Flughafen Wien Aktie: Mai-Daten drehen Stimmung
18.06.2026 - 09:32:05 | boerse-global.de
Wien schwächelt noch, der Konzern erholt sich — das ist die Botschaft aus dem Mai-Verkehrsbericht von Flughafen Wien. Die Gesamtgruppe erzielte im Mai wieder Wachstum: 3,9 Millionen Passagiere, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Wien erholt sich, Malta liefert
Der Flughafen Wien selbst blieb mit minus 5,4 Prozent im Minus, verbesserte sich aber spürbar gegenüber dem April-Wert von minus 8,2 Prozent. Der Rückgang erklärt sich weiterhin durch zwei bekannte Faktoren: Kapazitätskürzungen von Billigfliegern und den anhaltenden Nachfrageeinbruch auf Nahost-Verbindungen. Allerdings ließ genau dieser Nahost-Effekt im Mai spürbar nach — der Rückgang auf diesen Routen fiel mit minus 60 Prozent deutlich geringer aus als im April mit minus 83 Prozent.
Wichtig dabei: Die Auslastung der bestehenden Flüge stieg um 1,4 Prozentpunkte auf 80,5 Prozent. Das Problem ist also fehlendes Angebot, keine fehlende Nachfrage. Austrian Airlines, airBaltic und Air Corsica füllen die Lücken der abgezogenen Billigflieger schrittweise.
Malta liefert derweil robust: Der dortige Flughafen steigerte den Passagierverkehr im Mai um 16,5 Prozent und liegt nach fünf Monaten kumuliert 15,2 Prozent über dem Vorjahr. Das diversifizierte Portfoliomodell bewährt sich in einem Jahr, in dem Wien unter mehrfachem Gegenwind steht.
Jahresziel wirkt zunehmend zu vorsichtig
Nach fünf Monaten liegt das Konzernpassagieraufkommen 2,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Konzernprognose für 2026 von rund 41,5 Millionen Passagieren setzt damit für die zweite Jahreshälfte einen Rückgang von 8,3 Prozent voraus — ein Szenario, das angesichts der jüngsten Trends wenig wahrscheinlich wirkt. Eine Anhebung der Jahresprognose gilt als zunehmend realistisch.
Rückenwind könnte aus dem geopolitischen Umfeld kommen. Eine weitere Entspannung im US-Iran-Konflikt würde nicht nur den Nahost-Verkehr stützen, sondern über sinkende Kerosinpreise auch die Kosten der Fluggesellschaften entlasten — was wiederum Kapazitäten zurückbringen könnte.
Das fundamentale Bild bleibt attraktiv: Der Konzern hält eine Nettoliquidität von 407 Millionen Euro, wirtschaftet mit überdurchschnittlichen operativen Renditen und verfügt über kein auslaufendes Konzessionsrecht. Das Terminal-3-Südprojekt läuft planmäßig und soll im zweiten Quartal 2027 in Betrieb gehen — mit positiven Effekten auf Einnahmen aus Einzelhandel, Gastronomie und Lounges. NuWays bekräftigt das Kaufvotum mit einem Kursziel von 57 Euro.
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