Ferragamo-Aktie nach Luxusflaute: Chance für mutige Anleger?
17.02.2026 - 03:20:15 | ad-hoc-news.deBottom Line zuerst: Die Aktie von Salvatore Ferragamo S.p.A. hat nach schwachen Umsätzen und Margen im Luxussegment deutlich an Glanz verloren – doch die Bewertung ist inzwischen so weit zusammengedampft, dass sich für risikobereite Anleger eine spekulative Turnaround-Chance auftun könnte. Entscheidend wird, ob das Management die Marke erfolgreich verjüngt und profitabel macht.
Was Sie jetzt wissen müssen: Die Luxusbranche schwächelt, Ferragamo hinkt Konkurrenten wie LVMH und Hermès deutlich hinterher, gleichzeitig ist die Aktie an der Börse Mailand im Vergleich zur Boomphase klar zurückgekommen. Für deutsche Anleger, die über Xetra oder Tradegate zugreifen, stellt sich die Frage: Abwarten oder antizyklisch einsteigen?
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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
Salvatore Ferragamo gehört zu den traditionsreichsten Namen im italienischen Luxussegment. Bekannt ist die Marke vor allem für hochwertige Schuhe, Lederwaren und Accessoires. An der Börse wird das Papier unter anderem an der Borsa Italiana gehandelt, für deutsche Anleger ist die Aktie über gängige Broker als Auslandswert einfach zugänglich.
In den vergangenen Quartalen stand Ferragamo jedoch unter Druck: Der weltweite Luxuskonsum normalisiert sich nach dem Post-Covid-Boom, besonders asiatische Kunden agieren zurückhaltender. Während Marktführer mit breiter Markenpalette diese Delle besser abfedern, trifft sie fokussierte Anbieter wie Ferragamo härter.
Jüngste Geschäftsentwicklung: Laut den jüngsten veröffentlichten Quartals- und Jahreszahlen (Investor-Relations-Unterlagen des Unternehmens, ergänzt um Daten großer Finanzportale) zeigt sich ein klarer Trend: Umsatzwachstum unter Branchendurchschnitt, sinkende Margen und hoher Investitionsbedarf für die Markenmodernisierung.
| Kennzahl | Tendenz | Einordnung |
|---|---|---|
| Umsatzentwicklung | Eher schwach, teils rückläufig | Ferragamo wächst deutlich langsamer als große Luxuskonzerne; die Nachfrage in wichtigen Märkten (v. a. Asien, USA) ist volatil. |
| Operative Marge | Unter Druck | Höhere Marketing- und Transformationskosten drücken kurzfristig auf die Profitabilität. |
| Nettoergebnis | Rückläufig | Belastungen durch schwächere Verkäufe und Investitionen in Kollektionen und Vertrieb. |
| Verschuldung | Überschaubar | Im Vergleich zu anderen Retail-Werten moderat; die Bilanz ist kein akuter Krisenfaktor. |
| Bewertung (KGV/EV-EBITDA) | Unter Premium-Luxus | Die Aktie wird mit einem Abschlag gegenüber den großen Luxus-Bluechips gehandelt – ein Spiegel der schwächeren Wachstumsstory. |
Der Kursverlauf spiegelt diese Gemengelage wider: Nach einer Phase hoher Erwartungen an eine radikale Neuausrichtung hat die Börse viele Vorschusslorbeeren wieder einkassiert. Zuletzt tendierte die Aktie volatil seitwärts bis abwärts, abhängig von Stimmungsumschwüngen im gesamten Luxussegment.
Warum das für deutsche Anleger relevant ist: Deutsche Privatanleger sind seit Jahren in Luxuswerte investiert – sei es über französische Blue Chips oder spezialisierte Nischenwerte. Ferragamo bietet als italienischer Titel einen breiten Zugang zum Luxussegment abseits der üblichen Favoriten. Gleichzeitig fällt die Korrelation mit dem DAX geringer aus als bei vielen Industrie- oder Finanzwerten, was Diversifikation bringen kann.
Der Kurs hängt stark am Euro-Raum und dem Konsumverhalten internationaler Touristen, was für Anleger aus Deutschland mehrere Ebenen bedeutet:
- Währungsrisiko: Die Aktie notiert in Euro, daher entfällt das klassische USD-Risiko – ein Vorteil gegenüber vielen internationalen Luxuswerten.
- Konjunktur im Euroraum: Eine Erholung in Italien, Frankreich und Deutschland könnte auch Ferragamo stützen, da europäische Käufer und Touristen in Europa wichtige Kundengruppen sind.
- Tourismus & Duty-Free: Eine anhaltende Normalisierung des Reiseverkehrs, insbesondere aus Asien, kann sich positiv auf den Absatz in Metropolen und Flughäfen auswirken.
Für Anleger mit Depot in Deutschland ist zudem interessant, dass Ferragamo-Anteile über gängige Handelsplätze (z. B. Xetra-ähnliche Plattformen, Lang & Schwarz, Tradegate als Quotrix-Anbindung) zumeist mit ordentlichen Spreads am Tagesrand handelbar sind, allerdings mit geringerer Liquidität als etwa LVMH oder Kering. Die Ordergröße sollte daher bewusst gewählt und – wenn möglich – mit Limit versehen werden.
