Ferrari, Luxus-Modestores

Ferrari eröffnet erste Luxus-Modestores in London und New York

28.04.2026 - 06:09:43 | boerse-global.de

Ferrari startet mit exklusiven Läden in London und New York ins Modegeschäft und positioniert sich als Luxus-Lifestyle-Marke jenseits des Autobaus.

Ferrari eröffnet erste Luxus-Modestores in London und New York - Foto: über boerse-global.de
Ferrari eröffnet erste Luxus-Modestores in London und New York - Foto: über boerse-global.de

Der italienische Sportwagenhersteller erweitert sein Geschäftsfeld und eröffnet im Frühjahr 2026 seine ersten exklusiven Modestores. Der erste Standort in der Londoner Bond Street ist bereits eröffnet, eine weitere Filiale in der New Yorker Mercer Street folgt in Kürze. Ferrari wandelt sich damit vom reinen Sportwagenbauer zum ganzheitlichen Luxus-Lifestyle-Anbieter.

Architektur aus Bremen für die Markenwelt von Ferrari

Für das Design der neuen Stores zeichnet das Architekturbüro Gonzalez Haase AAS verantwortlich. Die Bremer Architektin Judith Haase entwickelte gemeinsam mit ihrem Partner Pierre Jorge Gonzalez ein Konzept, das die Ästhetik der Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge in den stationären Handel übersetzt. Das Duo arbeitet seit 1999 zusammen und hat bereits Projekte für Modehäuser wie Balenciacia umgesetzt.

Handgebürsteter Edelstahl bildet das industrielle Rückgrat der Inneneinrichtung. Weiches, dunkles Leder und die charakteristischen roten Farbakzente der Marke sorgen für Kontraste. Das Ziel: eine Atmosphäre, die sowohl Exklusivität als auch technologische Herkunft betont.

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Miami-Kollektion trifft auf Motorsport-Erbe

Die Mode stammt von Designer Rocco Iannone, früher bei Giorgio Armani. Er übersetzt die Identität von Ferrari in eine tragbare Garderobe jenseits klassischen Merchandisings. Aktueller Schwerpunkt ist die „Miami 2026 Capsule Collection“, die Ende April vorgestellt wurde.

Die Kollektion umfasst technische Nylonjacken, Polo-Shirts aus merzerisierter Baumwolle und grafisch gestaltete T-Shirts. Details wie der Ferrari-Scudetto-Patch und geprägte Schriftzüge erinnern an die Motorsport-Tradition. Die Farbpalette nutzt unter anderem den Ton „Avorio“ (Elfenbein).

Ergänzt wird das Sortiment durch Accessoires wie Baseball-Caps und Rucksäcke. Die langjährige Kooperation mit Puma findet ebenfalls ihren Platz – etwa durch limitierte Sneaker oder den „Monza Hoodie“ zum 50. Jahrestag von Niki Laudas erstem WM-Titel. Das Design orientiert sich an historischen Rennanzügen und verwendet Materialien mit mindestens 20 Prozent Recycling-Anteil.

Luxusmarkt in turbulenten Zeiten

Die Expansion fällt in eine Phase des Umbruchs. Laut dem „Global Luxury Retail Outlook 2026“ von Savills erreichten Neueröffnungen von Luxusgeschäften im Jahr 2025 den niedrigsten Stand seit 2020. Nordamerika zeigt sich mit 27 Prozent Anteil an der weltweiten Aktivität jedoch widerstandsfähig. New York verzeichnete ein Plus von 23 Prozent bei Neueröffnungen und setzte sich erstmals seit 2019 wieder an die Spitze.

In Europa sanken die Neueröffnungen um acht Prozent. Dennoch rechnet Savills für 2026 mit steigenden Mieten in der Hälfte der europäischen Toplagen. Das durchschnittliche Mietwachstum lag zuletzt bei 1,2 Prozent.

Dass Ferrari dennoch massiv in physische Präsenzen investiert, unterstreicht die Strategie: In einem stagnierenden Gesamtmarkt setzt das Unternehmen auf klare Lifestyle-Positionierung, um Marktanteile zu gewinnen.

Wettbewerb verschärft sich

Ferrari ist mit seinem Vorstoß in die High-Fashion nicht allein. Gucci eröffnete zeitgleich das „Palazzo Gucci“ in Florenz – eine Mischung aus Boutique, Gastronomie und musealen Ausstellungen. Louis Vuitton feiert das 130. Jubiläum seines Monogramms mit einem temporären Hotel-Pop-up in Londoner Mayfair.

Der trend geht weg vom reinen Produktverkauf hin zur Inszenierung einer umfassenden Markenwelt. Ferrari positioniert sich hierbei durch eine Mischung aus technologischem Erbe und minimalistischer Architektur – ein klarer Kontrast zu den oft opulenten Ansätzen traditioneller Modehäuser.

Neue Regularien als Herausforderung

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sorgt bereits jetzt für Diskussionen. Ihr Inkrafttreten ist für Ende 2026 geplant. Berichte bringen Lederzulieferer mit Abholzungen in Südamerika in Verbindung. Der Druck auf Unternehmen, lückenlose Herkunftsnachweise zu liefern, steigt.

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Ferrari setzt in seinen neuen Kollektionen bereits teilweise auf recycelte Materialien und merzerisierte Baumwolle. Doch die Überwachung der gesamten Wertschöpfungskette bleibt eine zentrale operative Herausforderung.

Ausblick: Mehr als nur Autos

Die Eröffnungen in London und New York sind erst der Anfang. Ferrari plant, das Lifestyle-Segment zu einer stabilen Säule neben dem Kerngeschäft auszubauen. Analysten beobachten genau, ob es der Marke gelingt, die hohe Loyalität der Automobilkunden auf die Modekollektionen zu übertragen.

Gleichzeitig sollen neue, jüngere Zielgruppen erschlossen werden – Menschen, die sich keinen Sportwagen leisten können, aber Teil der Markenwelt sein möchten. Mit dem Store-Design von Judith Haase hat Ferrari ein deutliches Zeichen für eine eigenständige, moderne Ästhetik gesetzt. Ob sich die Mode dauerhaft in den Kleiderschränken der Luxuskunden etabliert, wird sich in den kommenden Saisons zeigen.

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