AKTIE IM FOKUS 2: Beiersdorf-Zahlen und Ausblick enttäuschen Anleger
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 18:30 Uhr | dpa.de(neu: Verluste auf 2 Prozent reduziert, Jefferies, Henkel-Kurs)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Beiersdorf DE0005200000 haben am Montag mit einem deutlichen Kursrückgang auf die Quartalszahlen und einen eingetrübten Jahresausblick des Konsumgüterkonzerns reagiert. Sie fielen um bis zu 7,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Dabei unterschritten sie die 20-Tage-Linie und kurzzeitig auch die 50-Tage-Linie, die als eher kurzfristige Trendindikatoren angesehen werden.
Der erste Schock über die "Gewinnwarnung enormen Ausmaßes", wie Callum Elliott von Bernstein Research schrieb, ließ aber wieder etwas nach. Am Ende gingen die Aktien fast zwei Prozent tiefer bei 79,16 Euro aus dem Handel. Molly Wylenzek von Jefferies zeigte sich in einer Ersteinschätzung generell nicht überrascht, wobei auch sie betonte, dass die Kürzungen etwas stärker seien als erwartet. Titel des Konkurrenten Henkel legten dagegen am Montag um 0,8 Prozent zu.
Beiersdorf verzeichnete im zweiten Quartal eine deutlich abgeschwächte Nachfrage in seinem Konsumentengeschäft und senkte daher sein Umsatzziel für das laufende Jahr. Die Profitabilität (Ebit-Marge) sieht das Unternehmen nun bei mindestens 11,8 Prozent. Zuvor wurde hier ein leichter Rückgang zum Vorjahr mit 14 Prozent erwartet. Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz aus eigener Kraft, sprich bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte um 3,5 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis fiel von 836 auf 768 Millionen Euro.
Die Zahlen für das erste Halbjahr hätten die Prognosen verfehlt, allerdings nicht gravierend, schrieb Analyst James Edwardes Jones von der kanadischen Bank RBC. Über einen weiteren Rücksetzer für die Erwartungen sei bereits viel diskutiert worden, nun sei er da.
Der Bernstein-Analyst Elliott rechnete vor, dass der Analystenkonsens in der Folge wohl um 15 Prozent sinken dürfte. Angesichts der ausbleibenden Fortschritte, die der Konsumgüterkonzern mit seiner Kernmarke Nivea mit ihrem zuletzt sehr schwachen Wachstums mache, sei dies aber auch kein so großer Schock.
