AKTIEN IM FOKUS 2: Kursdebakel bei IBM nach Zahlen - Branche weltweit belastet
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 16:38 Uhr, dpa.de(neu: Kursentwicklung, mehr Details)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Enttäuschende Geschäftszahlen von IBM US4592001014 und zurückhaltende Aussagen des Chefs Arvind Krishna haben am Dienstag dessen Aktienkurs und auch die IT- und Software-Branche belastet. IBM brachen in den ersten Handelsminuten um mehr als 25 Prozent auf 215,67 US-Dollar ein, was dem höchsten Tagesverlust aller Zeiten für die Aktien entsprach.
Sie rutschten damit auf das Niveau von Mitte Mai ab, von dem sie sich zuletzt kräftig bis auf ein Rekordhoch bei 332,46 Dollar Anfang Juni erholt hatten. Dabei rissen die IBM-Aktien nun sämtliche relevante charttechnische Unterstützungen. Das Kursminus seit Jahresbeginn beträgt gut 27 Prozent.
Hierzulande fielen SAP DE0007164600-Aktien daraufhin am Nachmittag um 4,4 Prozent. Für Nemetschek ging es um 1,3 Prozent nach unten. In Paris verloren Capgemini FR0000125338 gut 3 Prozent.
Im frühen US-Handel rutschten außerdem Accenture IE00B4BNMY34 um mehr als 3 Prozent ab, ServiceNow US81762P1021 verloren fast 6 Prozent und Microsoft US5949181045 rund 2 Prozent.
Mit einem Umsatz von 17,2 Milliarden Dollar im zweiten Quartal hatte IBM die Konsensschätzung von 17,86 Milliarden Dollar um knapp vier Prozent verfehlt. Die Geschäfte seien schlechter gelaufen als erwartet, hieß es vom Top-Manager Arvind Krishna.
"In den letzten Juniwochen konnten wir beobachten, dass Kunden ihre vierteljährlichen Investitionen verstärkt auf den Kauf von Servern, Speichersystemen und Arbeitsspeicher verlagerten, um sich angesichts erwarteter Preiserhöhungen noch rechtzeitig mit der knappen Infrastruktur einzudecken", hieß es. "Diese Entwicklung wirkte sich auf das Kaufverhalten der Kunden aus."
Profiteure dieser Entwicklung könnten einige KI-Infrastrukturwerte sein. Jüngst hatten sich Aktien rund um Künstliche Intelligenz und Software-Titel meist gegenläufig entwickelt. In der Softwarebranche geht seit geraumer Zeit die Sorge vor Verdrängung durch KI-Tools um.
