Ferrari, Aktie

Ferrari Aktie: Luce kostet 5 Milliarden Marktkapitalisierung

02.06.2026 - 12:27:49 | boerse-global.de

Ferraris erstes E-Auto Luce löst heftige Kursverluste aus. Das Design steht in der Kritik, während Lamborghini seine Elektro-Pläne stoppt.

Ferrari Aktie: Luce kostet 5 Milliarden Marktkapitalisierung - Bild: über boerse-global.de
Ferrari Aktie: Luce kostet 5 Milliarden Marktkapitalisierung - Bild: über boerse-global.de

Ferrari hat sein erstes Elektroauto vorgestellt. Die Reaktion fällt vernichtend aus. Der Luce, ein vollelektrischer Viertürer, sollte die Zukunft der Marke einläuten. Stattdessen verlor die Aktie an zwei Tagen massiv an Wert.

An der Mailänder Börse rutschte die Ferrari-Aktie nach der Präsentation um acht Prozent ab. In New York waren es fünf Prozent. Rund fünf Milliarden Euro Marktkapitalisierung waren zeitweise vernichtet. Der Kurs notiert aktuell bei 303,80 Euro – das sind 31 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.

Design-Debatte und Branchen-Signal

Der Luce trägt eine Handschrift des Designstudios LoveFrom. Exakt diese Optik sorgt für die Kontroversen. Enthusiasten vergleichen das Fahrzeug öffentlich mit Modellen, die nicht zum Ferrari-Image passen. Das Design ist zum zentralen Kritikpunkt geworden.

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Die Welle hat die gesamte Branche erfasst. Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann hat jüngst bestätigt: Sein Unternehmen streicht die Pläne für rein elektrische Hypercars und den E-Urus. Winkelmann begründet den Schritt direkt mit der Ferrari-Kontroverse. Die Nachfrage nach vollelektrischen Supersportwagen sei bei den Kernkunden nicht vorhanden. Lamborghini setzt stattdessen auf Plug-in-Hybride.

Ferrari hält an Prognose fest

Trotz des Debakels bleibt das Management bei seinem Ausblick. Für 2026 sind 7,5 Milliarden Euro Umsatz und 2,93 Milliarden Euro EBITDA angepeilt. Das erste Quartal lief solide: 1,85 Milliarden Euro Umsatz bei 3.436 ausgelieferten Fahrzeugen.

Parallel arbeitet Ferrari an einem Plan B: Eine Hochleistungsversion des Purosangue soll im Herbst 2026 in Serie gehen. Das Ziel bleibt ehrgeizig: Vier neue Modelle pro Jahr bis 2030 – ein Mix aus Verbrenner, Hybrid und Elektro.

Die Investorenfrage lautet, ob der Luce eine strategische Fehlentscheidung war oder eine Wette, die Zeit braucht. Die Aktie hat sich vom Schock der Vorstellungswoche etwas erholt, notiert aber weiter im Minus. Der Tesla-artige Kursrutsch der vergangenen zwölf Monate (minus 27 Prozent) zeigt: Die Märkte sind skeptisch. Der Herbst mit dem neuen Purosangue wird ein wichtiger Test für die Glaubwürdigkeit der Strategie.

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