Fermi, Aktie

Fermi Aktie: Proxy-Contest um Matador

04.06.2026 - 05:08:04 | boerse-global.de

Gründer Toby Neugebauer forciert mit 40% Anteil Verkaufsprozess, während Vorstand auf Eigenständigkeit setzt.

Fermi Aktie: Proxy-Contest um Matador - Bild: über boerse-global.de
Fermi Aktie: Proxy-Contest um Matador - Bild: über boerse-global.de

Der Führungskonflikt bei Fermi Inc. erreicht eine neue Stufe. Der ehemalige CEO und Mitgründer Toby Neugebauer treibt einen Proxy Contest gegen den aktuellen Vorstand voran. Das Unternehmen hat nun eine überarbeitete Proxy-Erklärung bei der SEC eingereicht – eine direkte Gegenoffensive.

Eskalation im Aufsichtsrat

Am 3. Juni 2026 reichte Fermi eine vorläufige überarbeitete Proxy-Erklärung ein. Einen Tag zuvor hatte Neugebauers Lager ein entsprechendes Formular eingereicht. Der Streit eskaliert vor einer für Juni geplanten außerordentlichen Hauptversammlung.

Neugebauer kontrolliert rund 40 Prozent der Aktien. Unter dem Banner „Unlock Fermi Value" fordert er einen formellen Verkaufsprozess oder eine strategische Partnerschaft. Der Vorstand um Chairman Marius Haas wehrt sich: Neugebauers Interessen seien nicht mit denen der öffentlichen Aktionäre vereinbar. Seine Kündigung aus wichtigem Grund untermauere dies.

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Die „Fermi 2.0"-Verteidigung

Das Management setzt dagegen auf seine „Fermi 2.0"-Strategie. Der Plan: aus einem Entrepreneur-Unternehmen einen institutionellen Betreiber von Energieinfrastruktur für die KI-Wirtschaft machen. Dafür hat sich der Vorstand ein 90-Tage-Fenster gesetzt.

Die Meilensteine: ein erster verbindlicher Mietvertrag für Project Matador, die Suche nach einem permanenten CEO, die erste Stromlieferung am Texas-Campus und strategische Partnerschaften für den Rechenzentrumsausbau. Der Vorstand hält eine erzwungene Übernahme zu aktuellen Kursen für wertvernichtend.

Finanzen und Projekte unter der Lupe

Die Zahlen belasten: Im ersten Quartal 2026 verbuchte Fermi einen Nettoverlust von 189 Millionen Dollar. Gründe sind aktienbasierte Vergütungen und Umschuldungskosten. Die Kasse enthielt Ende März rund 243 Millionen Dollar.

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Gleichzeitig sicherte sich das Unternehmen über eine Milliarde Dollar Finanzierung für Project Matador. Darunter 500 Millionen Dollar von der MUFG Bank, 200 Millionen Dollar von Keystone National Group und 165 Millionen Dollar von CSG Investments für Siemens-Gasturbinen.

Kritiker hinterfragen indes den Baufortschritt. Ein Bericht vom Juni verwies auf Satellitenbilder, die eine Lücke zwischen öffentlichen Ankündigungen und tatsächlichen Aktivitäten am Texas-Campus zeigen. Die Aktie notiert bei 5,30 Euro – ein Minus von knapp neun Prozent binnen einer Woche und rund 80 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.

Die entscheidende Frage: Kann Fermi in den nächsten Wochen einen ersten verbindlichen Mieter für Project Matador präsentieren? Das Unternehmen selbst sieht darin den wichtigsten Kurstreiber. Der Proxy-Vote im Juni wird zeigen, ob der Konzern seine unabhängige Strategie fortsetzt oder unter dem Druck des Gründers den Verkaufsprozess einleitet.

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