Finanzamt schlägt bei Millionenschaden aus Zypern-Konstrukt zu
09.02.2026 - 18:58:12Ein österreichischer Unternehmer soll über Jahre systematisch Steuern hinterzogen haben. Das Finanzamt deckte ein komplexes Betrugssystem mit Firmen in Zypern auf, das Millionenschaden verursachte.
Das System: Scheinrechnungen und versteckte Gewinne
Im Zentrum steht der Inhaber eines Baustoffhandels. Er gründete 2019 mehrere Firmen in Zypern. Über dieses Netzwerk transferierte er Gewinne aus Österreich ins Ausland, um Steuern zu minimieren.
Ein Schlüsselelement waren Kickback-Zahlungen: Ausländische Lieferanten überwiesen Teile ihrer Umsätze direkt an die zypriotischen Firmen. Dafür stellte ein Mitarbeiter vor Ort Scheinrechnungen für nie erbrachte Leistungen wie angebliche Qualitätskontrollen oder Marktforschung aus.
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Diese fiktiven Kosten wurden dem österreichischen Betrieb in Rechnung gestellt und drückten so den zu versteuernden Gewinn. Die auf Zypern gebuchten Scheingewinne flossen später steuerfrei zurück nach Österreich.
Privater Luxus als Betriebsausgabe
Das Firmengeflecht diente laut Ermittlungen auch der Finanzierung eines luxuriösen Lebensstils. Der Unternehmer soll jährlich rund 100.000 Euro über die Zypern-Konten für private Zwecke ausgegeben haben.
- Luxusurlaube
- Kostspielige Restaurantbesuche
- Tennis- und Golfaktivitäten
Diese als Betriebsausgaben getarnten Privatvergnügen erhöhten den Steuerschaden weiter. Der Beschuldigte ist den Behörden zufolge nur teilweise geständig.
Doppelte Strafe und politisches Signal
Dem Unternehmer drohen massive Konsequenzen. Neben der Nachzahlung der Steuern kann eine Geldstrafe in bis zu doppelter Höhe des hinterzogenen Betrags folgen. Das Finanzamt für Großbetriebe wird den Fall zudem einer Folgeprüfung unterziehen.
Finanzminister Markus Marterbauer wertete den Erfolg als wichtigen Schritt für die Steuergerechtigkeit. „Es herrscht null Toleranz bei Steuerbetrug, um redliche Unternehmen und ehrliche Steuerzahler zu schützen“, betonte er.
Zypern: Steueroase mit zweifelhaftem Ruf
Der Fall ist kein Einzelfall. Zypern ist bei internationalen Unternehmen beliebt – unter anderem wegen niedriger Körperschaftsteuern und vorteilhafter Doppelbesteuerungsabkommen. Diese sollen doppelte Besteuerung verhindern, werden aber oft für aggressive Steuervermeidung genutzt.
Während legale Gestaltung möglich ist, bewegen sich Konstrukte mit Scheinrechnungen klar in der Illegalität. Enthüllungen wie „Cyprus Confidential“ haben solche Praktiken bereits in der Vergangenheit offengelegt.
Schärfere Kontrollen durch internationale Kooperation
Der Ermittlungserfolg zeigt, dass auch grenzüberschreitende Betrugsmodelle auffliegen. Experten erwarten, dass der internationale Datenaustausch zwischen Steuerbehörden weiter an Bedeutung gewinnt.
Die Finanzverwaltung dürfte ihre Prüfmethoden, auch mit Hilfe Künstlicher Intelligenz, weiter verfeinern. Für den beschuldigten Unternehmer beginnt nun die juristische Aufarbeitung.
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