Fujikura Aktie: 315 statt 460 Milliarden Yen bis 2028/ 29
23.05.2026 - 08:12:03 | boerse-global.deRekordzahlen, Rekordhoch – und dann der Absturz. Fujikura hat das beste Geschäftsjahr seiner Geschichte hingelegt, doch die Aktie fiel um 40 Prozent in nur vier Handelstagen.
Der Grund: ein Ausblick, der die Erwartungen des Marktes weit verfehlte.
Rekordzahlen, die nicht zählen
Für das Geschäftsjahr bis März 2026 meldet Fujikura Rekordwerte: Der Umsatz stieg auf 1,18 Billionen Yen – ein Plus von 21 Prozent. Der operative Gewinn legte um 39 Prozent auf 188,7 Milliarden Yen zu.
Der Konzerngewinn schnellte sogar um 73 Prozent nach oben auf 157,2 Milliarden Yen.
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Doch die Börse schaute nach vorn. Und da wurde es dünn.
Die Lücke, die alles erklärte
Fujikura legte einen mittelfristigen Plan vor: Für das Geschäftsjahr 2028/29 peilt das Management einen operativen Gewinn von 315 Milliarden Yen an. Die Analysten lagen mit ihren Schätzungen bei rund 460,5 Milliarden Yen.
Diese Lücke von rund 145 Milliarden Yen ließ die Aktie einbrechen.
Der Kurs fiel von 7.855 Yen auf 4.501 Yen. Der Börsenwert schmolz um mehr als 5,6 Billionen Yen. Ein 4,8-prozentiger Erholungsversuch am Donnerstag änderte daran wenig.
Hinzu kommt: Für das erste Halbjahr 2026/27 erwartet Fujikura nur ein Umsatzplus von 6,3 Prozent und einen Anstieg des operativen Gewinns um magere 2 Prozent.
Expansion trotz Kurschaos
Fujikura baut seine Produktionskapazitäten massiv aus. In den USA investiert das Unternehmen bis zu 260 Milliarden Yen, um die Glasfaserkabel-Produktion im Vergleich zu 2022 etwa zu vervierfachen.
Eine neue Fabrik am Standort Sakura Works in Japan entsteht für 40 Milliarden Yen. In Delaware gründet Fujikura eine hundertprozentige Tochtergesellschaft.
Die Nachfrage aus KI-Rechenzentren treibt den Ausbau. Allerdings sieht Morgan Stanley ein Risiko: Fujikura will weiterhin 15 bis 20 Prozent der Glasfaser extern zukaufen.
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Technologievorsprung und Aktionäre
Fujikura hält technologisch mit. Eine neue Kühllösung gewann einen Preis. Ein 1.728-Faser-Kabel mit doppelter Kerndichte zielt auf KI-Netzwerke. Dazu kommt eine Partnerschaft mit dem MIT.
Die Dividende wurde auf 225 Yen je Aktie verdoppelt. Die Ausschüttungsquote steigt von 30 auf 40 Prozent.
Die Analysten bleiben vorsichtig optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 6.950 Yen. Die Aktie ist trotz des Einbruchs auf Jahressicht noch 39,6 Prozent im Plus.
Die Spannung zwischen langfristiger KI-Infrastruktur-These und kurzfristiger Prognose-Enttäuschung dürfte die Aktie noch eine Weile begleiten.
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