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First Majestic Silver Aktie: 88 Prozent über fairen Wert

16.06.2026 - 05:10:02 | boerse-global.de

Die Aktie von First Majestic Silver gilt laut GF-Value-Modell als 88 Prozent überbewertet, während die Hauptversammlung erste kritische Signale zeigt.

First Majestic Silver: Analysten warnen vor überbewerteter Aktie
First - Ein glänzender Silberbarren auf einer dunklen Oberfläche, im Hintergrund eine unscharfe digitale Börsenkurve, die Überbewertung anzeigt. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Aktie von First Majestic Silver notiert bei 16,23 Euro – und das nach einer Woche mit 13 Prozent Plus. Auf den ersten Blick wirkt der Silberproduzent stark. Auf den zweiten zeigt sich: Die Rallye der letzten zwölf Monate (+126 Prozent) hat das Unternehmen fundamental weit hinter sich gelassen. Kein Wunder, dass Analysten warnen.

GF Value: 88 Prozent über dem fairen Wert

Eine aktuelle Bewertungsanalyse vom 15. Juni sieht den Konzern als „deutlich überbewertet". Das GF-Value-Modell, das historische Kurs-Multiples und das Geschäftswachstum einbezieht, taxiert die Aktie knapp 88 Prozent über ihrem inneren Wert.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 32,0 – ein Wert, der zwar unter dem Fünfjahres-Median von 70,5 liegt. Aber die Botschaft ist klar: Der Markt erwartet extremes Wachstum, das sich in den Bilanzen noch nicht zeigt. Die Finanzkraft von First Majestic Silver bewertet das Modell mit 8 von 10 Punkten. Das ist solide, kein Grund zur Euphorie.

Hauptversammlung: Nicht alle halten zum Board

Auch die gerade veröffentlichten Abstimmungsergebnisse der Hauptversammlung (Juni 2026) geben zu denken. Alle Vorstandsvorschläge wurden angenommen – aber mit auffälligen Abweichungen.

Knapp 290 Millionen Aktien waren vertreten, rund 59 Prozent des Gesamtkapitals. Während Gründer Keith Neumeyer Zustimmungsraten jenseits von 90 und 99 Prozent erhielt, fiel Direktor Thomas F. Fudge Jr. auf 69,87 Prozent zurück. Die Wiederwahl von Deloitte als Abschlussprüfer bestätigten 87 Prozent – ordentlich, aber kein Selbstläufer.

Marktbeobachter sehen darin ein Zeichen: Ein Teil der institutionellen Anleger prüft die Kontroll- und Vergütungsstrukturen genau. Ein Misstrauensvotum? Nein. Ein Warnsignal? Schon eher.

Mexiko und Nevada: Die Großwette läuft

First Majestic Silver steckt mitten in einem milliardenschweren Kraftakt. Der operative Kern liegt in Mexiko: 13 bis 14,4 Millionen Unzen Silber erwartet der Konzern für 2026, dazu 116.000 bis 129.000 Unzen Gold aus den Minen Santa Elena und San Dimas.

Die eigentliche Spannung aber liegt im US-Bundesstaat Nevada. Die Jerritt-Canyon-Goldmine soll 2027 wieder anlaufen. Das Management hat einen Großteil des Explorationsbudgets dorthin verlagert. Die Kosten sind immens – und sie treiben maßgeblich den Bewertungsaufschlag der Aktie.

Die zweite Jahreshälfte 2027 ist noch weit. Bis dahin muss First Majestic Silver liefern. Sonst könnte aus dem Höhenflug ein steiler Sinkflug werden.

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