GameStop, Aktie

GameStop Aktie: 125 Dollar für eBay

26.06.2026 - 12:40:02 | boerse-global.de

Ryan Cohen gibt milliardenschweres Bonuspaket auf, um die geplante eBay-Übernahme voranzutreiben. Der Deal stößt auf Skepsis bei Investoren und Analysten.

GameStop: CEO Ryan Cohen verzichtet auf Bonus für eBay-Übernahme
GameStop - Abstrakte Darstellung der Volatilität des Einzelhandelsaktienhandels mit verschwommenen digitalen Linien und dynamischen Lichtern. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ryan Cohen hat einen überraschenden Schachzug gemacht. Der GameStop-CEO verzichtet auf ein milliardenschweres Bonuspaket. Der Grund: Er will die Übernahme von eBay vorantreiben.

Der eBay-Coup

Der Verzicht betrifft ein erfolgsabhängiges Vergütungsprogramm im Wert von rund 35 Milliarden Dollar. Ende Juni 2026 zog Cohen die Pläne offiziell zurück. Die Botschaft ist klar: Das Management setzt alles auf die eBay-Übernahme.

GameStop hatte dem Online-Marktplatz ein unaufgefordertes Angebot von 125 Dollar je Aktie unterbreitet. Der Gesamtwert: rund 56 Milliarden Dollar. Der eBay-Verwaltungsrat lehnte ab – das Angebot sei weder glaubwürdig noch attraktiv. Cohen ließ durchblicken, dass er direkt auf die eBay-Aktionäre zugehen könnte.

Das Problem: GameStop selbst ist an der Börse nur rund zehn Milliarden Dollar wert, eBay kommt auf etwa 50 Milliarden. Die Finanzierungslücke soll eine Kreditzusage der TD Bank über 20 Milliarden Dollar schließen. Zudem will Cohen 500 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen beisteuern.

Die Pläne sind ambitioniert. GameStop will eBay in eine Plattform für digitale Gaming-Gegenstände verwandeln – von Spielfiguren bis zu virtuellen Waffen. Dazu gehören radikale Kostensenkungen, vor allem im Marketing, und der Ausbau von Live-Commerce. Wettmärkte sehen die Erfolgswahrscheinlichkeit des Deals bei gerade einmal 14 Prozent.

Reaktionen und Kursentwicklung

Die GameStop-Aktie notiert bei 18,44 Euro, ein Minus von 0,22 Prozent. Die 52-Wochen-Hoch von 24,30 Euro liegt 24 Prozent entfernt. Der RSI von 42,6 deutet auf eine Annäherung an den überverkauften Bereich.

Die Kritik an der eBay-Offensive kommt von prominenten Investoren. Michael Burry und Steve Eisman – bekannt aus der Finanzkrise – haben ihre GameStop-Anteile verkauft. Ihre Sorge: die Schuldenrisiken eines so großen Deals.

Hinzu kommt juristischer Gegenwind. Das Rentensystem von Pontiac hatte Klage gegen das Bonuspaket eingereicht. Der Bonus ist nun vom Tisch, die Klage könnte aber Folgen haben.

GameStop will in den kommenden Tagen eine detaillierte Präsentation zur Strategie vorlegen. Die Hauptversammlung ist für Juli 2026 angesetzt. Sie dürfte entscheiden, ob die Aktionäre Cohens Vision folgen – oder ob der eBay-Deal ein zu großer Brocken bleibt.

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