Fox Corp. (Class B), US35137L2043

Fox Corp. (B)-Aktie: Was hinter der plötzlichen Umschichtung steckt – und was das für deutsche Anleger bedeutet

22.02.2026 - 00:03:14 | ad-hoc-news.de

Die Fox-Corp.-Aktie (Class B) stand zuletzt unter Druck – trotz stabiler Gewinne und laufender Aktienrückkäufe. Warum institutionelle Investoren umschichten, welche Rolle Politik und Streaming spielen und wie deutsche Anleger das jetzt einordnen sollten.

Bottom Line zuerst: Die Fox Corp. (Class B)-Aktie bleibt nach den jüngsten Quartalszahlen ein typischer "Value-Titel mit politischem Beigeschmack". Operativ verdient der US-Medienkonzern weiter solide, doch Anleger reagieren sensibel auf Werbemarkt-Sorgen, Rechtsrisiken und die strategische Ausrichtung im Streaming-Zeitalter.

Für Sie als deutsche Anlegerin oder Anleger ist entscheidend: Die Bewertung der Fox-B-Aktie liegt klar unter den typischen US-Medien-Peer-Gruppen, während der Cashflow robust ist. Gleichzeitig erhöht Fox mit massiven Rückkaufprogrammen den Gewinn je Aktie – ein Signal, das an der Wall Street ankommt, bei Privatanlegern hierzulande aber noch kaum gespielt wird.

Was Sie jetzt wissen müssen: Fox bleibt ein Spezialwert für risikobewusste Investoren, die politische Kontroversen aushalten können und gezielt auf US-Werbe- und Sportrechte setzen wollen – mit allen Chancen und Reputationsrisiken.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Die B-Aktien von Fox Corp. (ISIN US35137L2043) repräsentieren die stimmlosen Anteile des US-Medienkonzerns hinter Fox News, Fox Sports und Fox Entertainment. Anders als die Class-A-Aktien sind sie vor allem für Anleger interessant, die keinen Einfluss auf die Unternehmensführung anstreben, sondern rein auf Kurs- und Dividendenpotenzial setzen.

In den vergangenen Wochen zeigte sich der Kurs volatil: Nach Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen reagierte der Markt zunächst positiv auf besser als erwartete Ergebnisse im Kabel- und Sportssegment, nur um danach wieder abzugeben, als sich die Diskussion um die Zukunft klassischer Pay-TV-Angebote und die Werbekonjunktur intensivierte.

Kennzahl Aktuelle Lage* Einordnung
Marktsegment US-Medien, News, Sportrechte Konjunktur- und werbeabhängig, politisch sensibel
Struktur Class A (Stimmrechte), Class B (stimmlose Aktien) B-Aktien meist etwas illiquider, aber oft günstiger
Jüngste Quartalszahlen Umsatz und Gewinn leicht über Erwartungen Operativ stabil, keine Wachstumsgeschichte
Cashflow / Rückkäufe Milliarden-Volumen an Aktienrückkäufen Unterstützt EPS, stützt Kurs bei Schwächephasen
Dividende Moderate Ausschüttung Value-Case, kein klassischer Dividendenaristokrat
Rechtsrisiken Weiterhin anhängige Verfahren im Umfeld Fox News Wesentlicher Bewertungsabschlag gegenüber Peers

*Aktuelle Lage qualitativ zusammengefasst auf Basis öffentlich verfügbarer Finanzberichte und Analystenkommentare; keine Kursangaben.

Für deutsche Anleger ist ein Punkt zentral: Fox Corp. wird an der Nasdaq bzw. in New York gehandelt und ist damit problemlos über nahezu jede deutsche Direktbank und jeden Online-Broker handelbar. Über verschiedene Plattformen (Xetra-Listings, Tradegate, gettex oder Direkthandel USA) besteht in der Regel Zugang, allerdings häufig mit geringeren Volumina bei den B-Aktien als bei den A-Aktien.

Hinzu kommt das Währungsrisiko: Als US-Titel notiert Fox in US-Dollar. Wer in Euro denkt, trägt neben dem Unternehmensrisiko stets auch das Wechselkursrisiko mit – eine Stärke des Dollar kann Kursverluste teilweise abfedern, eine Dollar-Schwäche sie verstärken.

Warum Fox aktuell im Fokus steht

Es gibt drei wesentliche Treiber, warum die Aktie derzeit prominent in Analystenkommentaren und unter Tradern diskutiert wird:

  • US-Wahlzyklus: Fox News profitiert traditionell in Wahljahren von höheren Einschaltquoten und Werbeeinnahmen. Das kann die Gewinne kurzfristig pushen.
  • Rechts- und Reputationsrisiken: Hohe Vergleichszahlungen in der Vergangenheit und weitere Verfahren führen zu einem dauerhaften Bewertungsabschlag.
  • Strukturwandel im TV-Markt: Cord-Cutting, Streaming-Konkurrenz und steigende Rechtekosten im Sport belasten das klassische Geschäftsmodell.

Analysten verweisen besonders auf die Spannung zwischen attraktiver Free-Cashflow-Rendite und hohen immateriellen Risiken. Für rein fundamental orientierte Value-Anleger wirkt Fox günstig, doch viele institutionelle Investoren meiden den Wert aus Governance- und ESG-Gründen – gerade in Europa.

