Ferrovial SE, NL0015001IX2

Ferrovial SE Aktie: Infrastruktur-Riese lockt jetzt auch Anleger im DACH-Raum

27.02.2026 - 08:42:49 | ad-hoc-news.de

Die Ferrovial SE verlagert sich Richtung USA, wächst im Maut- und Flughafen-Geschäft und bleibt in Europa präsent. Was bedeutet das für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz – und wie schätzen Analysten die Aktie ein?

Ferrovial SE rückt immer stärker in den Fokus europäischer Infrastruktur-Investoren – und damit auch von Anlegern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der spanisch-niederländische Konzern setzt auf Mautstraßen, Flughäfen und Großprojekte in Nordamerika und Europa. Für DACH-Anleger stellt sich die Frage: Ist die Ferrovial Aktie ein defensiver Langfristbaustein im Depot oder bereits zu ambitioniert bewertet?

In diesem Beitrag erhalten Sie eine kompakte Einordnung der aktuellen Lage, der Chancen und Risiken sowie der wichtigsten Kennzahlen – mit klarem Fokus darauf, was das konkret für Ihr Depot im deutschsprachigen Raum bedeutet. Was Sie jetzt wissen müssen...

Offizielle Infos und Investor-Relations von Ferrovial SE

Analyse: Die Hintergründe

Ferrovial SE ist ein international tätiger Infrastrukturkonzern mit rechtlichem Sitz in den Niederlanden und operativen Wurzeln in Spanien. Das Unternehmen betreibt und entwickelt Autobahnkonzessionen, Flughäfen und Bauprojekte, vor allem in Europa und Nordamerika. Besonders bekannt ist Ferrovial durch Beteiligungen an der texanischen Autobahn 407 ETR und an Flughäfen wie Heathrow.

Für Anleger im DACH-Raum ist vor allem interessant, dass Ferrovial konjunkturresistente Cashflows aus regulierten und langfristigen Infrastrukturprojekten generiert. Einnahmen aus Mautgebühren und Flughafengebühren entwickeln sich oft stabiler als klassische zyklische Industrien. Das macht die Aktie für defensive, einkommensorientierte Strategien, etwa bei Vermögensverwaltern in Deutschland oder Family Offices in der Schweiz, attraktiv.

Die jüngere strategische Ausrichtung zielt klar auf Wachstum in Nordamerika ab. Ferrovial will dort seine Präsenz im Mautgeschäft und bei Großprojekten weiter ausbauen. Parallel dazu reduziert das Unternehmen schrittweise Engagements in weniger profitablen oder politisch schwierigen Märkten. Für Anleger aus dem Euroraum bedeutet das: Mehr Exponierung gegenüber dem US-Dollar und damit auch Wechselkurschancen und -risiken gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken.

Im DACH-Raum selbst ist Ferrovial zwar weniger sichtbar als heimische Bauriesen, spielt aber indirekt eine Rolle bei großen Verkehrsinfrastrukturprojekten und PPP-Modellen (Public Private Partnership). Gerade in Deutschland, wo der Investitionsstau bei Autobahnen, Brücken und Schienenprojekten seit Jahren Thema ist, gelten internationale Betreiber mit Maut-Expertise wie Ferrovial als potenzielle Partner, wenn es um private Finanzierungslösungen geht.

Für österreichische und Schweizer Anleger ist zudem relevant, dass Infrastrukturaktien oft als Stabilitätsanker im Portfolio genutzt werden. Pensionskassen in der Schweiz oder Vorsorgekassen in Österreich setzen traditionell stärker auf planbare Cashflows. Die Ferrovial Aktie passt in genau dieses Schema, ist aber zugleich börsentäglich handelbar, anders als viele illiquide Infrastruktur-Fonds.

Ein wichtiger Aspekt für alle Anleger im deutschsprachigen Raum ist die steuerliche Behandlung. Dividenden von Ferrovial unterliegen als ausländische Ausschüttungen der jeweiligen nationalen Abgeltungsteuer- bzw. Quellensteuersystematik. In Deutschland gilt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer, in Österreich die KESt von 27,5 Prozent, in der Schweiz die Vermögenssteuer auf den Depotbestand plus Besteuerung der Erträge. Doppelbesteuerungsabkommen regeln, in welchem Umfang im Ausland einbehaltene Steuern angerechnet werden können.

Handelbar ist die Ferrovial SE Aktie für deutschsprachige Privatanleger in der Regel:

  • über deutsche Broker (z.B. Xetra- oder Tradegate-Listings, sofern verfügbar, bzw. Auslandsbörsen)
  • über österreichische Onlinebroker mit Zugang zu europäischen Leitbörsen
  • über Schweizer Banken und Neobroker mit Zugang zu europäischen Handelsplätzen

Gerade im DACH-Raum ist es üblich, über lokale Broker auf ausländische Werte zuzugreifen. Sie sollten dabei auf Handelsplatz, Spreads und Fremdwährungskosten achten, insbesondere wenn in Euro und nicht in der Heimatwährung der Aktie gehandelt wird.

