FTSE 100: Tech-Euphorie geht an London vorbei
02.06.2026 - 18:49:38 | boerse-global.deDer europäische Aktienmarkt zeigte sich heute gespalten — und der FTSE 100 spielte dabei klar die Nebenrolle. Während der EuroStoxx 50 auf einer Welle der Technologiebegeisterung über ein Prozent zulegte, schloss der britische Leitindex mit einem bescheidenen Plus von 0,33 Prozent bei 10.373,51 Punkten.
Gegenwind aus dem Ölsektor
Der Grund für das magere Abschneiden liegt auf der Hand: Der FTSE 100 ist traditionell stark mit Energie- und Rohstoffwerten bestückt — und fallende Ölpreise bremsten genau diese Titel aus. BP gehörte zu den schwächeren Werten des Tages, Imperial Brands und Haleon verloren ebenfalls rund ein bis zwei Prozent.
British American Tobacco war der auffälligste Verlierer. Die Aktie gab rund 2,5 Prozent nach, nachdem Analysten von RBC die gespaltene Entwicklung im laufenden Halbjahr hervorhoben: Das traditionelle Zigarettengeschäft läuft mäßig, während neuartige Produkte wie E-Zigaretten mit etwa 15 Prozent Umsatzwachstum glänzen. Für den Kurs war das keine überzeugende Bilanz.
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Minenaktien als Lichtblick
Auf der Gewinnerseite stachen Minenwerte heraus. Fresnillo, Antofagasta, Anglo American, Rio Tinto, Glencore und Endeavour Mining legten zwischen 1,5 und vier Prozent zu — getrieben von der allgemein freundlichen Stimmung an den globalen Märkten. Banktitel wie Barclays und Standard Chartered zogen ebenfalls spürbar an.
Frische Daten der Bank of England lieferten dabei Rückendeckung für die Gesamtstimmung: Die Zahl der Hypothekengenehmigungen für Hauskäufe stieg im April auf 65.900 — deutlich über den Erwartungen und der höchste Wert seit Januar 2025. Ein Zeichen, dass der britische Immobilienmarkt trotz der globalen Unsicherheiten Tritt fasst.
Nahostkonflikt ohne klare Richtung
Geopolitisch blieb die Lage unübersichtlich. US-Präsident Trump nannte die kommende Woche als möglichen Zeitpunkt für ein Rahmenabkommen mit dem Iran, das auch die Öffnung der Straße von Hormus einschließen soll. Der Iran seinerseits erklärte, seit mehreren Tagen fänden keine Verhandlungen mehr statt — ein Widerspruch, der Anleger sichtlich verunsicherte, aber nicht von Käufen abhielt.
Der FTSE 100 profitierte von der globalen Risikobereitschaft also nur in Maßen. Solange Öl- und Tabakwerte das Index-Bild prägen und die Tech-Rally vor allem auf dem Kontinent ankommt, bleibt London strukturell im Hintertreffen gegenüber dem EuroStoxx.
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