Relevanz für den deutschen Markt

Direkt ist Fox Corp. zwar kein DAX-Konzern, dennoch gibt es gleich mehrere Verbindungen zum deutschen Markt:

  • Medien- und Werbekonjunktur: Die Entwicklung von Fox ist ein Stimmungsindikator für klassische werbefinanzierte TV-Modelle – relevant für deutsche Medienwerte wie ProSiebenSat.1, RTL Group oder auch für Werbekonzerne.
  • US-Exposure im Depot: Viele deutsche Anleger setzen über ETF und aktive Fonds auf US-Medien – Fox ist in diversen internationalen Medien- und Kommunikationsindizes enthalten und damit indirekt im deutschen Privatdepot.
  • Zinsumfeld: Steigende oder fallende US-Zinsen beeinflussen besonders wachstumsarme, cashflow-starke Titel wie Fox. Das Zinsregime der Fed strahlt damit mittelbar auch auf deutsche Anlegerportfolios aus.

Wer beispielsweise über MSCI-World- oder S&P-500-ETFs investiert ist, hat Fox Corp. meist nur in geringer Gewichtung im Portfolio, ist aber am Schicksal der Aktie beteiligt – ohne es zwingend zu wissen. Für Stockpicker mit Fokus auf US-Value-Titel kann Fox dagegen ein gezielter Satellitenwert sein.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die großen Investmentbanken zeigen aktuell ein gemischtes, aber tendenziell konstruktives Bild auf Fox Corp. (Class B). Wichtig: Kursziele und Einstufungen beziehen sich meist auf die A-Aktien; die B-Aktien notieren in der Regel eng korreliert, können aber leichte Bewertungsunterschiede aufweisen.

Über verschiedene, öffentlich einsehbare Finanzportale zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild:

  • Rating-Tendenz: Eine Mehrheit der Analysten liegt im Bereich "Halten" bis "Moderates Kaufen". Nur wenige Häuser stufen den Titel klar als Verkauf ein.
  • Kursziele: Die Spanne der veröffentlichten Kursziele liegt grob im Bereich eines zweistelligen Prozentpotenzials nach oben bis hin zu leichtem Abwärtspotenzial – je nach Szenario in Bezug auf Werbemarkt, Rechtsrisiken und Sportrechtekosten.
  • Begründung der Bullen: Starker Free Cashflow, aggressive Aktienrückkäufe, potenzieller Upside in Wahljahren, defensive Positionierung durch feste Sportverträge.
  • Begründung der Bären: Struktureller Druck durch Streaming, politische Polarisierung, Rechtsrisiken, ESG-Bedenken und begrenzte organische Wachstumsperspektiven.

Für deutsche Privatanleger bedeutet das: Fox ist kein Konsens-Highflyer, sondern ein klassischer "Contrarian-Value-Case". Wer einsteigt, sollte das bewusste Kalkül haben, dass der Markt das Unternehmen aufgrund von Reputations- und Regulierungsthemen dauerhaft mit einem Abschlag bewerten könnte – selbst bei stabilen Zahlen.

Wie Profis das Risiko managen

Institutionelle Investoren, deren Strategien öffentlich diskutiert werden, gehen Fox typischerweise mit zwei Ansätzen an:

  • Beimischung statt Kerninvestment: Fox macht nur einen kleinen einstelligen Prozentanteil eines Portfolios aus – selbst in spezialisierten Medienfonds.
  • Absicherung über Sektor- oder Index-Hedges: Wer stark in zyklische Medienwerte investiert, hedgt manchmal über Short-Positionen in breiten Kommunikationsindizes.
  • Fokus auf Cash-Rückfluss: Entscheidend ist, dass Rückkäufe und Dividenden über die Zeit einen großen Teil der Gesamtrendite ausmachen – nicht reines Kursmomentum.

Übertragen auf den deutschen Privatanleger könnte das bedeuten: Fox eignet sich – wenn überhaupt – als kleine, bewusst gewählte Beimischung, nicht als Depotanker. Wer mit ESG-Filtern investiert, wird den Titel häufig ohnehin ausschließen.

Trading-Perspektive vs. Langfrist-Investment

In sozialen Netzwerken und auf Trading-Plattformen zeichnet sich ein klares Bild: Kurzfristige Trader interessieren sich vor allem für Volatilität rund um Quartalszahlen, politische Ereignisse und Gerichtsentscheidungen. Langfristig orientierte Value-Anleger achten stärker auf Bewertungskennzahlen und Kapitalrückführung.

  • Trader-Fokus: Optionsvolumen, Short-Interest, Reaktionen auf News zu Fox News und Sportrechten. Ziel: möglichst hohe Ausschläge in kurzer Zeit.
  • Langfrist-Fokus: KGV, EV/EBITDA, Free-Cashflow-Rendite und Umfang der laufenden Aktienrückkäufe. Ziel: stetiger Wertzuwachs und Cash-Rückfluss.

Gerade für deutsche Anleger mit begrenzter Zeit empfiehlt sich eher der zweite Ansatz – vorausgesetzt, Sie akzeptieren das politische Profil von Fox als festen Teil des Investment-Case.

Hinweis für Anleger: Dieser Artikel ersetzt keine Anlageberatung. Er dient der informationellen Einordnung eines Wertpapiers für den deutschsprachigen Markt. Kurse, Analystenmeinungen und rechtliche Rahmenbedingungen können sich jederzeit ändern. Prüfen Sie vor einer Investitionsentscheidung stets die aktuellen Daten bei Ihrer Bank oder auf professionellen Finanzportalen.

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