AKTIE, FOKUS

AKTIE IM FOKUS: Schott Pharma rutschen von Rekordtief zu Rekordtief - Downgrades

08.12.2025 - 11:57:53 | dpa.de

Für Anleger im Pharma-Verpackungsbereich sind die Zeiten am Montag düster geblieben.

Allen voran galt dies für die Aktien von Schott Pharma DE000A3ENQ51, die seit Anfang November immer neue Rekordtiefs markieren und ihre Talfahrt derzeit noch beschleunigen.

Am späten Donnerstag hatte der Pharmazulieferer seine Aktionäre mit schwachen Geschäftszielen erschreckt und den Aktien tags darauf den nächsten großen Rückschlag beschert. Dieser ging zum Wochenstart mit einem Kursrutsch um 6,2 Prozent auf 15,94 Euro ungebremst weiter. Anlass dazu gaben zwei Analysten-Abstufungen durch die Deutsche Bank und Barclays.

Der Schott-Schwäche nicht entziehen können sich am Montag auch die Titel des Konkurrenten Gerresheimer DE000A0LD6E6. Bei diesem machen die Anleger seit mehr als zwei Jahren eine Talfahrt mit, die auch durch zwischenzeitliche Übernahmespekulationen nicht unterbunden wurde. Die Aktien des Schott-Rivalen fielen am Montag um 2,2 Prozent auf 25,30 Euro und näherten sich damit wieder ihrem Tief seit 2010, das im November bei 23 Euro markiert worden war. Die Börsengeschichte von Gerresheimer ist allerdings auch schon deutlich länger als jene von Schott, die vor zwei Jahren erst begann.

Schott hatte in der vergangenen Woche seine Anleger enttäuscht mit einem Ausblick, der geprägt war von herrschender Marktunsicherheit. UBS-Experte Olivier Calvet hatte vor dem Wochenende schon darauf verwiesen, dass eine Nachfrage im Geschäft mit Spritzen ein neuer Aspekt schwacher Geschäfte sei. Zum Wochenbeginn gaben nun zwei Experten ihre ehemals positiven Einschätzungen für Schott auf. Beide zeigten sich verunsichert von der Situation bei Glasspritzen.

Falko Friedrichs von Deutsche Bank Research argumentierte für seine gestrichene Kaufempfehlung, dass die mittelfristigen Ziele stärker gesenkt wurden als gedacht. Eine noch größere Enttäuschung sei aber der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gewesen, der nicht nur für deutliche Korrekturen der Markterwartungen spreche, sondern auch für ein neuerliches Übergangsjahr. Dieses hatte der Firmenchef Andreas Reisse am Donnerstagabend auch explizit signalisiert mit der Aussage, 2026 werde sich sein Unternehmen in einem herausfordernden Marktumfeld bewegen.

Dieses Übergangsjahr thematisierte jetzt auch Pallav Mittal von der Barclays-Bank, der die Aktien nach "Overweight" nun ebenfalls neutral einstuft. Beide Analysten kürzten auch deutlich ihre Kursziele für Schott, im Falle von Barclays auf 15 Euro und im Falle der Deutschen Bank auf 19 Euro. Damit sieht zumindest Mittal noch etwas Risiko für die Schott-Anteile, die 2025 bislang fast 37 Prozent an Wert verloren haben. Seit dem Rekordhoch im Februar 2024 beträgt der Einbruch sogar mehr als 63 Prozent.

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