Marlon Besuch den Ansatz. Die persönliche Erfahrung mit Stürzen in der eigenen Familie habe ihn und Michael Hummels zur Gründung bewegt.

Wachstumsplan: DACH, 4G und Krankenkassen

Das frische Kapital hat klare Verwendungszwecke. Neben der geografischen Expansion steht die Entwicklung eines 4G-fähigen Nachfolgemodells im Fokus. Dies ist notwendig, da die europäischen Mobilfunknetze die veralteten 2G-Standards nach und nach abschalten.

Ein weiterer Hebel sind B2B-Partnerschaften mit Krankenhäusern, Pflegediensten und Versicherern. Gardia sieht traditionelle Notrufanbieter nicht nur als Konkurrenz, sondern auch als potenzielle Integrationspartner. Ein entscheidender Vorteil: Die Kosten für das Gardia-System werden von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland erstattet. Diese Kostendeckung soll die Hürde für Nutzer senken und die Kundenbindung stärken.

Demografisch spielt das Unternehmen in einer Wachstumsbranche. In der EU leben derzeit etwa 97 Millionen Menschen über 65. Diese Zahl wird im nächsten Jahrzehnt voraussichtlich auf über 110 Millionen steigen. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel in der Pflege. Technologien, die ein sicheres, selbstbestimmtes Leben zu Hause ermöglichen, werden daher immer gefragter sein.

Gardias Mission geht über die reine Notruf-Funktion hinaus. Es geht darum, eine Technologie zu etablieren, die Sicherheit mit einem Stück zurückgewonnener Autonomie verbindet – und die vielleicht eines Tages so selbstverständlich getragen wird wie ein modernes Fitness-Armband.

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