Fujikura, Aktie

Fujikura Aktie: 2,97 Prozent Minus nach Hormuz-Blockade

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 19:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Fujikura-Aktie fällt nach Eskalation am Golf. Der Nikkei-Index rutscht unter die 70.000-Punkte-Marke, während der Ölpreis stark anzieht.

Fujikura Aktie: Geopolitischer Schock aus dem Nahen Osten
Ein dunkles, stürmisches Meer mit verschwommenen Industrieformen am Horizont, das geopolitische Spannungen und Handelsunsicherheit darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Krieg am Golf reicht bis nach Tokio. Fujikura, japanischer Hersteller von Glasfaserkabeln, verliert am Montag deutlich an Wert. Der Grund liegt nicht im Unternehmen selbst, sondern rund 8.000 Kilometer entfernt in der Straße von Hormuz.

Die Aktie fällt um 2,97 Prozent auf 27,44 Euro. Am Freitag hatte das Papier noch mit 28,28 Euro geschlossen. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 6,35 Prozent.

Nikkei rutscht unter die 70.000-Marke

Der Nikkei 225 schloss die Vormittagssession am 13. Juli bei 67.786,86 Punkten. Das sind 770,87 Punkte weniger als am vorherigen Handelstag. Erst in der Vorwoche hatte der Index kurz die Marke von 70.000 Punkten übersprungen.

Gewinnmitnahmen bei Halbleiterwerten breiteten sich am Montag rasch auf den breiteren Markt aus. Von 33 Sektoren an der Tokioter Börse gaben ausgerechnet die technologienahen nach: Elektrogeräte, Strom- und Gasversorger, Glas und Keramik, Nichteisenmetalle und Bauwirtschaft. Fujikura zählt zum Sektor Nichteisenmetalle und geriet mitten in diesen Abwärtsstrudel.

Ölpreis schießt nach Blockade-Drohung nach oben

Der eigentliche Auslöser sitzt am Persischen Golf. Präsident Donald Trump kündigte am Montag an, die USA würden erneut eine Seeblockade gegen Iran verhängen. Die Ölsorte Brent sprang daraufhin um 5,3 Prozent auf 80 US-Dollar je Barrel.

Iranische Staatsmedien meldeten, die Revolutionsgarde habe die Straße von Hormuz bis auf Weiteres geschlossen. Das US-Militär widersprach dieser Darstellung und erklärte, die Meerenge bleibe für alle Schiffe mit legitimer Durchfahrt offen. Am Sonntag flog das US-Militär eine weitere Angriffswelle gegen Iran, nachdem bereits am Samstag 140 Ziele getroffen worden waren.

Die Auswirkungen auf den Schiffsverkehr sind messbar. Zwischen Donnerstagabend und Freitagfrüh passierten nur sechs Schiffe die Straße von Hormuz. Zum Vergleich: Zu Monatsbeginn waren es täglich noch 18 bis 22 Durchfahrten, wie das Schifffahrts-Datenunternehmen Windward mitteilte.

Ein volatiler Sommer für Fujikura

Der Kursrutsch vom Montag reiht sich in einen ohnehin turbulenten Sommer ein. Auf 30-Tage-Sicht steht die Aktie trotz der jüngsten Verluste noch mit 14,79 Prozent im Plus – eine Erholung von den scharfen KI-bedingten Ausverkäufen Anfang des Monats. Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 45,9 und damit in neutralem Terrain.

Auffälliger ist die annualisierte 30-Tage-Volatilität: Sie liegt bei 129,23 Prozent. Diese Zahl zeigt, wie nervös der Markt das Unternehmen mittlerweile einpreist.

Der Grund dafür liegt im Geschäftsmodell selbst. Fujikuras Glasfaserkabel profitieren vom Ausbau der KI-Rechenzentren in den USA – das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite drücken steigende Energiepreise und die Unsicherheit im Nahen Osten nun auf die Stimmung in der gesamten technologienahen Zulieferkette Japans, zu der Fujikura zählt.

Die Aktie steht damit zwischen zwei Kräften, die sich schwer gegeneinander abwägen lassen: der strukturellen Nachfrage aus dem KI-Boom und der akuten geopolitischen Risikoscheu. Solange sich die Lage am Golf nicht entspannt, dürfte die zweite Kraft überwiegen. Der Nachmittagshandel in Tokio wird zeigen, ob sich die 70.000-Punkte-Marke im Nikkei als neue Widerstandslinie hält oder ob weitere Nachrichten aus der Straße von Hormuz den Ausverkauf verschärfen.

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