Feuer bei Zementwerk in Ennigerloh: Förderband stürzt ein
10.03.2026 - 00:00:24 | boerse-global.deEin Großbrand hat am Freitag ein Zementwerk in Ennigerloh im Kreis Warendorf teilweise zerstört. Bei dem Feuer stürzte ein 30 Meter hohes Förderband ein, mehrere Mitarbeiter erlitten eine Rauchgasvergiftung. Die Ursache wird nun untersucht.
Massiver Einsatz nach Brandmeldealarm
Gegen 14:19 Uhr am 6. März ging bei den Einsatzkräften der Notruf ein. Vor Ort bot sich den ersten Rettungsteams ein dramatisches Bild: Ein äußeres Förderbandsysten stand in voller Flamme. Eine dichte, schwarze Rauchwolke war kilometerweit zu sehen und ließ im gesamten Kreis Warendorf die Sorge vor gesundheitsschädlicher Luftqualität aufkommen.
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Fünf komplette Feuerwehreinheiten aus Ennigerloh wurden alarmiert. Die Bekämpfung des Feuers in großer Höhe stellte die Einsatzkräfte vor logistische Herausforderungen. Standardlöschtechniken vom Boden reichten nicht aus, spezielles Gerät für große Höhen kam zum Einsatz. Bis zum frühen Abend brachten die Feuerwehrleute die Lage unter Kontrolle. Die Löscharbeiten und das Kühlen der Brandstelle dauerten jedoch bis tief in die Nacht an, um ein Wiederaufflammen in der hoch entzündlichen Industrieumgebung zu verhindern.
Rettung vor einstürzender Konstruktion
Während der Löscharbeiten führte die extreme Hitze zum teilweisen Einsturz des Förderbandgerüsts in 25 bis 30 Metern Höhe. Die Metallkonstruktion gab nach, was die Rettungsarbeiten zusätzlich gefährdete. Gleichzeitig retteten Einsatzkräfte zwei Mitarbeiter, die in der Nähe der brennenden Anlage in großer Höhe festgesessen hatten.
Die beiden Arbeiter waren dem toxischen Rauch stark ausgesetzt und wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Bis zu zwei weitere Personen kamen vorsorglich zur Untersuchung dorthin. Schwere Verbrennungen wurden bislang nicht gemeldet.
Altreifen als mutmaßliche Brandursache
Die Polizei Warendorf hat die Ermittlungen übernommen. Erste Hinweise deuten auf einen technischen Defekt im Bereich der alternativen Brennstoffzufuhr hin. Demnach könnte ein alter Gummireifen auf dem Förderband Feuer gefangen haben.
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Zementwerke nutzen häufig Altreifen als alternativen Brennstoff für ihre Hochtemperaturöfen, um den Verbrauch fossiler Energieträger zu reduzieren. Dieser Prozess erfordert jedoch den Umgang mit hoch entzündlichen Materialien. Vermutlich führte eine Störung in der Zuführ- oder Verbrennungsmechanik dazu, dass der Reifen außerhalb des sicheren Verbrennungsbereichs Feuer fing. Die Flammen griffen dann schnell auf das gummiierte Förderband und die Tragkonstruktion über. Die forensische Untersuchung konzentriert sich nun auf die genaue Analyse des mechanischen Systems und die Frage, warum die Sicherheitsvorkehrungen versagten.
Risiken der modernen Zementproduktion
Der Vorfall in Ennigerloh wirft ein Schlaglicht auf die betrieblichen Risiken der modernen Zementherstellung, insbesondere beim Einsatz gefährlicher Alternativbrennstoffe. Fachleute betonen, dass die Verwendung von recycelten Materialien wie Altreifen zwar die Umweltbilanz verbessert, aber auch strenge Brandschutz- und Handhabungsprotokolle erfordert.
Förderbandbrände sind in Industrieanlagen besonders heikel, da die Bänder selbst oft aus brennbaren Gummi-Mischungen bestehen. Zudem kann der Zug in hohen Konstruktionen wie einem Schornstein wirken und die Flammenausbreitung beschleunigen. Der Einsturz der Stahlkonstruktion unterstreicht zudem die Anfälligkeit von Stahl bei extremer Hitzeeinwirkung. Die erfolgreiche Eindämmung des Feuers zeigt jedoch auch die Wirksamkeit des massiven Feuerwehreinsatzes und regelmäßiger Sicherheitsübungen.
Ausblick: Reparatur und Untersuchungen
Das Werk steht nun vor einer Phase der Begutachtung und umfangreichen Reparatur. Statiker und Sicherheitsinspektoren müssen die Reste des eingestürzten Fördersystems begutachten, bevor die Aufräumarbeiten in vollem Umfang beginnen können. Mit einem lokalen Produktionsausfall ist zu rechnen, während die beschädigten Anlagen demontiert und ersetzt werden.
Die polizeilichen Ermittlungen sollen klären, ob ein mechanisches Versagen, Verfahrensfehler oder unvorhergesehene technische Anomalien zur Entzündung führten. Die Ergebnisse könnten Grundlage für aktualisierte Sicherheitsrichtlinien zum Umgang mit Alternativbrennstoffen in Industrieanlagen werden. Der Fokus liegt derzeit auf der Genesung der verletzten Mitarbeiter und dem komplexen Wiederaufbau im Werk.
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