Freddie Mac Aktie: Burry sieht 6- bis 7-faches Aufwärtspotenzial
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 21:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Seiner Analyse zufolge liegt das Schicksal von Freddie Mac (Federal Home Loan Mortgage Corporation) nahezu vollständig in den Händen der US-Administration unter Donald Trump. Dabei skizziert Burry ein extrem gegensätzliches Szenario für die Kursentwicklung: Sollte das US-Finanzministerium die ausstehenden Vorzugsaktien als bereits getilgt betrachten, könnten die Notierungen kurzfristig auf das Drei- bis Vierfache und langfristig auf das Sechs- bis Siebenfache steigen. Würden diese Ansprüche jedoch bestätigt, drohe ein Absturz der Aktie in den niedrigen einstelligen Bereich.
Entscheidung über Liquidationsvorzug als Kursbeschleuniger
Ein zentraler Faktor für die Bewertung ist der sogenannte Liquidationsvorzug der Senior Preferred Stocks, die vom US-Finanzministerium gehalten werden. Zum 31. März 2026 belief sich dieser Wert auf 143 Milliarden Dollar und stieg bis zum 30. Juni auf 146,6 Milliarden Dollar an. Michael Burry warnt davor, dass eine Entscheidung von Trump, diese Schulden in Höhe von nominal etwa 193 Milliarden Dollar für Fannie Mae und Freddie Mac zu erlassen, eine Krise am US-Wohnungsmarkt auslösen könnte.
Gleichzeitig hält das Finanzministerium Warrants für 79,9 Prozent der Stammaktien, die im September 2028 auslaufen. Diese Frist gilt am Markt als wahrscheinlicher Katalysator für eine endgültige Entscheidung über den Status des Unternehmens. Derzeit führen Freddie Mac und Fannie Mae ihre Gewinne nicht an das Finanzministerium ab, was den Aufbau von Eigenkapital ermöglicht, jedoch die komplexe Kapitalstruktur vorerst ungelöst lässt.
Privatisierungspläne und finanzielle Lage
Parallel zu den Marktspekulationen treibt die Regierung Pläne zur Privatisierung voran. Donald Trump schätzte den Wert von Fannie Mae und Freddie Mac im Juni 2026 auf zusammen rund eine Billion Dollar. Analysten von KBW halten dagegen eine Bewertung zwischen 200 und 250 Milliarden Dollar für realistischer. Ein Börsengang (IPO) wird im Rahmen dieser Neuausrichtung in Betracht gezogen.
Die operativen Zahlen von Freddie Mac zeigten zuletzt eine positive Tendenz. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Nettogewinn von 3,6 Milliarden Dollar, was einer Steigerung von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Nettovermögen belief sich Ende März 2026 auf 73,9 Milliarden Dollar. Dennoch bleibt die Kapitalbasis angesichts regulatorischer Anforderungen unter Druck: Das reguläre Kernkapital (CET1) lag zuletzt bei minus 18 Milliarden Dollar, während die angepasste Gesamtkapitalanforderung etwa 161 Milliarden Dollar beträgt.
Marktdaten und regulatorische Weichenstellungen
Die Aktie reagiert empfindlich auf die politischen Signale. Aktuell notiert der Wert bei 4,79 €, was einem Tagesverlust von 2,84 % entspricht. Seit Jahresbeginn hat das Papier 45,88 % an Wert verloren (YTD). Mit einem Kurs von 4,79 € liegt die Aktie deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 6,70 € (Abstand: -28,52 %) sowie unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 5,31 € (-9,83 %). Das 52-Wochen-Hoch wurde am 11. September 2025 bei 12,10 € markiert. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 3,36 Milliarden €.
Flankiert wird die Lage durch legislative Änderungen. Am 11. Juli 2026 trat der „21st Century ROAD to Housing Act“ in Kraft. Das Gesetz hebt unter anderem die siebenjährige Veräußerungspflicht für institutionelle Investoren auf. Zudem hat die Aufsichtsbehörde FHFA vorgeschlagen, den Begriff des „Reputationsschadens“ als Kriterium für die Suspendierung von Geschäftspartnern zu streichen, um die Regelungen an Vorgaben anderer Bankenregulierer anzugleichen. Die Kommentierungsfrist hierzu läuft bis zum 12. August 2026.
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