Fachkräftemangel, Mittelstand

Fachkräftemangel setzt deutschen Mittelstand unter Druck

23.01.2026 - 23:03:12

Studien zeigen, dass kleine und mittlere Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte benachteiligt sind. Zuwanderung, Vielfalt und strategisches Personalmanagement werden 2026 zum wirtschaftlichen Gebot.

Der Fachkräftemangel in Deutschland spitzt sich zu und trifft den Mittelstand besonders hart. Neue Studien und regionale Initiativen zeigen, dass traditionelle Einstellungsmethoden nicht mehr ausreichen.

Studie: KMU im Wettbewerb um Talente benachteiligt

Eine aktuelle Untersuchung des Kompetenzzentrums Fachkräftebedarf (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) belegt die dramatische Lage. Demnach haben kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Schlüsselberufen größte Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden oder zu halten. Sie konkurrieren direkt mit Großkonzernen um dieselben Bewerber.

Die Studie empfiehlt KMU dringend, ihre Attraktivität als Arbeitgeber systematisch zu stärken. Dazu zählen eine klare Employer Brand, effektive Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme und deutlich schnellere Bewerbungsverfahren. Der Vorteil der Größe könne zum Trumpf werden: Individuelle Lösungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie engagierte Mitarbeiter als Markenbotschafter machen den Unterschied.

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Vielfalt und Zuwanderung als strategische Antwort

Parallel forcieren regionale Akteure neue Wege. Die Stadt Herne diskutierte auf einer Veranstaltung „Vielfalt als Chance“, wie öffentliche Unternehmen von einer diversen Belegschaft profitieren. Ein lokales Verkehrsunternehmen beschäftigt bereits Menschen aus 22 Nationen – eine strategische Antwort auf den demografischen Wandel.

Die Agentur für Arbeit im Kreis Mettmann stellte klar: Der regionale Fachkräftebedarf sei ohne Zuwanderung nicht zu decken. Fort- und Weiterbildung sowie erfolgreiche Integration seien die entscheidenden Instrumente im Jahr 2026.

Paradigmenwechsel im Personalmanagement

Die aktuellen Entwicklungen markieren einen grundlegenden Wandel. Die klassische Methode – eine Stellenausschreibung und abwarten – funktioniert immer seltener. Gefragt ist heute eine vorausschauende, strategische Personalplanung.

Unternehmen müssen Talent Pools aufbauen, kontinuierlich mit potenziellen Kandidaten in Kontakt bleiben und eine Kultur schaffen, die für eine moderne, diverse Belegschaft attraktiv ist. In einem Bewerbermarkt, in dem Top-Talente oft mehrere Angebote haben, entscheiden Geschwindigkeit und Effizienz.

Wirtschaftliche Notwendigkeit für ganz Deutschland

Hinter den akuten Meldungen steht das langfristige demografische Problem Deutschlands. Die Babyboomer gehen in Rente, die Lücke zwischen offenen Stellen und verfügbaren Fachkräften wächst. Der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, steht an vorderster Front dieses wirtschaftlichen Kampfes.

Die aktive Nutzung von Zuwanderung und Vielfalt ist keine bloße Sozialpolitik mehr, sondern ein wirtschaftliches Gebot. Dieser strategische Kurswechsel erfordert Investitionen in Integration, Qualifizierung und inklusive Arbeitskulturen.

Ausblick: Proaktivität wird zum Standard

Die diese Woche diskutierten Strategien dürften 2026 zum neuen Standard für erfolgreiche Unternehmen werden. Für KMU sind eine starke Arbeitgebermarke und schlanke Einstellungsprozesse überlebenswichtig.

Die Folge werden steigende Investitionen in HR-Technologie, Employer-Branding-Kampagnen sowie Diversitäts- und Inklusionsinitiativen sein. Der Konsens der Experten ist deutlich: Gezielte Zuwanderung, robuste Integrationsbemühungen und eine unternehmensweite Kultur der Weiterbildung werden die resiliente und wettbewerbsfähige Belegschaft der Zukunft prägen.

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