Finanzministerium plant digitale Beleglotterie gegen Schwarzarbeit
05.01.2026 - 12:03:12Das österreichische Finanzministerium will mit einer digitalen Beleglotterie die Schattenwirtschaft bekämpfen. Ab Herbst 2026 sollen Verbraucher für das Hochladen ihrer Kassenbons monatlich Geld gewinnen können. Das Ressort von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) bewirbt die Pläne als “Transparenzoffensive” – die Opposition spricht von einer “staatlichen Tombola”.
So funktioniert das Gewinnspiel
Kern der Initiative ist eine App namens “Fon+”. Nutzer scannen damit den QR-Code auf ihrem Kassenbon und nehmen automatisch an der Lotterie teil. Das Ministerium setzt auf diesen Anreiz, um die Nachfrage nach ordnungsgemäßen Quittungen zu erhöhen.
- Monatlich werden 100 Gewinner gezogen, die je 2.500 Euro steuerfrei erhalten.
- Zwei Mal pro Jahr gibt es Sonderziehungen mit Hauptgewinnen von bis zu 250.000 Euro.
- Das Budget für die Gewinnausschüttungen liegt bei rund vier Millionen Euro jährlich.
Teilnehmen darf jeder volljährige Österreicher mit Hauptwohnsitz. Aus Datenschutzgründen werden nur Transaktionsdaten wie Betrag und Datum übermittelt – nicht der konkrete Wareneinkauf.
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Digitaler Beleg wird zur Regel
Die Lotterie ist Teil einer umfassenden Reform des Registrierkassengesetzes. Künftig sollen Händler vorrangig digitale Quittungen per E-Mail oder App anbieten. Den Papierbon gibt es nur noch auf expliziten Kundenwunsch.
Die Wirtschaft begrüßt diesen Schritt. Er spart Kosten für Thermopapier und Drucker. Gleichzeitig bleibt die Kontrolle gewahrt: Jeder Beleg – ob digital oder gedruckt – muss einen maschinenlesbaren Code tragen. Die Lotterie soll Kunden motivieren, diesen Code trotzdem aktiv einzufordern.
Kritik an “Verschwendung von Steuergeld”
Während die Regierung das Projekt offensiv bewirbt, regt sich vor allem bei der FPÖ scharfe Kritik. Oppositionsvertreter halten die geplanten vier Millionen Euro für eine “Verschwendung von Steuergeld”. Ihrer Ansicht nach sollte Steuerbetrug durch effizientere Betriebsprüfungen und nicht durch Gewinnspiele bekämpft werden.
Befürworter verweisen auf internationale Vorbilder wie Portugal oder die Slowakei. Dort führten ähnliche Systeme zu einem messbaren Anstieg registrierter Transaktionen. Ob das Modell in Österreich nachhaltig wirkt, hängt stark von der Akzeptanz der “Fon+”-App im Alltag ab.
Ambitionierter Zeitplan
Der Gesetzesentwurf befindet sich derzeit in der Begutachtung, die bis 13. Jänner 2026 läuft. Das Finanzministerium hofft auf eine zügige Beschlussfassung im Nationalrat, um das System wie geplant im Oktober 2026 starten zu können.
Die Rechnung für den Staat ist klar: Die Kosten für Lotterie und Infrastruktur sollen durch zusätzliche Steuereinnahmen mehr als wettgemacht werden. Ob die digitale Beleglotterie die Schattenwirtschaft wirklich austrocknet, wird sich aber erst in den Jahren nach dem Start zeigen.
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