First Solar Aktie: Q2-Zahlen am 30. Juli erwartet
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Solarkonzern First Solar rückt unmittelbar vor der Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 verstärkt in den Fokus der Anleger. Während institutionelle Investoren ihre Positionen zuletzt deutlich ausgebaut haben, belasten eine laufende Sammelklage und ein schwieriges Marktumfeld in den USA die Stimmung. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 185,00 € und weist seit Jahresbeginn ein Minus von 19,11 % auf.
Institutionelles Interesse trotz Insiderverkäufen
In den vergangenen Monaten zeigten sich große Vermögensverwalter optimistisch gegenüber dem Hersteller von Dünnschichtmodulen. Quadrant Private Wealth Management erhöhte seinen Anteil im ersten Quartal 2026 um 39 % auf nunmehr 23.606 Aktien im Wert von rund 4,66 Millionen US-Dollar. Noch deutlicher fiel der Zuwachs bei Assetmark aus: Das Unternehmen steigerte seine Beteiligung um 3.457,5 % auf insgesamt 21.238 Papiere. Insgesamt befinden sich mittlerweile 92,08 % der umlaufenden Aktien in institutioneller Hand.
Diesem Trend stehen allerdings Verkäufe aus der Führungsebene gegenüber. CEO Mark Widmar veräußerte im Mai 9.926 Aktien zu einem Kurs von 233,21 US-Dollar. Auch CFO Alexander Bradley trennte sich von Anteilen. Innerhalb der letzten 90 Tage summierten sich die Insiderverkäufe auf insgesamt 31.893 Aktien. Analysten bewerten den Wert derzeit im Konsens mit „Moderate Buy“ und geben ein durchschnittliches Kursziel von 256,41 US-Dollar aus.
Rückblick auf das erste Quartal und Kooperationen
Die Erwartungen für die am 30. Juli 2026 anstehenden Q2-Zahlen basieren auf einer soliden Entwicklung zum Jahresauftakt. Im ersten Quartal meldete First Solar einen Gewinn je Aktie (EPS) von 3,22 US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 2,87 US-Dollar deutlich. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 23,6 % auf 1,04 Milliarden US-Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) wurde zuletzt mit 13,69 angegeben.
Parallel zum US-Geschäft treibt das Unternehmen seine internationale Expansion voran. In Indien kooperiert First Solar mit GameChange Solar, um Dünnschichtmodule mit speziellen Trackersystemen zu kombinieren. Zwei laufende Projekte in Indien zeigen laut Berichten eine Verfügbarkeit von 99,8 %. Dieser Fokus auf den indischen Markt erfolgt vor dem Hintergrund neuer Antidumping-Zölle der USA, die Zellen aus Indien, Indonesien und Laos betreffen — Länder, die zuletzt für 78 % der US-Importe verantwortlich waren.
Rechtliche Hürden und US-Marktumfeld
Überschattet wird die operative Entwicklung von einer Sammelklage, die von der Kanzlei Holzer & Holzer koordiniert wird. Aktionäre haben bis zum 24. August 2026 Zeit, sich als Hauptkläger zu melden. Der Vorwurf lautet, das Unternehmen habe zwischen Februar 2025 und Februar 2026 irreführende Angaben zu den Auswirkungen von Importzöllen gemacht. Diese juristischen Auseinandersetzungen fallen in eine Phase allgemeiner Marktunsicherheit: Die US-Solarinstallationen gingen im ersten Quartal 2026 um 27 % gegenüber dem Vorjahr zurück, was unter anderem auf Verzögerungen beim Netzanschluss und regulatorische Unsicherheiten zurückgeführt wird.
An der Börse spiegelt sich die aktuelle Gemengelage in einer hohen Volatilität wider. Mit dem jüngsten Kursniveau beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das am 3. Juni 2026 bei 276,50 € markiert wurde, aktuell -33,09 %. Ob die anstehenden Quartalszahlen eine Trendwende einleiten können, bleibt für Marktteilnehmer die entscheidende Frage für den restlichen Sommer.
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