Fraunhofer, Roboter

Fraunhofer treibt kognitive Roboter für die Industrie 5.0 voran

13.04.2026 - 20:30:58 | boerse-global.de

Forschungseinrichtungen entwickeln menschenzentrierte KI und virtuelle Kollaborationstools, um die deutsche Industrie für die Zukunft zu rüsten. Neue Sicherheitstechnologien ermöglichen engere Mensch-Roboter-Interaktion.

Fraunhofer treibt kognitive Roboter für die Industrie 5.0 voran - Foto: über boerse-global.de

Die deutsche Industrie setzt auf lernende Roboter und virtuelle Welten, um den Fachkräftemangel zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Fraunhofer IAO arbeitet mit Hochdruck an der Integration von künstlicher Intelligenz in die Fabrikhallen.

KI-Innovationszentrum als Brücke zur Praxis

Seit seiner Gründung fungiert das KI-Innovationszentrum für lernende Systeme und kognitive Robotik als entscheidende Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und mittelständischen Unternehmen. In direkter Kooperation mit Industriepartnern entstehen Machbarkeitsstudien und Prototypen. Das Ziel ist klar: Es geht um vertrauenswürdige, menschenzentrierte KI, die von Beschäftigten akzeptiert wird. „Die volle Potenzialentfaltung der Robotik gelingt nur, wenn Menschen intuitiv und sicher mit den neuen Systemen interagieren können“, so die Forscher. Ein Schwerpunkt liegt daher auf Erklärbarkeit, Datenschutz und Robustheit der Technologien.

Anzeige

Während die technologische Entwicklung in der Robotik rasant voranschreitet, müssen Unternehmen auch die rechtlichen Leitplanken des EU AI Acts im Blick behalten. Dieser kostenlose Leitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der neuen KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Virtuelle Ingenieursarbeit im „Industriellen Metaverse“

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Industriellen Metaverse. Auf der Hannover Messe ab dem 20. April 2026 will das Institut neue Tools für virtuelle Kollaboration präsentieren. Herzstück ist die „Collaborative Powerwall“, eine Technologie, mit der mehrere Nutzer in Echtzeit mit dreidimensionalen Prototypen interagieren können. Entwicklungsprozesse werden so aus der zweidimensionalen Bildschirmwelt in einen maßstabsgetreuen Raum geholt.

Besonders innovativ sind die „Added Value Avatars“. Diese fotorealistischen KI-Avatare, gekoppelt mit Expertenwissen, ermöglichen es Messebesuchern und Ingenieuren, mit virtuellen Fachleuten komplexe Herausforderungen zu lösen. Diese immersiven Werkzeuge entwickeln sich laut Institutsleitung zu einem echten Wettbewerbsfaktor, da sie Wissenstransfer und Produktentwicklung beschleunigen.

Sicherheit für die direkte Mensch-Roboter-Kollaboration

Wo Roboter immer enger mit Menschen zusammenarbeiten, wird Sicherheit zur zentralen Frage. Forscher des kooperierenden Fraunhofer IFF haben die Sicherheitstechnologie PARU entwickelt. Sie projiziert sichtbare Lichtvorhänge und Schutzzonen direkt um einen Roboter. Diese Zonen passen sich dynamisch den Bewegungen der Maschine an und ermöglichen so eine engere Interaktion als bisherige Standards erlaubten.

Ergänzt wird dies durch die Software Computer-Aided Safety (CAS), die die Planung und Risikobewertung von Mensch-Roboter-Kollaborationen unterstützt. Auf Basis biomechanischer Studien mit über 100 Probanden wurden neue Grenzwerte für Geschwindigkeiten und Kollisionskräfte definiert. Diese kognitiven Fähigkeiten erlauben es Robotern nun, komplexe Aufgaben wie die Demontage von Elektroschrott zu übernehmen.

Europäische Allianz für eine wertebasierte KI

Eingebettet sind diese Entwicklungen in die europäische Forschungsinitiative euROBIN. Dieses Netzwerk aus über 30 Laboren schließt seine erste vierjährige Laufphase im Juni 2026 ab. Fraunhofer IAO und IPA waren maßgeblich beteiligt, insbesondere beim Transfer menschlicher Fähigkeiten auf Roboter und beim Einsatz für nachhaltige Produktionsziele.

Anzeige

Der Einsatz kognitiver Robotik und vernetzter Systeme in der Industrie 5.0 schafft nicht nur Effizienz, sondern bringt auch neue digitale Angriffsflächen mit sich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie aktuelle Cyberbedrohungen abwenden und Ihre IT-Infrastruktur ohne hohe Investitionen proaktiv schützen. IT-Sicherheit stärken ohne teure Investitionen: So schützen clevere Unternehmer ihre Firma vor Cyberangriffen

Der globale Markt für Industrieroboter verzeichnete zuletzt einen Rekordumsatz von über 16 Milliarden US-Dollar. Angetrieben wird dies durch hybride KI-Ansätze, die analytische und generative KI kombinieren. Die europäische Gemeinschaft arbeitet nun daran, die Lücke bei der Systemintegration zu schließen und ein Ökosystem zu fördern, das europäische Werte in der KI-Entwicklung verankert.

Ausblick: Roboter als adaptive Partner

Die Roadmap führt klar in Richtung Industrie 5.0, bei der Resilienz und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Für die zweite Hälfte des Jahres 2026 kündigt sich eine neue Horizon-Europe-Initiative mit einem Budget von 18 Millionen Euro an, die gezielt die europäische Systemintegration stärken soll.

Der nächste große Meilenstein ist die „Automatisierung der Automatisierung“: Systeme, die sich selbst konfigurieren, indem sie automatisch Greifer und Bewegungsabläufe auswählen. Die Roboter der Zukunft werden damit weniger starre Werkzeuge, sondern vielmehr adaptive Partner für die menschliche Belegschaft sein.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 69139766 |