Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Dax dreht ins Plus - Ölpreis knapp unter 100 Dollar

13.03.2026 - 15:04:09 | dpa.de

Fast zwei Wochen nach Kriegsausbruch im Iran hat der Dax am Freitag seine anfänglichen Verluste in Gewinne umgewandelt.

Etwas mutiger stimmte die Anleger, dass der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent zuletzt etwas unter die Marke von 100 US-Dollar fiel. Die Risikobereitschaft blieb vor dem Wochenende aber gedämpft, denn an den vergangenen Montagen hatte es jeweils ein böses Erwachen gegeben wegen des Iran-Kriegs.

Am Morgen war der Dax DE0008469008 noch um mehr als ein Prozent gesunken, verzeichnete am Nachmittag aber Gewinne von 0,6 Prozent bei 23.738 Punkten. Auf Wochensicht bahnt sich so für den deutschen Leitindex ein ähnlich hohes Plus an - trotz des düsteren Montags, an dem der Dax mit 22.927 Punkten auf ein Tief seit Mai gesackt war. Während es der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 EU0009658145 am Freitag auch mit 0,7 Prozent ins Plus schaffte, gab der MDax DE0008467416 zuletzt noch um 0,1 Prozent auf 29.216 Zähler nach.

Der Ölpreis blieb zu Wochenschluss das entscheidende Thema, während der Iran mit weiteren Attacken auf die Öl- und Gas-Infrastruktur der Golfregion droht. Für Gesprächsstoff sorgte im Tagesverlauf die Erlaubnis der USA, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürfen, das sich bereits auf Schiffen befindet. Außerdem berichtete die "Financial Times", dass Frankreich und Italien das Gespräch mit Teheran suchen sollen, um eine sichere Passage durch die Straße von Hormus zu erreichen.

Durch den Dreh ins Plus sinken die Dax-Verluste seit Kriegsausbruch wieder in Richtung sechs Prozent. Wie der Aktienstratege Emmanuel Cau von der Barclays Bank schrieb, sind die Aktienmärkte bislang noch nicht so stark gefallen wie bei früheren Ölpreisschocks. Anleger glaubten noch an den "Trump-Put", also die Annahme, dass der US-Präsident rechtzeitig eingreift, wenn die Märkte stärker unter Druck geraten.

"Die Nervosität wächst jedoch täglich und je länger die Straße von Hormus geschlossen bleibt, desto stärker dürften die Märkte in Richtung Stagflation tendieren", warnt der Experte. In diesem Szenario stagniert das Wirtschaftswachstum, während die Inflation anzieht. Vor diesem Hintergrund rückten die Zinsentscheide der großen Notenbanken in den Mittelpunkt, die in der kommenden Woche anstehen.

Die Stagflationssorgen hatten zuletzt den Banken EU0009658806 besonders stark zugesetzt. Mit dem Dax konnten die Titel der Deutschen Bank DE0005140008 am Freitag aber ins Plus drehen. Die Titel der Commerzbank DE000CBK1001 konnten ihr Minus immerhin auf 0,1 Prozent reduzieren.

Wieder begehrter sind Rüstungsaktien. Rheinmetall DE0007030009 stiegen um vier Prozent und knüpften damit an ihre Erholung vom Jahrestief an. Als Gewinner der Krise werden außerdem K+S DE000KSAG888 gehandelt, die ihre Rally am Freitag mit vier Prozent Plus fortsetzten. Spekuliert wird hier auf steigende Düngerpreise wegen wegfallender Kapazitäten in Nahost.

Zu den Dax-Werten, die sich positiv abheben konnten, gehörten zwei nach Hochstufungen durch Analysten. Vor allem knüpften Zalando DE000ZAL1111 mit einem Kurssprung um sieben Prozent an ihre Vortagsrally an, nachdem sie vom Analysehaus Bernstein auf "Market-Perform" hochgestuft wurden. Der Analyst William Woods lobte den verbesserten Barmittelzufluss und den Start von Ausschüttungen an die Anleger.

Qiagen NL0015002CX3 verbuchten zudem ein dreiprozentiges Plus. Deutsche Bank DE0005140008 Research sprach dem Diagnostikspezialisten nach dem jüngsten Kursrutsch eine Kaufempfehlung aus. Übernahmefantasie sei bei der Aktie inzwischen wieder vollständig ausgepreist worden. Die Anleger könnten sich jetzt wieder auf das operative Geschäft und eine nicht ambitionierte Bewertung konzentrieren.

Um 7,4 Prozent unter Druck geraten sind jedoch die Aktien von 1&1 DE0005545503, die am Freitag auch den Mutterkonzern United Internet DE0005089031 nach unten zogen. Verwiesen wurde auf einen Bericht, wonach der O2-Mutterkonzern Telefonica eine erwogene 1&1-Übernahme auf Eis gelegt haben soll, solange es in Deutschland Probleme mit dem Netzausbau gibt. Dies berichtete das spanische Onlinemedium "Okdiario" unter Berufung auf Kreise.

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