Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: Geld reicht nur bis August 2026

20.06.2026 - 22:35:01 | boerse-global.de

Ferrexpo droht mangels frischem Kapital die Zahlungsunfähigkeit. Der Aktienhandel bleibt ausgesetzt, die Produktion bricht massiv ein.

Ferrexpo Aktie: Frist läuft ab – droht Insolvenz im August?
Ferrexpo - Ein einzelnes Eisenerz-Pellet auf dunklem Untergrund mit einem unscharfen Kalenderblatt für August 2026 im Hintergrund. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Aktien von Ferrexpo bleiben an der Londoner Börse vom Handel ausgeschlossen. Dem Eisenerzproduzenten geht rasant das Geld aus. Ohne frisches Kapital droht bereits im August das endgültige Aus.

Verhandlungen in der Sackgasse

Das Management sucht händeringend nach 100 Millionen US-Dollar an neuem Eigenkapital. Nur so kann der Betrieb für die nächsten 18 Monate weiterlaufen. Zwar signalisierten institutionelle Investoren durchaus Interesse. Die geforderten Bedingungen erwiesen sich jedoch als unerfüllbar.

Die Folge: ein finanzieller Stillstand. Ferrexpo kann seinen Jahresbericht für 2025 nicht abschließen. Der Prüfer verweigert das Testat für die Fortführung des Unternehmens. Genau das ist aber die Voraussetzung für eine Rückkehr an die Börse.

Kassenbestand schmilzt rasant

Der finanzielle Druck auf den Konzern wächst massiv. Im Frühjahr verfügte Ferrexpo nur noch über rund 20 Millionen Dollar an Barmitteln. Zum Jahreswechsel lag dieser Wert noch bei über 100 Millionen Dollar.

Das Management warnt eindringlich. Ohne eine erfolgreiche Kapitalerhöhung reicht das Geld nur noch bis Ende August 2026. Erschwerend kommt hinzu, dass ukrainische Behörden dringend benötigte Steuerrückzahlungen blockieren. Hier geht es um eine erwartete Summe im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Produktion bricht ein

Auch operativ kämpft das Unternehmen ums Überleben. Im ersten Quartal 2026 stürzte die Eisenerzproduktion um 72 Prozent ab. Insgesamt förderte Ferrexpo knapp 593.000 Tonnen.

Hauptgrund für den Einbruch sind wiederholte Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Im Januar stand die Produktion sogar komplett still. Erst im Februar konnte eine einzige Pelletieranlage den Betrieb wieder aufnehmen.

Ende Juni findet nun die reguläre Hauptversammlung statt. Wegen der fehlenden Bilanz stehen allerdings nur Routinepunkte auf der Agenda. Dazu gehört der Abschied von Verwaltungsrat Vitalii Lisovenko. Anleger blicken derweil auf den geplanten Verkauf des Transportschiffs "Iron Destiny". Dieser Deal soll kurzfristig knapp acht Millionen Dollar in die leere Kasse spülen. Bis eine tragfähige Finanzierung steht, bleibt die Aktie bei ihrem letzten Kurs von 28,58 Pence eingefroren.

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