Faraday, Future

Faraday Future steigt in den Roboter-Markt ein

08.01.2026 - 07:30:12

Der Elektroauto-Hersteller Faraday Future expandiert in den lukrativen Markt für humanoide Roboter. Das Unternehmen will so seine Technologie besser nutzen und schneller profitabel werden.

Las Vegas – Faraday Future (NASDAQ: FFAI) vollzieht eine strategische Kehrtwende. Auf einem Aktionärstag am Rande der Technikmesse CES in Las Vegas kündigte das kalifornische Unternehmen am Mittwoch an, künftig nicht nur Luxus-Elektroautos zu bauen. Stattdessen will sich der Hersteller zu einem breiteren „KI-gesteuerten Mobilitäts- und Robotik“-Unternehmen wandeln. Kern der Ankündigung ist der Einstieg in den schnell wachsenden Markt für menschenähnliche Roboter.

Faraday Future erklärte, es wolle der erste US-Hersteller sein, der humanoide Roboter für den Massenmarkt liefert. Dieser Schritt ist Teil eines neu etablierten „Dual-Track“-Wachstumsmodells. Es verbindet das Automobilgeschäft mit einer neuen Sparte für Roboterprodukte. Ziel ist es, die Einnahmequellen zu diversifizieren und den Weg zur Profitabilität zu beschleunigen.

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Im Zentrum der Neuausrichtung steht die sogenannte „Global Embodied AI (EAI) Industry Bridge Strategy“. Die Unternehmensführung erläuterte, dass diese Initiative den Fokus über intelligente Elektrofahrzeuge hinaus auf „verkörperte KI-Robotik“ ausweitet. Die Strategie nutzt die bestehende Lieferkette, KI-Rechenkapazitäten und Software-Infrastruktur des Unternehmens, um Roboter zu entwickeln, die intelligent mit ihrer Umgebung interagieren können.

Laut der Präsentation hat Faraday Future bereits private Vorschauen für seine ersten Roboter-Produkte abgehalten. Die öffentliche Premiere ist für den 4. Februar 2026 auf der National Automobile Dealers Association (NADA) Show in Las Vegas geplant. Dieses Event soll nicht nur die Hardware präsentieren, sondern auch den Verkaufsstart der neuen Produktlinie markieren.

Die Führungsetage betonte ein ehrgeiziges Ziel: Faraday Future als führendes US-basiertes KI-Robotik-Unternehmen zu positionieren. Der Einstieg in diesen Sektor zielt darauf ab, die Konvergenz von autonomer Fahrtechnologie und Robotik zu nutzen – eine Synergie, die auch andere große Player wie Tesla erkunden. Die Technologien der Fahrzeuglinie „Faraday X“ (FX), etwa Wahrnehmungssysteme und Entscheidungsalgorithmen, sollen als fundamentales „Gehirn“ für die humanoiden Roboter dienen.

Das Wachstumsmodell: Wie Autos und Roboter sich gegenseitig antreiben

Das „Dual-Track“-Modell soll einen Kreislauf zwischen der Automobil- und der Robotiksparte schaffen. Durch die gemeinsame Nutzung technischer Ressourcen und Lieferketten erwartet Faraday Future, Entwicklungskosten zu senken und die Markteinführungszeiten für beide Produktlinien zu beschleunigen.

Die aktualisierte Finanzprognose des Unternehmens geht davon aus, dass dieser diversifizierte Ansatz innerhalb von etwa drei Jahren zu positivem operativem Cashflow führen wird. Die angestrebte Bruttomarge für das kombinierte Geschäft wird auf rund 20 Prozent geschätzt. Führungskräfte wiesen darauf hin, dass der Robotik-Sektor potenziell höhere Margen und kürzere Entwicklungszyklen als die kapitalintensive Autoindustrie bietet. Dies könnte wichtige Liquidität für den Hochlauf der Fahrzeugproduktion liefern.

Der strategische Schwenk erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen seine Marktposition revitalisieren will. Indem es sich als „KI- und Robotik“-Firma und nicht nur als EV-Hersteller positioniert, passt sich Faraday Future breiteren Markttrends an, bei denen Künstliche Intelligenz Premium-Bewertungen erzielt.

Fahrzeug-Roadmap: So will Faraday Future liefern

Während die Robotik im Fokus stand, gab es auch wichtige Updates für die Automobilsparte, konkret zum „FX Super One“-Modell. Das Unternehmen bestätigte einen gestaffelten Auslieferungsplan für den US-Markt, der im zweiten Quartal 2026 beginnen soll.

Der Plan sieht drei Phasen vor:
1. Phase Eins (Q2 2026): Auslieferung von bis zu 50 Einheiten an strategische Partner für Feedback und gemeinsame Weiterentwicklung.
2. Phase Zwei (Q3 2026): Erweiterung auf etwa 200 kontrollierte Auslieferungen an B2B-Partner und Branchenführer, mit dem Ziel einer positiven Deckungsbeitragsmarge.
3. Phase Drei (Q4 2026 oder Q1 2027): Vollständiger Rollout auf den Verbrauchermarkt.

In einer wichtigen Ankündigung für potenzielle Kunden gab das Unternehmen bekannt, dass seine Fahrzeuge ab 2026 Zugang zum Tesla-Supercharger-Netzwerk in Nordamerika, Japan und Südkorea erhalten werden. Diese Integration gilt als entscheidend für die Nutzererfahrung der Massenmarkt-Marke FX.

Die Produktionsziele bleiben ambitioniert. Das Unternehmen skizzierte ein Fünf-Jahres-Ziel von kumuliert 400.000 bis 500.000 produzierten und verkauften Einheiten, angetrieben vom FX Super One und einem zukünftigen „FX 4“-Modell. Für das laufende Geschäftsjahr plant das Unternehmen die Produktion und den Verkauf von etwa 250 Einheiten, die 2027 mit ausgereifter Serienproduktion auf 5.000 Einheiten hochskalieren sollen.

Kann der Plan aufgehen? Skepsis und Chancen

Die Ankündigung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für Faraday Future. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 200 Millionen US-Dollar ist das Unternehmen deutlich kleiner als Wettbewerber wie Rivian oder Lucid. Dennoch will es in zwei der kapitalintensivsten Technologie-Sektoren konkurrieren: Automobilbau und humanoide Robotik.

Branchenbeobachter merken an, dass der Schwenk zur Robotik Strategien anderer EV-Hersteller spiegelt, die in Robotern die ultimative Anwendung autonomer Systeme sehen. Skepsis bleibt jedoch hinsichtlich der Umsetzungsrisiken. Die Geschichte des Unternehmens mit Produktionsverzögerungen war für Investoren ein Grund zur Sorge. Der detaillierte Fahrplan soll nun durch Transparenz und konkrete Meilensteine Vertrauen zurückgewinnen.

Der unmittelbare Fokus liegt nun auf dem Launch-Event am 4. Februar. Aktionäre werden genau beobachten, ob die gezeigten Roboter-Prototypen den ambitionierten Ansprüchen gerecht werden. Die erfolgreiche Kommerzialisierung dieser Roboter könnte eine dringend benötigte Einnahmequelle schaffen, während die Autoproduktion hochfährt. Die Fähigkeit, die „Phase Eins“ der Fahrzeugauslieferungen im zweiten Quartal 2026 umzusetzen, wird der nächste große Test für die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens sein.

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