Forrester-Prognose: KI wird 20 Prozent aller Jobs bis 2030 verändern
13.01.2026 - 18:30:12Künstliche Intelligenz wird bis 2030 direkt in jeden fünften Arbeitsplatz eingreifen, prognostiziert eine neue Studie von Forrester Research. Die Analyse zeichnet ein nuanciertes Bild: Statt eines Job-Armageddons dominiert die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.
Die Studie „The Forrester AI Job Impact Forecast“ dämpft die schlimmsten Befürchtungen. Zwar sagt sie für die USA bis 2030 einen strukturellen Jobverlust von 6 Prozent voraus – das entspricht 10,4 Millionen Stellen. Eine flächendeckende Ersetzung von Menschen durch KI hält Forrester kurzfristig jedoch für unwahrscheinlich. Dafür wäre ein nie dagewesener Produktivitätsschub nötig.
Der Kern der Prognose liegt in der Unterscheidung zwischen Job-Augmentierung und vollständiger Automatisierung. In den nächsten fünf bis sechs Jahren werde KI vor allem menschliche Fähigkeiten erweitern, so der Report. Diese Kollaboration werde es Unternehmen ermöglichen, Ressourcen in Weiterbildung und Qualifizierung zu lenken.
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Die Debatte verschiebt sich damit vom reinen Jobabbau hin zur Transformation. KI könnte repetitive oder datenintensive Aufgaben übernehmen. Menschen könnten sich dann stärker auf strategische, kreative und zwischenmenschliche Aspekte ihrer Arbeit konzentrieren. Eine Win-Win-Situation für Produktivität und Jobzufriedenheit?
Warnung vor „AI Washing“ und voreiliger Automatisierung
Forrester warnt Unternehmen nachdrücklich vor den Gefahren des KI-Hypes. Der Report identifiziert einen Trend zum „AI Washing“. Dabei schieben Firmen finanzmotivierte Entlassungen auf eine künftige KI-Nutzung – ohne dass ausgereifte Anwendungen bereitstehen.
Diese Praxis schade dem Unternehmensruf, so die Analysten. Zudem warnt die Forschung vor den Risiken einer voreiligen Überautomatisierung. Forrester prognostiziert, dass mehr als die Hälfte der aktuell auf KI zurückgeführten Stellenstreichungen stillschweigend rückgängig gemacht werden wird.
Der Grund: Unternehmen unterschätzen die operativen Herausforderungen, menschliche Talente zu ersetzen. Solche kostspieligen Rückzieher können die Produktivitätsgewinne zunichtemachen und die Mitarbeitererfahrung schwächen.
Ungleiche Verteilung und der Weg nach vorn
Die Auswirkungen der KI werden den Arbeitsmarkt nicht gleichmäßig treffen. Besonderer Druck entsteht laut Report für Junior-Positionen, Software-Entwickler und Kundenservice-Mitarbeiter. Das unterstreicht die Dringlichkeit gezielter Investitionen in Menschen, nicht nur in Technologie.
Forrester rät Unternehmen, für den vollen Nutzen ihrer KI-Investitionen parallel in die KI-Kompetenzen ihrer Belegschaft zu investieren. Führungskräfte müssten Governance priorisieren und KI als Werkzeug zur Stärkung menschlicher Talente sehen, nicht bloß als Ersatz.
Ein pragmatischer Kurswechsel in der KI-Debatte
Forresters Prognose markiert eine Reifung der Debatte um die wirtschaftlichen Folgen der KI. Sie verlässt die dystopischen und utopischen Extreme und bietet eine datengetriebene, pragmatische Perspektive. Die 6 Prozent Jobverlust erscheinen so als beherrschbarer Strukturwandel, nicht als Katastrophe.
Diese Analyse deckt sich mit einer wachsenden Expertenmeinung: Die unmittelbaren Effekte der KI betreffen eher die Transformation von Aufgaben als die Abschaffung von Jobs. Die Betonung des „AI Washing“ ist dabei besonders aktuell. Sie spiegelt eine wachsende Skepsis gegenüber Unternehmensnarrativen wider, die KI als bequeme Rechtfertigung für klassische Kostensenkung nutzen.
Die Zukunft: Investition in Humankapital
Die zentrale Botschaft der Prognose ist klar: Die Zukunft der Arbeit ist eine Partnerschaft zwischen Mensch und KI. Die größte Herausforderung für Organisationen bis 2030 wird die effektive Gestaltung dieser Integration sein.
Unternehmen sollten sich auf die Schaffung einer KI-versierten und anpassungsfähigen Belegschaft konzentrieren. Das erfordert erhebliche Investitionen in Trainingsprogramme und eine Neubewertung von Karrierepfaden. Die Vorhersage, dass viele KI-bedingte Entlassungen rückgängig gemacht werden, ist eine wichtige Lektion: Die operative Komplexität, menschliche Intuition und Expertise zu ersetzen, ist immens.
Die kommenden Jahre werden daher den Fokus auf KI-Governance und die ethischen Implikationen der Automatisierung legen. Nur so lässt sich die Technologie produktiv und gesellschaftlich verantwortungsvoll einsetzen.
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