Finanzminister, Marterbauer

Finanzminister Marterbauer startet unter Druck ins neue Jahr

07.01.2026 - 09:13:12

Österreichs Haushaltsdefizit bleibt mit über 4 Prozent der Wirtschaftsleistung zu hoch und verstößt gegen EU-Vorgaben. Der Fiskalrat fordert sofortige Sparmaßnahmen, während die Regierung Kürzungen erst ab 2027 plant.

Der Jahresauftakt wird für Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) zum Stresstest. Neue Warnungen des Fiskalrats und ein anhaltend hohes Haushaltsdefizit erhöhen den Druck auf den Minister, seinen Reformkurs zu beschleunigen. Kritiker fordern sofortige Sparschritte statt angekündigter Maßnahmen ab 2027.

Fiskalrat warnt: Defizit bleibt zu hoch

Die Töne aus dem Büro des Fiskalrats sind alarmierend. Das Gremium unter Christoph Badelt sieht die Gefahr, dass die budgetären Ziele für 2026 krachend verfehlt werden. Grund ist das strukturelle Defizit, das 2025 bei etwa 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung lag. Ohne tiefgreifende Eingriffe könnte es auch in diesem Jahr über der 4-Prozent-Marke bleiben.

Die Experten mahnen eine echte Ausgabenbremse an. Die Staatsverschuldung steigt weiter und nähert sich der Marke von 85 Prozent. Die bisherige Strategie der Regierung, schmerzhafte Schritte in die Zukunft zu verschieben, stößt auf scharfe Kritik. Besonders riskant bewerten Beobachter die Abhängigkeit von steigenden Einnahmen, während die Zinslast für den Staat weiter wächst.

Für Marterbauer ist die Lage ein Drahtseilakt. Einerseits muss er die sozialpolitischen Versprechen seiner Partei wahren, andererseits sitzt ihm die Europäische Union im Nacken. Österreichs Defizit liegt klar über der Maastricht-Grenze von 3 Prozent – das Land befindet sich in einem Defizitverfahren.

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EU-Defizitverfahren verschärft den Druck

Das Finanzministerium plant zwar eine leichte Reduktion auf 4,2 Prozent für 2026. Doch Brüssel fordert glaubwürdigere Schritte. Bisherige Maßnahmen wie die Anpassung der Bildungskarenz reichen bei weitem nicht aus, um das strukturelle Loch zu stopfen. Marktliberale Thinktanks sprechen bereits vom “Marterbauer-Trick”: Einsparungen in der Zukunft versprechen, um heute nicht handeln zu müssen.

Wo gespart werden soll – und wo der Streit droht

Der politische Sprengstoff liegt in den konkreten Sparbereichen. Der Finanzminister betont, dass Kürzungen bei Unternehmens- und Umweltförderungen “fix vereinbart” seien. Allerdings sollen diese erst in den Budgets 2027 und 2028 voll wirken. Kritikern geht das nicht schnell genug. Sie fordern, die Ergebnisse der eigens eingesetzten “Förder-Task-Force” sofort vorzulegen und bereits 2026 den Rotstift anzusetzen.

Noch heikler ist das Thema Pensionen. Marterbauer setzt auf Maßnahmen am Arbeitsmarkt und ein höheres faktisches Pensionsantrittsalter. Der Fiskalrat und internationale Beobachter fordern hingegen direktere Eingriffe, um das System langfristig zu sichern. Die demografische Entwicklung treibt die Ausgaben für Pflege und Gesundheit in die Höhe und engt den Spielraum massiv ein.

Österreich fällt im europäischen Vergleich ab

Die budgetäre Schieflage fällt im Vergleich zu Nachbarländern besonders auf. Während andere Euro-Staaten striktere Konsolidierungspfade eingeschlagen haben, hält Österreich eine der höchsten Staatsquoten. Experten warnen: Das gefährdet den Wirtschaftsstandort, weil Spielraum für steuerliche Entlastungen fehlt.

Die Finanzmärkte beobachten die Entwicklung bereits genau. Der Zinsaufschlag für österreichische Staatsanleihen gegenüber deutschen Papieren ist ein wichtiger Stimmungsindikator. Schwindet das Vertrauen in den Sanierungswillen der Regierung, wird die Refinanzierung der Staatsschuld teurer – ein Albtraum für den Finanzminister.

Ein heißer politischer Frühling steht bevor

In den kommenden Wochen muss Marterbauer liefern. Erste Zwischenberichte der Arbeitsgruppen zur Ausgabensenkung werden erwartet. Politische Beobachter rechnen damit, dass der Minister den Fokus auf die Einnahmenseite lenken wird – etwa durch schärfere Betrugsbekämpfung.

Doch reicht das, um den Fiskalrat und die EU-Kommission zu besänftigen? Spätestens bei der Vorbereitung des nächsten Bundesrahmens wird sich zeigen, ob die schwarz-rot-pinke Koalition die Kraft für unpopuläre Reformen hat. Die Schonfrist für das Budget ist definitiv vorbei.

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