Finom setzt mit 5%-Zinskonto neuen Standard für Geschäftskonten
21.03.2026 - 00:00:36 | boerse-global.deDie Amsterdamer Fintech-Firma Finom verschärft den Wettbewerb um Geschäftskunden in Europa. Ihr neues, reguliertes Zinskonto verspricht Freiberuflern und KMU bis zu fünf Prozent Zinsen auf Euro-Guthaben – eine direkte Herausforderung an die traditionellen Banken.
Hohe Zinsen auf Betriebskapital: Ein Game-Changer für KMU
Seit Mitte März 2026 können berechtigte Geschäftskunden von Finom im europäischen Wirtschaftsraum von einem MiFID-regulierten Zinskonto profitieren. Das Produkt adressiert ein altes Problem: Während Großkonzerne ihr Betriebskapital gewinnbringend anlegen, parken kleinere Unternehmen ihre liquiden Mittel oft auf nullverzinsten Konten. Finom schließt diese Lücke und ermöglicht bis zu 5 Prozent annualisierte Zinsen auf Euro-Einlagen. Die Erträge werden täglich berechnet und automatisch gutgeschrieben, ohne dass Sperrfristen den Cashflow einschränken. Die Kundschaft behält jederzeit vollen Zugriff auf ihr Geld.
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Für Marktbeobachter ist dies ein Wendepunkt. Die Einlagefazilität der Europäischen Zentralbank (EZB) liefert seit längerem positive Referenzzinsen, doch klassische Banken geben diese Erträge selten an Geschäftskonten weiter. Finom integriert nun eine institutionelle Anlagestruktur direkt in seine Banking-Plattform und verändert damit grundlegend, worauf es bei einem Geschäftskonto ankommt.
Flexible Tarife und starke Kernfunktionen
Die Entscheidung für ein Geschäftskonto fällt oft über die Kosten. Finom setzt auf ein flexibles, gestaffeltes Abomodell. Für Solo-Selbstständige gibt es den „Solo“-Plan ohne monatliche Grundgebühr. Er beinhaltet eine deutsche IBAN, kostenlose SEPA-Überweisungen und einfache Rechnungstools. Für wachsende Teams und Kapitalgesellschaften wie GmbHs stehen die Premium-Tarife Basic, Smart und Pro zur Verfügung. Der Basic-Plan startet bei etwa 8,99 Euro monatlich.
Ein weiteres Lockmittel ist das Cashback-Programm. Je nach Tarif gibt es bis zu drei Prozent Rückvergütung auf Käufe mit der physischen oder virtuellen Visa-Debitkarte. Seit Ende 2025 bietet Finom mit „Finom Prime“ zudem eine Premium-Business-Karte an. Sie richtet sich an mittelständische Unternehmen und bietet Vorteile wie null Fremdwährungsgebühren bei hohem Transaktionsvolumen und kostenlosen Zugang zu Business-Lounges.
Nahtlose Buchhaltungsintegration als Schlüssel
Ein modernes Geschäftskonto muss mehr können als nur Überweisungen. Finom verbindet Banking nahtlos mit digitalem Expense-Management und Buchhaltungssoftware. Die Plattform unterstützt die digitale Belegerfassung, automatische Kostenkategorisierung und direkte E-Rechnungsstellung.
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Für den deutschen Markt entscheidend ist die Kompatibilität mit hiesigen Steuer- und Buchhaltungsstandards. Finom integriert sich nahtlos in Branchenlösungen wie DATEV, lexoffice und sevDesk. Steuerberater und Buchhaltungsteams können so Finanzdaten in Echtzeit synchronisieren, was manuellen Aufwand und Fehlerquellen minimiert. Regionale Anpassungen, wie KI-gestützte Buchhaltungstools in Deutschland, unterstreichen den lokalen Fokus.
Expansionskurs mit Millionen-Investment
Finoms aggressive Preisgestaltung wird durch beträchtliches Wagniskapital und schnelles Wachstum ermöglicht. Anfang 2026 betreut die Plattform bereits über 200.000 Geschäftskunden in Deutschland, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Italien.
Ein Meilenstein war eine Finanzierungsrunde über 115 Millionen Euro im Juni 2025, angeführt von AVP, samt eines 92,7-Millionen-Euro-Wachstumsinvestments von General Catalyst. Das gesamte eingesammelte Kapital liegt nun bei über 300 Millionen Euro. Die Führungsetage hat klar gemacht, dass dieses Geld für Kundengewinnung, paneuropäische Expansion und strategische Marktkonsolidierung verwendet wird. Das ehrgeizige Ziel: eine Million europäische Geschäftskunden bis Ende 2026.
Branche unter Druck: Wer folgt dem Zinstrend?
Die Einführung von Hochzinskonten durch Neobanken wie Finom zwingt die gesamte Branche zum Umdenken. Das Management liquider Mittel wird zum neuen Schlachtfeld im digitalen Geschäftsbanking. Traditionelle Institute haben lange von den unvergüteten Einlagen ihrer KMU-Kundschaft profitiert.
Doch Plattformen, die tägliche Erträge auf Betriebskapital bieten und Grenzkosten senken, reduzieren die Wechselhürden für kleine Unternehmen massiv. Marktexperten erwarten, dass Geschäftskunden zunehmend passive Erträge auf ihr Working Capital fordern werden. Der Maßstab in Kontovergleichen verschiebt sich damit von der Gebührenvermeidung hin zur aktiven Vermögensgenerierung. Der Druck auf etablierte Banken, nachzuziehen, wächst.
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