Finnair Aktie: Rekordquartal trotz Nahost-Risiken
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Finnair legt Zahlen vor, die selbst hartgesottene Branchenbeobachter aufhorchen lassen. Im zweiten Quartal 2026 verdiente die finnische Fluggesellschaft operativ so viel wie nie zuvor in einem Frühsommer — und hebt gleichzeitig die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Ein Detail zeigt aber, wie fragil die gute Lage bleibt: Wegen gestrichener Flüge in den Nahen Osten kappt Finnair seine Kapazitätsziele deutlich.
Rekordergebnis im zweiten Quartal
Der Umsatz kletterte im April-Juni-Zeitraum um 16,4 Prozent auf 916,7 Millionen Euro. Das vergleichbare operative Ergebnis erreichte mit 78,4 Millionen Euro einen Bestwert für dieses Quartal — im Vorjahreszeitraum hatten Streiks das Ergebnis noch um rund 29 Millionen Euro belastet. Der Gewinn je Aktie stieg auf 0,28 Euro, nach 0,06 Euro ein Jahr zuvor.
Die Passagierzahlen wuchsen um 7,6 Prozent auf 3,3 Millionen, die Auslastung verbesserte sich um 3,4 Prozentpunkte auf 79,9 Prozent. CEO Turkka Kuusisto führt die Stärke auf eine Kombination aus operativer Umsetzung und günstigem Marktumfeld zurück, insbesondere im Asienverkehr, wo Finnair von temporären Kapazitätsverschiebungen profitierte. Auch das Frachtgeschäft und wachsende Zusatzerlöse trugen bei.
Für das erste Halbjahr summiert sich der Umsatz auf 1,7 Milliarden Euro, ein Plus von 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das vergleichbare operative Ergebnis drehte von minus 52,3 Millionen auf plus 77,8 Millionen Euro.
Höhere Umsatzprognose, weniger Wachstum
Finnair erwartet für 2026 nun einen Umsatz zwischen 3,4 und 3,5 Milliarden Euro, angehoben von zuvor 3,3 bis 3,4 Milliarden Euro. Die Prognose für das vergleichbare operative Ergebnis bleibt unverändert bei 120 bis 190 Millionen Euro.
Beim Kapazitätswachstum, gemessen an den verfügbaren Sitzkilometern, rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr nur noch mit etwa einem Prozent Plus — deutlich weniger als die zuvor angepeilten drei Prozent. Grund sind gestrichene Verbindungen in den Nahen Osten. Das Unternehmen verweist explizit auf mögliche Risiken durch eine Verlängerung des Konflikts in der Region, die sich auf Treibstoffpreise und -verfügbarkeit auswirken könnten.
Ihre Kostenseite hat Finnair derweil gut abgesichert: 82 Prozent der Treibstoffkäufe im zweiten Quartal waren gehedgt, für das dritte Quartal liegt die Absicherungsquote bei 81 Prozent. Das dürfte kurzfristige Preisschwankungen abfedern, auch wenn strukturelle Störungen der Lieferketten davon unberührt blieben.
Strategisch treibt Finnair den Ausbau seines Streckennetzes voran: Die Flughäfen Turku und Tampere werden wieder angeflogen, neue Embraer E195-E2-Jets stehen vor der Einführung, und für sechs A320ceo-Flugzeuge wurden Absichtserklärungen zum Leasing unterschrieben. Der nächste Blick auf die Geschäftsentwicklung folgt mit dem Zwischenbericht für Januar bis September, der für den 27. Oktober angesetzt ist.
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