Fiskalrat, Gesundheitsreform

Fiskalrat fordert radikale Gesundheitsreform in Österreich

04.02.2026 - 18:42:12

Der unabhängige Fiskalrat prognostiziert einen starken Anstieg der Gesundheitsausgaben und fordert dringende Reformen zur Stabilisierung des Budgets.

Der unabhängige Fiskalrat warnt vor einer Kostenexplosion im Gesundheitssystem und fordert sofortige, tiefgreifende Reformen. Ohne Gegensteuern droht ein immer größerer Teil der Staatsausgaben für Gesundheit draufzugehen – auf Kosten anderer wichtiger Aufgaben.

Hintergrund sind alarmierende Prognosen: Die Gesundheitsausgaben könnten von 7,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2023 auf 8,9 Prozent bis 2040 steigen. Bis 2070 droht sogar ein Anstieg auf 10,3 Prozent. Getrieben wird diese Entwicklung von drei Hauptfaktoren:
* der demografischen Alterung der Gesellschaft,
* dem kostspieligen medizinisch-technischen Fortschritt und
* stetig steigenden Personalkosten.

Der Fiskalrat pocht daher auf eine umfassende, gebietskörperschaftsübergreifende Reform, um die budgetäre Stabilität des Landes nicht zu gefährden.

Anzeige

Vergessen Sie öfter Namen oder Termine? Die demografische Alterung treibt die Gesundheitsausgaben – frühzeitige Einschätzung kann helfen, kostspielige Spätfolgen zu vermeiden. Der anonyme 7‑Fragen‑Demenz‑Selbsttest liefert in nur 2 Minuten eine erste, verständliche Einschätzung zu möglichen Demenz‑Anzeichen. Entwickelt mit Experten, sofort auswertbar und das Ergebnis wird per E‑Mail zugestellt. Ideal für Menschen 50+ und besorgte Angehörige, die Gewissheit brauchen, bevor Beschwerden teurer werden. Jetzt anonymen 2‑Minuten‑Demenz‑Selbsttest machen

Demografie ist nur die halbe Wahrheit

Rund 40 Prozent des erwarteten Ausgabenanstiegs bis 2070 führt der Rat allein auf die alternde Bevölkerung zurück. Doch das ist nur ein Teil des Problems.

Seit Langem kritisiert der Fiskalrat die ineffizienten und fragmentierten Strukturen im System. Komplexe Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern führen zu Reibungsverlusten und mangelhafter Steuerung.

Ein zentraler Kostentreiber ist die „Spitalslastigkeit“ der Versorgung. Teure stationäre Behandlungen werden oft durchgeführt, obwohl sie kostengünstiger ambulant möglich wären. Ein Mangel an koordinierter Ressourcensteuerung verschärft die finanzielle Schieflage.

Klare Kompetenzen und starke Hausärzte als Lösung

Als zentralen Hebel fordert der Rat eine konsequente Entflechtung der Finanzierungs- und Zuständigkeitsbereiche. Nur klare Verantwortlichkeiten könnten die Steuerungseffizienz erhöhen und die Ausgabendynamik bremsen.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist der massive Ausbau der Primärversorgung. Gut ausgestattete Primärversorgungszentren (PVZ) sollen als erste Anlaufstelle dienen und die Spitäler entlasten. Die Strategie lautet „digital vor ambulant vor stationär“. Unterstützend dazu hält der Rat eine stärkere Digitalisierung für unerlässlich.

Die Spitäler müssen sich ändern

Der Fiskalrat bezeichnet eine umfassende Spitalsreform explizit als „Vorboten“ der gesamten Gesundheitsreform. Die spitalslastige Infrastruktur gilt als einer der größten Kostentreiber.

Experten sind sich einig: Viele stationäre Behandlungen könnten kostengünstiger und für Patienten angenehmer ambulant erfolgen. Eine Reform muss Anreize schaffen, um diese Verlagerung zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten zu stärken.

Politisches Zeitfenster schließt sich

Die Forderungen kommen zu einem brisanten Zeitpunkt. Nach Jahren expansiver Krisenpolitik rückt die Einhaltung der europäischen Stabilitätskriterien wieder in den Fokus. Der Fiskalrat prognostiziert Budgetdefizite deutlich über der EU-Obergrenze von 3 Prozent des BIP – was ein Defizitverfahren nach sich ziehen könnte.

Das erhöht den Druck, in den großen Ausgabenblöcken wie Gesundheit zu sparen. Das Zeitfenster für Entscheidungen drängt, denn solche Reformen brauchen lange Vorlaufzeiten. Die Einrichtung eines Gesundheitsreformfonds ab 2026 mit jährlich 500 Millionen Euro für PVZ-Ausbau ist nur ein erster Schritt. Weitere, mutigere müssen folgen.

Anzeige

Übrigens: Prävention und frühzeitige Selbstchecks tragen langfristig dazu bei, das Gesundheitssystem zu entlasten. Der kostenlose, anonyme 7‑Fragen‑Demenz‑Selbsttest gibt in rund 2 Minuten eine erste Orientierung, ob Vergesslichkeit über das Normale hinausgeht – ideal für Betroffene und Angehörige, die rechtzeitig handeln wollen. Ergebnis und Hinweise kommen per E‑Mail; entwickelt mit Experten und sofort nutzbar. Jetzt kostenlosen Demenz‑Selbsttest anfordern

@ boerse-global.de