First Solar Aktie: Schutzzölle im August 2026
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 05:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
First Solar navigiert durch turbulentes Fahrwasser. Während die Aktie zuletzt deutlich korrigierte, setzen Analysten auf eine protektionistische US-Handelspolitik. Der Fokus liegt dabei auf entscheidenden regulatorischen Weichenstellungen im Sommer.
Analysten sehen deutliches Potenzial
Barclays hat das Kursziel massiv angehoben. Die Bank sieht den fairen Wert nun bei 279 US-Dollar. Zuvor lag die Schätzung bei 213 Dollar. Das entspricht umgerechnet etwa 256 Euro.
Die Experten bewerten das Papier weiterhin mit „Overweight“. Sie kalkulieren künftig mit höheren Verkaufspreisen für Solarmodule auf dem US-Heimatmarkt. Ein stärkeres Preisumfeld für heimische Hersteller stützt diese Prognose.
Andere Institute zeigen sich zurückhaltender. Truist etwa bewertet First Solar mit „Hold“ und nennt ein Ziel von 249 US-Dollar. Marktbeobachter warten nun gespannt auf die kommenden Impulse aus Washington.
Entscheidung über Schutzzölle naht
Im August 2026 steht eine wegweisende Entscheidung an. US-Behörden prüfen derzeit Schutzzölle auf Silizium-Importe. Ein Mindestimportpreis könnte die Modulkosten um rund 0,10 Dollar pro Watt erhöhen.
First Solar würde als vertikal integrierter US-Produzent davon stark profitieren. Das Unternehmen nutzt parallel dazu Kooperationen wie mit Oxford PV für die Forschung an Perowskit-Technologien. Dies soll die technologische Marktführerschaft langfristig sichern.
Klagefristen belasten die Stimmung
Juristische Auseinandersetzungen dämpfen indes die Euphorie. Mehrere US-Kanzleien treiben Sammelklagen gegen das Unternehmen voran. Investoren können sich bis August 2026 diesen Verfahren anschließen.
Der Vorwurf lautet Irreführung über US-Zollrichtlinien zwischen 2025 und 2026. Auch Produktionsprobleme in Malaysia und Vietnam stehen im Fokus der Kläger. Diese Unsicherheit lastet auf dem Vertrauen einiger Marktteilnehmer.
Aktie nähert sich wichtigem Niveau
An der Börse notiert das Papier aktuell bei 192,80 Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 18 Prozent innerhalb eines Monats. Der Abstand zum Jahreshoch liegt bei über 30 Prozent.
Der Börsenwert des Konzerns liegt bei rund 21 Milliarden Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,3 erscheint für einen Tech-Wert moderat. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit 36,7 eine fast überverkaufte Situation.
Die Veröffentlichung der Quartalszahlen steht in der zweiten Julihälfte an. Experten erwarten hier keine großen Überraschungen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Zollentscheidung im August, die maßgeblich die Preisgestaltung für das restliche Geschäftsjahr bestimmt.
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