Ferrexpo: FCA setzt Listing aus
02.05.2026 - 07:15:09 | boerse-global.deDer Eisenerzproduzent Ferrexpo hat seinen Platz an der Londoner Börse verloren — vorerst. Die britische Finanzaufsicht FCA hat die Wertpapiere des Unternehmens auf eigenen Antrag hin mit Wirkung zum 1. Mai 2026 vom Official List suspendiert. Hinter dem formalen Akt steckt eine handfeste Existenzkrise.
Kapitalerhöhung scheitert am Zeitdruck
Der Kern des Problems: Ferrexpo kann seinen geprüften Jahresabschluss für 2025 nicht fristgerecht bis zum 30. April 2026 vorlegen. Der Grund ist zirkulär — die für den Abschluss notwendige Going-Concern-Bewertung setzt voraus, dass die geplante Kapitalerhöhung bereits abgeschlossen ist. Genau das ist nicht gelungen.
Institutionelle Investoren haben unverbindliche Interessensbekundungen über insgesamt mehr als 100 Millionen US-Dollar signalisiert. Die damit verknüpften Bedingungen ließen sich jedoch nicht innerhalb des erforderlichen Zeitrahmens erfüllen. Hauptaktionär Fevamotinico, der 49,3 Prozent der Anteile hält, signalisierte grundsätzliche Unterstützung — allerdings nur unter der Bedingung, dass er anteilig teilnehmen kann und die Kapitalerhöhung 100 Millionen Dollar nicht übersteigt.
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Liquidität reicht bis Ende August
Die Zeitlinie ist eng. Ohne erfolgreiche Kapitalerhöhung verfügt Ferrexpo nach eigenen Angaben nur bis etwa Ende August 2026 über ausreichend liquide Mittel. Um die Kasse kurzfristig zu schonen, verkaufte das Unternehmen zuletzt ein Umschlagsschiff für 7,7 Millionen Dollar.
Erschwerend wirkt der Krieg in der Ukraine. Landesweite Angriffe auf die Strominfrastruktur haben die Produktion im ersten Quartal 2026 nahezu zum Erliegen gebracht. Die Eisenerzproduktion brach gegenüber dem Vorjahresquartal um 72 Prozent auf rund 593.000 Tonnen ein. Derzeit läuft nur eine von vier Pelletierlinien. Hinzu kommt ein aufgelaufenes Mehrwertsteuer-Guthaben von 90,3 Millionen Dollar gegenüber den ukrainischen Steuerbehörden, das bislang nicht erstattet wurde.
Aktie verlor mehr als die Hälfte
Die Börse hatte die Lage bereits eingepreist. Vor dem Handelsstopp notierte die Aktie bei rund 29 Pence — nach einem Kursrückgang von 56 Prozent seit Jahresbeginn. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 87 Pence.
Der Vorstand hält eine Kapitalerhöhung von mindestens 100 Millionen Dollar für die einzig realistische Option, um die laufenden Verpflichtungen zu erfüllen und den Betrieb auf reduziertem Niveau für die nächsten 18 Monate aufrechtzuerhalten. Wann der Handel wieder aufgenommen wird — und ob überhaupt —, lässt das Unternehmen ausdrücklich offen.
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