FOKUS, WOHNEN

FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND stoppt Auszahlungen an Anleger

27.02.2026 - 03:00:29 | boerse-global.de

Der Publikumsfonds FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND hat die Rücknahme seiner Anteile ausgesetzt, da hohe Mittelabflüsse die liquiden Reserven aufzehren. Tausende Anleger sind betroffen.

FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND stoppt Auszahlungen an Anleger - Foto: über boerse-global.de
FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND stoppt Auszahlungen an Anleger - Foto: über boerse-global.de

Ein weiterer großer Immobilienfonds schließt seine Pforten. Der Publikumsfonds FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND hat diese Woche die Rücknahme seiner Anteile ausgesetzt. Tausende Privatanleger kommen so vorerst nicht mehr an ihr Geld.

Liquiditätsfalle schnappt zu

Die Fondsgesellschaft begründet den drastischen Schritt mit anhaltend hohen Kapitalabflüssen. Die liquiden Mittel reichen nicht mehr, um die Auszahlungswünsche der Investoren zu bedienen. Gleichzeitig lässt sich das Immobilienportfolio nicht schnell genug verkaufen, ohne massive Verluste zu machen.

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Zinswende bringt Modell ins Wanken

Die Krise hat eine klare Ursache: die radikale Zinswende. Seit 2022 fließt das Geld aus den einst als sicher geltenden Immobilienfonds ab. Anleger finden in festverzinslichen Wertpapieren attraktivere Alternativen. Allein 2025 zogen Anleger netto 7,7 Milliarden Euro aus deutschen Immobilienfonds ab.

Gleichzeitig ist der Markt für Immobilienverkäufe eingebrochen. Höhere Finanzierungskosten und wirtschaftliche Unsicherheit lassen die Preise sinken. Fondsmanager stecken in der Zwickmühle: Sie müssen verkaufen, um liquide zu bleiben, können es aber nicht, ohne den Wert der Anlage zu zerstören.

Anleger sitzen in der Falle

Für betroffene Investoren ist die Situation bitter. Sie können ihre Anteile vorerst nur noch über die Börse verkaufen – und das meist mit erheblichen Abschlägen. Die gesetzliche Aussetzung der Rücknahme kann bis zu drei Jahre dauern.

Das Fondsmanagement hat bereits reagiert und seit 2024 Immobilien im Wert von 163 Millionen Euro veräußert. Weitere zehn Objekte stehen zum Verkauf. Die verantwortlichen Gesellschaften IntReal und INDUSTRIA betonen, das Ziel sei eine schnelle Wiederaufnahme der Rücknahme. Doch wann das gelingt, ist ungewiss.

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Strukturelles Problem offenbart sich

Die jüngsten Fälle offenbaren ein grundlegendes Problem: das Versprechen täglicher Verfügbarkeit für eine Anlageklasse, die selbst illiquide ist. Verbraucherschützer kritisieren seit Jahren, dass diese Risiken in der Beratung oft verschleiert wurden.

Die Finanzaufsicht BaFin hatte bereits zu Jahresbeginn vor solchen Engpässen gewarnt. Der Druck auf die Behörde wächst nun, Vertrieb und Risikokommunikation schärfer zu überwachen. Experten sehen besonders kleinere Wohnimmobilienfonds weiter in Gefahr.

Wann kommt die Trendwende?

Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Solange die Zinsen hoch bleiben und der Transaktionsmarkt lahmt, werden die Mittelabflüsse anhalten. Für Anleger in anderen Immobilienfonds stellt sich eine schwierige Frage: Sollten sie ihre Anteile jetzt über die Börse verkaufen – auch mit Verlust – um einer möglichen Schließung zuvorzukommen?

Für die Branche ist das Vertrauen der Anleger nachhaltig erschüttert. Die Illusion der sicheren, jederzeit verfügbaren Immobilienanlage ist geplatzt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob und wie das Modell der offenen Immobilienfonds überleben kann.

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