Strategische Baustellen bei Ferragamo:
- Verjüngung der Marke, um jüngere, digital affine Kundschaft (Generation Z, Millennials) anzusprechen.
- Stärkung des Online-Geschäfts und Omnichannel-Strategien, um unabhängiger vom stationären Handel zu werden.
- Klarere Positionierung im Luxus-Spektrum: High-End-Statusmarke vs. "Accessible Luxury".
Die jüngsten Unternehmensmitteilungen deuten darauf hin, dass Ferragamo weiter in Marketing, Kollektionen und Retail-Netzwerk investiert. Kurzfristig ist das für die Marge schmerzhaft, mittelfristig aber die einzige Chance, wieder an die Wachstumsraten der Branche heranzukommen. Genau hier liegt der Investment-Case: Wer investiert, wettet darauf, dass der Turnaround gelingt und die aktuelle Schwächephase eher eine Einstiegsgelegenheit als ein struktureller Niedergang ist.
Das sagen die Profis (Kursziele)
Analysten großer Häuser und Research-Plattformen zeigen sich momentan eher vorsichtig. In Konsensübersichten (u. a. auf Basis von Daten internationaler Finanzportale und Broker-Reports) ergibt sich ein gemischtes Bild: nur wenige klare Kaufempfehlungen, viele Halte- und neutrale Einstufungen, teils auch Verkaufsempfehlungen aufgrund der schwachen operativen Entwicklung.
| Analysten-Stimmung (aggregiert) | Einordnung für Anleger |
|---|---|
| Mehrheitlich "Halten" | Viele Analysten sehen die aktuelle Bewertung als weitgehend fair, solange kein klarer Turnaround erkennbar ist. |
| Vereinzelt "Verkaufen" | Basiert v. a. auf der Sorge, dass Ferragamo dauerhaft hinter der Branche zurückbleibt. |
| Wenige mutige "Kaufen"-Stimmen | Setzen auf eine erfolgreiche Markenmodernisierung und eine Rückkehr zu attraktiveren Margen. |
Die veröffentlichten Kursziele liegen – je nach Institut und Update-Zeitpunkt – grob in einer Spanne, die nur begrenztes Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs signalisiert, sofern sich an der Gewinnentwicklung nichts grundlegend ändert. Manche Research-Häuser verweisen ausdrücklich darauf, dass die Bewertung im Vergleich zu den Luxus-Schwergewichten zwar günstiger ist, dieser Abschlag aber vorerst gerechtfertigt sei.
Worauf deutsche Anleger bei Kurszielen achten sollten:
- Analystenprognosen gehen oft von einem Szenario aus, in dem sich die Konsumflaute nur langsam bessert.
- Ein überraschend starker Rebound des Luxussegments – z. B. durch Nachfrage aus China – könnte die Kursziele schnell überholen.
- Umgekehrt würde eine stärkere Rezession in Europa oder anhaltende Schwäche in Asien die Risiken deutlich erhöhen.
Für Investoren in Deutschland bedeutet das: Die Profis sind eher abwartend. Wer einsteigt, positioniert sich bewusst gegen die vorsichtige Mehrheitsmeinung und setzt auf einen Wandel, der im Konsens noch nicht vollständig eingepreist ist.
Wie passt Ferragamo ins Portfolio eines deutschen Anlegers?
Ferragamo ist kein Ersatz für eine breit gestreute Kernposition im DAX oder im MSCI World, sondern eher eine Beimischung im Bereich Luxus/Nischenkonsum. Der Wert kann für Anleger interessant sein, die:
- bereits in große Luxuswerte investiert sind und gezielt diversifizieren wollen,
- bewusst auf einen Turnaround setzen und Kursrückschläge aushalten können,
- eine vergleichsweise geringe Korrelation zu klassischen deutschen Industrie- und Banktiteln suchen.
Risikofaktoren, die deutsche Anleger im Blick haben sollten:
- Branchenspezifische Risiken: Luxus ist stark stimmungs- und konjunkturabhängig, besonders bei hochpreisigen Non-Essentials.
- Markenrisiko: Gelingt die Verjüngung nicht, könnte Ferragamo in der Wahrnehmung ins Mittelmaß abrutschen.
- Wettbewerbsdruck: Von oben drängen Ultra-Luxusmarken, von unten Premium- und Smart-Luxury-Anbieter.
- Geringere Liquidität: Im Vergleich zu DAX- und CAC40-Luxuswerten ist der Handel weniger tief – wichtig für größere Ordervolumina.
Chancen:
- Eine erfolgreiche Neupositionierung könnte Wachstum und Margen deutlich beleben.
- Eine allgemeine Erholung des Luxussektors nach der aktuellen Flaute könnte Ferragamo überproportional helfen.
- Strategische Optionen (z. B. Kooperationen, stärkere Präsenz in Asien, digitale Offensive) könnten zusätzliche Phantasie bringen.
Unterm Strich ist Ferragamo aus deutscher Anlegersicht ein spekulativer Titel mit klar erkennbarem Markenwert, aber operativem Nachholbedarf. Wer lieber planbare Cashflows und marktbeherrschende Positionen bevorzugt, bleibt eher bei etablierten Luxus-Bluechips. Wer hingegen bewusst Nischenchancen sucht und Zeit mitbringt, kann Ferragamo auf die Watchlist setzen – oder mit kleiner Gewichtung ins Depot aufnehmen.
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