Fachkräftemangel: Betriebe setzen auf Weiterbildung als Überlebensstrategie
24.01.2026 - 02:32:12Deutsche Unternehmen kämpfen um ihre Zukunft – und setzen dafür zunehmend auf die Qualifizierung ihrer eigenen Belegschaft. Anlässlich des Internationalen Tags der Bildung am 24. Januar rücken aktuelle Studien und Initiativen eine unbequeme Wahrheit in den Fokus: Strategische Personalentwicklung ist keine Kür mehr, sondern eine existenzielle Notwendigkeit. Besonders kleine und mittlere Betriebe stehen unter Druck, wie eine neue Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Allein bei ihnen bleiben über 281.000 Fachkraftstellen unbesetzt.
KMU im Fokus der Fachkräftelücke
Der deutsche Arbeitsmarkt ächzt unter dem Personalmangel. Eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) vom 21. Januar belegt: 71,7 Prozent der gesamten Fachkräftelücke lasten auf den Schultern kleiner und mittlerer Unternehmen. Besonders betroffen sind Berufe in Medizin, Pflege und Bau. Da die Suche nach qualifizierten externen Kräften immer schwieriger wird, rückt die interne Qualifizierung in den strategischen Mittelpunkt.
Diese Entwicklung schlägt sich in konkreten Maßnahmen nieder. Die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda setzt zum Bildungstag beispielsweise auf sogenannte „Bildungspunkte“. In Kooperation mit Partnern wie der IHK und der Kreishandwerkerschaft sollen sie zentrale Anlaufstellen für Beratung zu Qualifizierung und Fördermöglichkeiten werden. Die Botschaft ist klar: Die Lösung des Problems liegt oft im eigenen Haus.
Digitale Kompetenzen werden zum neuen Standard
Die Arbeitswelt verändert sich rasant – angetrieben vor allem durch Künstliche Intelligenz (KI). Bereits 35 Prozent der Beschäftigten nutzen KI-Tools im Arbeitsalltag, was Rollenprofile grundlegend verändert. Die betriebliche Weiterbildung muss darauf reagieren. Im Fokus stehen zunehmend digitale Schlüsselkompetenzen wie IT-Sicherheit und digitales Projektmanagement.
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Unternehmen erkennen: Eine zukunftsfähige Belegschaft entsteht nur im Schulterschluss von Personal- und IT-Abteilungen. Gemeinsam müssen sie Lernangebote entwickeln, die auf die neuen technologischen Anforderungen zugeschnitten sind. Digitale Formate wie E-Learning gewinnen dabei an Bedeutung, da sie flexibles, ortsunabhängiges Lernen ermöglichen. Doch worauf kommt es bei der Qualität an? Eine aktuelle Studie des SZ Instituts zu den besten Weiterbildungsanbietern 2026 liefert hierzu Orientierung.
Der unterschätzte Faktor: Soft Skills und Führung
Während digitale Fähigkeiten unverzichtbar sind, reicht strategische Personalentwicklung weit darüber hinaus. Eine Randstad-ifo-HR-Umfrage vom 19. Januar zeigt: Bei Berufseinsteigern achten Unternehmen vor allem auf überfachliche Kompetenzen. Für 66 Prozent der Betriebe sind Kommunikations- und Teamfähigkeit entscheidend, dicht gefolgt von Selbstorganisation (61 Prozent).
Gleichzeitig klafft eine gefährliche Lücke in den Führungsetagen. Eine IW-Studie vom gleichen Tag offenbart: 2025 fehlten rund 28.180 Fachkräfte in Leitungsfunktionen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich nur etwa jeder siebte Beschäftigte ohne Führungsrolle vorstellen kann, eine solche zu übernehmen. Die Personalentwicklung muss also nicht nur Wissen vermitteln, sondern gezielt Führungspotenziale identifizieren und fördern – sonst fehlt bald die nächste Führungsgeneration.
Vom Appell zur wirtschaftlichen Notwendigkeit
Der Internationale Tag der Bildung, weltweit etwa mit dem Learning Planet Festival begangen, erinnert an Bildung als Grundlage für nachhaltige Entwicklung. Für die deutsche Volkswirtschaft hat dieser Appell eine handfeste ökonomische Dimension. Demografischer Wandel und digitale Transformation erzeugen einen Handlungsdruck, dem sich kein Unternehmen entziehen kann.
Initiativen wie die des Automobilkonzerns Stellantis, der am 22. Januar sein Engagement für MINT-Bildungsprojekte bekräftigte, signalisieren ein wachsendes Bewusstsein. Es wird klar: Das Warten auf Absolventen des formalen Bildungssystems reicht nicht aus. Betriebe, die proaktiv in ihre Belegschaft investieren, sichern nicht nur ihre Zukunftsfähigkeit, sondern stärken auch ihre Arbeitgebermarke im harten Wettbewerb.
Die Zukunft ist personalisiert und KI-gestützt
Die Bedeutung des lebenslangen Lernens wird weiter zunehmen. Der Trend geht zu flexibleren, modular aufgebauten und stärker personalisierten Angeboten, die sich an den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientieren. Die fortschreitende Integration von KI in Lernplattformen wird maßgeschneiderte Lernpfade ermöglichen und diesen Prozess beschleunigen.
Für Unternehmen bedeutet das vor allem eins: eine Kultur des kontinuierlichen Lernens zu etablieren. Eine Belegschaft, die sich anpasst und neue Kompetenzen erwirbt, wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Der Internationale Tag der Bildung 2026 ist somit weniger ein Feiertag – er ist ein dringender Weckruf für die deutsche Wirtschaft.
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