Gap Aktie: Zollbremse schlägt zu
06.03.2026 - 01:09:13 | boerse-global.deGap Inc. hat am gestrigen Donnerstag die Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 vorgelegt – und die fielen durchwachsen aus. Der Umsatz kletterte um 2,2 Prozent auf 4,23 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie lag bei 0,45 Dollar und traf damit die Erwartungen der Analysten. Dennoch reagierte die Börse prompt: Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel 1,93 Prozent und schloss bei 27,60 Dollar.
Der Grund für die verhaltene Reaktion? Die Margen gerieten unter Druck. Die Bruttogewinnmarge sank im vierten Quartal um 80 Basispunkte auf 38,1 Prozent. Verantwortlich dafür waren hauptsächlich Zollkosten, die mit rund 200 Basispunkten auf die Marge drückten. Ohne diese Belastung hätte Gap sogar eine Verbesserung von etwa 120 Basispunkten erzielt.
Starkes Wachstum bei Gap und Banana Republic
Trotz der Margendämpfer zeigt sich das operative Geschäft robust. Gap Inc. verzeichnete das achte Quartal in Folge positive vergleichbare Verkäufe – ein Zeichen, dass die Transformationsstrategie des Konzerns greift. Besonders die Kernmarke Gap brillierte mit einem Umsatzplus von 8 Prozent und vergleichbaren Verkäufen von plus 7 Prozent. Das war bereits das neunte Quartal in Folge mit Zuwächsen.
Auch Banana Republic lieferte solide ab: Die vergleichbaren Verkäufe stiegen um 4 Prozent, der Gesamtumsatz legte um 1 Prozent auf 549 Millionen Dollar zu. Old Navy, die größte Marke im Portfolio, wuchs ebenfalls um 3 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Nur Athleta enttäuschte weiterhin: Die Sportmarke musste ein Minus von 10 Prozent bei den vergleichbaren Verkäufen hinnehmen.
Kassenbestand auf 20-Jahres-Hoch
Die Bilanz von Gap Inc. zeigt sich in blendender Verfassung. Der Konzern schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Kassenbestand von 3 Milliarden Dollar ab – der höchste Wert seit fast zwei Jahrzehnten. Im Gesamtjahr erwirtschaftete Gap 1,3 Milliarden Dollar aus dem operativen Geschäft und generierte einen freien Cashflow von 823 Millionen Dollar.
Diese finanzielle Stärke nutzt das Management nun offensiv: Der Verwaltungsrat genehmigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde Dollar und erhöhte die Quartalsdividende um 6 Prozent auf 0,175 Dollar je Aktie. Zudem kündigte Gap an, im Geschäftsjahr 2026 rund 650 Millionen Dollar in Technologie, Läden und die Lieferkette zu investieren.
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Ausblick mit Vorsicht
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet Gap mit einem Umsatzwachstum von 2 bis 3 Prozent. Die Bruttogewinnmarge soll stabil bleiben oder leicht zulegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird zwischen 2,20 und 2,35 Dollar erwartet, was einem Anstieg von 4 bis 10 Prozent entspricht.
Im ersten Quartal 2026 dürfte sich die Zollbelastung allerdings nochmals bemerkbar machen: Gap prognostiziert einen Rückgang der Bruttogewinnmarge um 150 bis 200 Basispunkte, wovon etwa 200 Basispunkte auf Zölle entfallen. Im Jahresverlauf sollen Beschaffungsstrategien diese Belastung jedoch ausgleichen, sodass die Zölle im Gesamtjahr neutral auf das Ergebnis wirken.
CEO Richard Dickson zeigte sich zuversichtlich: "Trotz der Zollherausforderungen bleiben wir unserem Ziel verpflichtet, durch strategische Investitionen und Markenstärke Wert für unsere Aktionäre zu schaffen." CFO Katrina O'Connell ergänzte, die starke Kassenposition biete Flexibilität, um wirtschaftliche Unsicherheiten zu meistern und in Wachstumschancen zu investieren.
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