F-Gase-Verordnung, Druck

F-Gase-Verordnung verschärft Druck auf Industriekälte

02.02.2026 - 23:42:12

Neue EU-Regeln verlangen den Umstieg auf klimafreundliche Kältemittel. Für Industriebetriebe drohen sonst Betriebsstillstände und stark steigende Kosten, während Fachkräfte verpflichtende Schulungen absolvieren müssen.

Für Deutschlands Industrie beginnt mit den neuen EU-Regeln eine teure Umbauphase. Die verschärfte F-Gase-Verordnung zwingt Betreiber von Kälte- und Klimaanlagen zum raschen Umstieg auf klimafreundliche Alternativen – sonst drohen Betriebsstillstände und explodierende Kosten.

Servicestopp für klimaschädliche Kältemittel

Seit Januar 2026 gilt ein faktisches Serviceverbot für viele bestehende Industrieanlagen. Kältemittel mit einem hohen Treibhauspotenzial (GWP ≥ 2.500) dürfen für Wartungsarbeiten nicht mehr verwendet werden. Das trifft vor allem ältere Systeme, die noch mit Mitteln wie R404A laufen.

Zwar gibt es Übergangsfristen für recycelte Gase bis 2030. Doch Experten warnen: Die Verfügbarkeit wird rapide sinken, die Preise steigen. „Die Verknappung macht die Umrüstung zur wirtschaftlichen Notwendigkeit“, heißt es aus der Branche. Für Betreiber aus Lebensmittelindustrie, Logistik und Chemie wird die Investition in neue Technik unausweichlich.

Bundesrat verschärft Anforderungen an Fachkräfte

Deutschland geht noch einen Schritt weiter. Ende Januar beschloss der Bundesrat die novellierte Chemikalien-Klimaschutzverordnung. Sie stellt neue Anforderungen an das Fachpersonal.

Kernpunkt: Alle mit einer Sachkundebescheinigung müssen bis März 2029 verpflichtende Auffrischungskurse absolvieren. Diese sollen auch den Umgang mit natürlichen Kältemitteln wie CO2, Propan oder Ammoniak schulen. Auf Druck der Verbände sind die Schulungen unter Auflagen auch online möglich – eine Erleichterung für die Betriebe.

„Phase-Down“ beschleunigt den Ausstieg

Das Herzstück der EU-Verordnung ist der „Phase-Down“: Ein Mengen-Deckel, der die in Verkehr gebrachten F-Gase Jahr für Jahr reduziert. Die neue Regelung verschärft diesen Reduktionspfad deutlich und peilt den kompletten Ausstieg bis 2050 an.

Die künstliche Verknappung treibt die Preise für konventionelle Kältemittel in die Höhe. Für Unternehmen bedeutet das: Investitionsentscheidungen für die Zukunft müssen heute fallen. Der Fokus liegt auf Technologien mit natürlichen Kältemitteln oder synthetischen Alternativen mit sehr niedrigem GWP. Branchenvertreter fordern, den Einsatz nicht-fluorierter Kältemittel zum neuen Standard zu machen.

Hohe Investitionen und Forderung nach Förderung

Die Transformation zur klimaneutralen Kältetechnik ist kostspielig. Die Anschaffung umweltfreundlicher Anlagen schlägt oft deutlich höher zu Buche. Daher setzen sich Branchenverbände vehement für eine Verlängerung der staatlichen „Kälte-Klima-Richtlinie“ über 2026 hinaus ein. Ein signifikanter Preisrückgang bei der neuen Technik sei nicht in Sicht.

Die kommenden Jahre werden den Technologiewechsel beschleunigen. Unternehmen, die jetzt handeln, sichern nicht nur ihre Betriebserlaubnis, sondern schützen sich auch vor künftigen Kostenexplosionen. Die Botschaft aus Brüssel und Berlin ist unmissverständlich: Die Ära der klimaschädlichen F-Gase in der Industrie läuft ab.

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