Fujikura Aktie: Patent EP 3796060 widerrufen
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 00:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein europäisches Patent ist futsch, ein chinesisches Joint Venture wird verkauft. Trotzdem bleibt Fujikura eine der spannendsten Aktien im Umfeld der KI-Infrastruktur. Die Woche zeigt: Auch nach einer fulminanten Rally gibt es Reibungspunkte.
Am Freitag legte die Aktie um 1,73 Prozent zu und schloss bei 28,28 Euro. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 2,88 Prozent zu Buche. Der Grund: Nach einem 30-Tage-Kurssprung von 26,79 Prozent kommt der Titel jetzt zur Ruhe.
Europäisches Patentamt kassiert Fujikura-Patent
Die Technische Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts hat am 24. Juni 2026 ein Urteil gefällt. Es ist rechtskräftig und nicht mehr anfechtbar. Das Patent EP 3796060, das bestimmte Glasfasertechnologien schützte, wurde vollständig widerrufen.
Konkurrent Sterlite Technologies Limited (STL) verkündete diesen Sieg am 10. Juli 2026. Vorausgegangen war ein langwieriger Rechtsstreit zwischen beiden Unternehmen. Die Entscheidung beendet zugleich einen Parallelprozess in Großbritannien – zugunsten von STL.
Fujikura verfügt weiterhin über ein breites Patentportfolio. Der Verlust dieses einen Patents entfernt aber eine rechtliche Hürde für Wettbewerber im europäischen Markt für KI-taugliche Digitalinfrastruktur.
Rückzug aus chinesischem Joint Venture
Am selben Tag verkündete Fujikura eine zweite wichtige Entscheidung. Der Konzern verkauft seinen Anteil an FiberHome Fujikura Optoelectronic Material Technology Co., Ltd. Zusammen mit der Tochter Fujikura (China) Co., Ltd. hält Fujikura 60 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen.
Der Deal hat ein Volumen von rund 500,24 Millionen Yuan, umgerechnet etwa 11,96 Milliarden Yen. Fujikuras direkter 40-Prozent-Anteil bringt 333,49 Millionen Yuan. Die restlichen 20 Prozent der China-Tochter gehen für 166,75 Millionen Yuan an den Käufer.
Käufer ist FiberHome Telecommunication Technologies Co., Ltd. – der ursprüngliche Gründungspartner des Joint Ventures. Der Vollzug ist für Ende September 2026 geplant. Das Management begründet den Schritt schlicht: Das 2005 gegründete Werk zur Herstellung von Glasfaser-Vorformen habe "seine Rolle erfüllt".
Der Ausstieg liest sich weniger dramatisch, als er zunächst wirkt. Er passt zu einer Neuausrichtung des Konzerns auf zukunftsträchtigere Geschäftsfelder.
Aktie in ruhigerem Fahrwasser
Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Wochen konsolidiert die Aktie nun. Anleger wägen offenbar den Patentverlust gegen die Erfolge des Konzerns in der Lieferkette für KI-Rechenzentren ab.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 47,7 Punkten – ein neutraler Wert. Die zuvor überkaufte Phase ist damit abgeklungen. Die 30-Tage-Volatilität bleibt jedoch mit 128,89 Prozent außergewöhnlich hoch.
Bei einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 44,20 Milliarden Euro bewegt Fujikura damit weiterhin viel Kapital. Die Marke von 28,28 Euro hielt am Freitag als Unterstützung. Solange Markt und Anleger die juristische Niederlage und den strategischen China-Ausstieg verdauen, dürften scharfe Kursausschläge aber die Regel bleiben.
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