EZB: Pause mit Vorbehalt
27.04.2026 - 10:42:32 | boerse-global.deDie Europäische Zentralbank hält die Zinsen in dieser Woche stabil – doch die Ruhe ist trügerisch. Der anhaltende Iran-Konflikt treibt die Energiepreise nach oben und erzeugt damit genau jenen Inflationsdruck, den die Währungshüter eigentlich hinter sich lassen wollten.
Abwarten mit Verfallsdatum
Berenberg-Ökonom Felix Schmidt sieht die Frankfurter Notenbanker in einer klassischen Warteschleife. Die verfügbaren Daten reichen noch nicht aus, um die wirtschaftlichen Folgen des Krieges verlässlich einzuschätzen. Deshalb bleibt der Leitzins bei der Aprilsitzung unangetastet – eine Entscheidung, die weniger Überzeugung als Pragmatismus widerspiegelt.
Erst zur Sitzung am 11. Juni soll eine fundierte Neubewertung erfolgen. Bis dahin stützt sich die EZB auf aktualisierte Projektionen und eine hoffentlich klarere Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten. Die Kernannahme: Der Konflikt beruhigt sich, die Energiepreise geben nach, und ein geldpolitisches Eingreifen bleibt überflüssig.
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Was passiert, wenn der Konflikt eskaliert?
Diese Rechnung funktioniert nur, solange das Szenario auch eintritt. Sollte sich die Lage verschärfen und der Inflationsdruck breiter auf andere Wirtschaftsbereiche übergreifen, stünde die EZB vor einer deutlich unbequemeren Wahl. Eine Zinserhöhung – bislang kein ernsthaftes Thema – käme dann zurück auf den Tisch.
Am Devisenmarkt spiegelt sich diese Gemengelage bereits wider. Der Euro hält sich gegenüber dem britischen Pfund knapp über 0,8650, während der EUR/CAD-Kurs über der Marke von 1,6000 verharrt. Höhere Ölpreise stützen den rohstoffgebundenen kanadischen Dollar, bremsen aber gleichzeitig die Wachstumserwartungen für die Eurozone.
Auf der anderen Seite des Atlantiks kämpft die US-Notenbank Fed mit einem ähnlichen, aber eigenständigen Problem. Die amerikanische Inflationsrate war bereits vor Ausbruch des Konflikts hartnäckig über dem Zweiprozent-Ziel – im März kletterte sie weiter auf 3,3 Prozent. Zinssenkungen sind dort in weite Ferne gerückt, auch weil Zoll- und Migrationspolitik den Preisdruck zusätzlich befeuern. Die EZB und die Fed befinden sich damit zwar im selben Sturm, segeln aber in entgegengesetzte Richtungen.
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