Flow, Glückszustand

Flow: Warum der Glückszustand am Arbeitsplatz gefährlich werden kann

15.01.2026 - 09:54:12

Aktuelle Studien zeigen, dass Flow-Zustände biologisch Stress bedeuten und die Selbstüberforderung der Deutschen zu Rekord-Fehlzeiten führt. Der Fokus verschiebt sich 2026 auf Entlastung statt Optimierung.

Deutschland ist gestresst wie nie. Neue Daten zeigen: Der vermeintliche Wohlfühl-Zustand Flow ist biologisch betrachtet reiner Stress. Experten warnen vor dem Dauerrausch.

Die Veröffentlichung des TK-Stressreports 2025 Ende November hat die Debatte um mentale Gesundheit neu entfacht. Demnach fühlen sich 66 Prozent der Menschen in Deutschland häufig oder manchmal gestresst – ein deutlicher Anstieg. Die Hauptursache ist überraschend: Nicht der Druck von außen, sondern der hohe Anspruch an sich selbst stresst die Menschen am meisten.

Diese „Selbstüberforderung“ treibt die Fehlzeiten in die Höhe. Der AOK Fehlzeiten-Report verzeichnete im Oktober 2025 einen historischen Höchststand. Psychische Erkrankungen nahmen in zehn Jahren um über 40 Prozent zu. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Flow-Prinzip neue Aufmerksamkeit – aber nicht als reines Entspannungsrezept.

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Das Flow-Paradoxon: Produktiver Stress statt Entspannung

Flow beschreibt das völlige Aufgehen in einer Tätigkeit. Die Idee: Wenn Anforderung und Fähigkeit im Einklang sind, entsteht mühelose Konzentration. Doch aktuelle Forschung der Universität Ulm aus dem späten Jahr 2025 zeigt ein anderes Bild.

Menschen im Flow weisen erhöhte Cortisolwerte und eine gesteigerte Herzfrequenz auf. Biologisch ist Flow also eine Form von positivem Stress (Eustress). „Wer Flow als Dauerzustand anstrebt, riskiert Erschöpfung“, warnt die Arbeitspsychologie. Entscheidend für die Gesundheit im Jahr 2026 ist daher nicht der Flow allein, sondern der rhythmische Wechsel zwischen hochfokussierter Anspannung und echter Erholung.

KI als neuer Stress-Treiber

Die technologische Transformation verschärft die Lage. Der AOK-Report analysierte intensiv den Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Psyche. KI kann Routineaufgaben abnehmen und Freiräume für kreative Tätigkeiten schaffen.

Gleichzeitig wirkt sie als Beschleuniger. KI-Tools verdichten die Arbeit, weil sie frühere „Lücken“ für mentale Pausen schließen. Das befeuert den hohen Selbstanspruch: Beschäftigte müssen sich nun auch im effizienten Umgang mit den neuen Technologien beweisen. Die Folge ist eine „Entgrenzung“ der Arbeit.

Drei Strategien für gesunden Flow im Jahr 2026

Angesichts der Datenlage zeichnen sich konkrete Handlungsfelder ab:

  • Passung statt Masse: Aufgaben müssen stärker an individuelle Kompetenzen angepasst werden. Führungskräfte sind gefordert, nicht nur Ziele zu setzen, sondern auch die nötigen Ressourcen bereitzustellen.
  • Flow-Pausen-Management: Nach Phasen tiefer Konzentration (Deep Work) braucht es explizite Erholungszeiten. Unternehmen integrieren solche Konzepte vermehrt.
  • Digitale Kompetenz schulen: Um Ängste vor KI abzubauen, investieren Betriebe in Schulungen. Wer seine Werkzeuge beherrscht, erlebt eher Flow als Frustration.

Der Trend für 2026 heißt laut Gesundheitsdienstleistern „Entlastung statt Optimierung“. Der Fokus verschiebt sich weg von reiner Selbstoptimierung hin zu struktureller Entlastung und der Akzeptanz von Grenzen. Der Druck auf Gesetzgeber und Arbeitgeber, verbindliche Standards für psychische Gesundheit umzusetzen, wächst. Flow bleibt ein Kompass – nicht für ständige Glückseligkeit, sondern für eine gesunde Leistungsfähigkeit, die ihre eigenen Grenzen kennt.

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