FTSE 100: Minenwerte treiben Erholung
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem schwachen Start dreht der britische Leitindex am Dienstagmittag ins Plus. Rohstoffkonzerne und Banken sorgen für den Umschwung, während politische Ankündigungen aus Downing Street die Stimmung zusätzlich stützen.
Der FTSE 100 kletterte von einem Tagestief bei 10.481,30 Punkten bis auf 10.566,49 Zähler und notierte kurz nach Mittag mit einem Plus von 0,18 Prozent bei 10.543,85 Punkten. Am Vortag hatte der Index noch 0,71 Prozent verloren — belastet von Nahost-Sorgen und der Ankündigung, dass Andy Burnham als siebter britischer Premierminister innerhalb von gut einem Jahrzehnt antritt. Burnhams Plan, Haushaltsenergiekosten durch die Streichung des Digital-ID-Programms zu senken, kam am Dienstag am Markt gut an.
Minen und Banken führen die Gewinner an
Bergbauwerte legten den Grundstein für die Erholung. Antofagasta sprang um knapp 4 Prozent, Endeavour Mining, Glencore und Fresnillo zogen um 2,7 bis 3 Prozent an. Anglo American gewann 2 Prozent, Rio Tinto 1,3 Prozent.
Im Bankensektor verbuchten Standard Chartered, HSBC, Lloyds und Barclays Kursgewinne zwischen 1 und 2 Prozent. Babcock International stach mit einem Plus von 5,7 Prozent heraus, Marks & Spencer legte 3,7 Prozent zu, BAE Systems gewann 2,5 Prozent. Kier Group kletterte fast 5 Prozent, nachdem der Baukonzern für das Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn am oberen Ende der Markterwartungen in Aussicht stellte.
Auf der Verliererseite traf es Segro mit einem Minus von 3,7 Prozent. Compass Group gab trotz starkem Umsatzwachstum im Quartal um 2,7 Prozent nach — ein Beispiel dafür, dass solide Zahlen allein nicht immer für Kursgewinne reichen. Personaldienstleister Sthree verlor rund 3 Prozent, nachdem der Halbjahresgewinn wegen schwacher Nachfrage in Deutschland und den Niederlanden um 75 Prozent einbrach.
Arbeitsmarktdaten geben Rückenwind
Die Zahlen vom Office for National Statistics fielen robuster aus als erwartet. Die Arbeitslosenquote verharrte in den drei Monaten bis Mai bei 4,9 Prozent — Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 5 Prozent gerechnet. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 4,7 Prozent.
Das Lohnwachstum ohne Bonuszahlungen blieb mit 3,4 Prozent stabil, inklusive Boni schwächte es sich leicht von 4,4 auf 4,3 Prozent ab. Ein stabiler Arbeitsmarkt bei moderatem Lohndruck gilt als günstige Kombination für die Bank of England — weder Rezessionssignal noch Inflationsgefahr.
Die Erholung am Dienstag zeigt, wie stark der Index derzeit auf politische Signale und Rohstoffpreise reagiert. Ob sich die Stabilisierung über die Woche hält, dürfte auch von der bevorstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank abhängen, die europaweit auf die Marktstimmung ausstrahlt.
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