Für deutsche und österreichische Anleger spielt zudem die Korrelation zu heimischen Leitindizes wie DAX und ATX eine Rolle. Infrastrukturwerte wie Ferrovial korrelieren in Krisenphasen meist weniger stark mit klassischen Industrien oder Technologiewerten, da ihre Erträge überwiegend langfristig vertraglich abgesichert sind. Damit kann die Aktie helfen, die Schwankungsbreite eines stark auf DAX- oder NASDAQ-Werte fokussierten Portfolios zu reduzieren.

In der Schweiz, wo viele Portfolios traditionell stark mit Pharma und Finanzwerten (z.B. Novartis, Roche, UBS) bestückt sind, kann Ferrovial als Sektor-Diversifikator dienen. Der SMI hat im Bereich Infrastruktur-Betreiber wenig direkte Alternativen, sodass der Zugang über ausländische Titel sinnvoll ist.

Auf der Chancen-Seite überzeugt Ferrovial vor allem durch:

  • Langfristige Konzessionsverträge mit teils mehreren Jahrzehnten Laufzeit
  • Skaleneffekte im Bau- und Betriebs-Know-how von Mautstraßen und Flughäfen
  • Wachstumsmärkte in den USA und Kanada, in denen Infrastrukturinvestitionen politisch gewollt sind
  • Potenzial für Dividendenausschüttungen aus stetigen Cashflows

Dem gegenüber stehen wesentliche Risiken, die gerade DACH-Anleger im Blick behalten sollten:

  • Regulatorische Eingriffe in Maut- und Flughafengebühren, etwa bei politischen Stimmungsumschwüngen
  • Verkehrsrisiken: weniger Pendler, Rezession oder verändertes Mobilitätsverhalten können Traffic und Erlöse drücken
  • Zinsumfeld: Steigende Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten von Großprojekten und drücken tendenziell die Attraktivität langfristiger Cashflows
  • Wechselkurs-Risiko für Euro- und CHF-Anleger bei starkem US-Dollar-Exposure

Viele professionelle Investoren im deutschsprachigen Raum nutzen Ferrovial nicht als spekulativen Trade, sondern als strategische Infrastrukturbeimischung. Typische Gewichtungen in gemischten Portfolios liegen oft im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Für Privatanleger kann es sinnvoll sein, eine einzelne Infrastrukturaktie wie Ferrovial in ein breiter diversifiziertes Portfolio einzubetten, statt sie als Einzelwette zu übergewichten.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Institutionelle Analysten bewerten Ferrovial SE überwiegend als qualitativ hochwertigen Infrastrukturwert mit soliden Wachstumsperspektiven, aber auch mit einer Bewertung, die bereits viel Optimismus widerspiegelt. In Research-Berichten internationaler Banken wird regelmäßig auf die starke Marktposition in Nordamerika und Europa, auf die Qualität der Konzessionsverträge sowie auf die Umstellung hin zu einem stärker renditeorientierten Portfolio hingewiesen.

In vielen Analysen überwiegen derzeit positive bis neutrale Einstufungen. Formulierungen wie "Overweight", "Outperform" oder "Buy" finden sich ebenso wie vereinzelt "Hold"-Bewertungen, insbesondere wenn kurzfristig eine Konsolidierung nach Kursanstiegen erwartet wird oder politische Risiken (z.B. Diskussionen um Mautmodelle in bestimmten Ländern) als Belastungsfaktoren genannt werden.

Für deutsche, österreichische und Schweizer Anleger ist dabei weniger das einzelne Kursziel entscheidend, sondern die strategische Einordnung: Die meisten Analysten sehen Ferrovial als Infrastruktur-Plattform mit deutlichem Exposure zum nordamerikanischen Wachstumsmarkt, deren Wert nicht nur in kurzfristigen Gewinnschwankungen liegt, sondern in der Fähigkeit, über Jahrzehnte stabile Cashflows zu generieren.

Wer als DACH-Anleger einsteigen möchte, sollte daher weniger auf die nächste Kursschwankung als auf die eigene Anlagestrategie achten: Passt ein langfristig orientierter Infrastrukturwert ins Portfolio? Wie hoch darf der Anteil eines einzelnen Betreibers mit regulatorischen Risiken sein? Und wie geht man mit der Währungsstreuung um, wenn zunehmend Erträge in US-Dollar erzielt werden?

Fazit für den deutschsprachigen Markt: Ferrovial SE ist kein spekulativer Small Cap, sondern ein globaler Infrastrukturkonzern, der vor allem für langfristige Anleger spannend ist, die ihr Depot um stabile Cashflow-Werte ergänzen wollen. Wer bereits stark in Tech, DAX-Zykliker oder Schweizer Pharma investiert ist, kann mit Ferrovial gezielt in einen anderen Konjunktur- und Regulierungszyklus diversifizieren.

Wie immer gilt im DACH-Raum: Vor einem Einstieg sollten Sie neben den Research-Einschätzungen auch Ihre nationale Steuer- und Regulierungssituation prüfen und idealerweise einen unabhängigen Berater einbeziehen, insbesondere wenn es um größere Volumina oder den Einsatz im Rahmen von Altersvorsorge- oder Stiftungsportfolios geht.

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